Alter - Chance oder Last?

Jeder von uns will möglichst "steinalt" werden, niemand aber möchte gern alt sein.
"Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggel als die Altersgrenze", beschrieb Robert Musil dieses Phänomen treffend. Wann eigentlich sind wir alt? Statistisch beginnt die zweite Lebenshälfte mit 40 Jahren. - Um diese Altersgruppen also geht es also im Folgenden.
Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken.

Ältere Menschen leben manchmal "allein", wichtiger die Feststellung: ältere Menschen sind häufig "einsam und allein". Die medizinische Diagnose der Krankheit "Altersdepression" wird bei etwa jedem vierten gestellt. Ältere Menschen sind meist kontaktfreudig, dennoch: sie wollen angesprochen werden. Die Devise heißt also: freundlich sein und auf Ältere zugehen. Wir sind alle so ernst. Was verstecken wir hinter ernsten Gesichtern? Lächeln Sie öfter! Das Lachen ist der Spiegel Ihrer Seele. Die altert nicht.
Der Körper altert frühzeitig, das ist nachgewiesen: bereits ab Mitte zwanzig lassen sich Vorstufen der Arteriosklerose - Kalkablagerungen in den Gefäßen - nachweisen.

Die Seele des Menschen dagegen altert nicht.

Wie steht es mit unserer Lebenserwartung? Wie alt unser Hund, die Katze, die Schildkröte werden, das wissen wir genau. Doch wie alt wird der Mensch? Vereinzelt lesen wir in der Zeitung Berichte von Menschen, die 120 Jahre wurden. Die mittlere Lebenserwartung ist im Laufe dieses Jahrhunderts in allen Industrienationen erheblich angestiegen. Deutschlands Männer werden statistisch 74, Frauen dagegen 80 Jahre. Zu Beginn unseres Jahrhunderts hatte sie 45, bzw. 48 Jahre betragen. Warum werden Frauen älter als Männer? Da gibt es keine gesicherte Erklärung, daher eine Vielzahl von Erklärungen:
Erbanlagen?, Hormone?. Männer sind höher belastet?! Mein Versuch einer Antwort: Vielfach sind Frauen belastbarer und vor allem gesundheitsbewusster.

Tatsache ist: von einem Jahrgang leben mit 60 noch 92% der Frauen, aber nur 84% der Männer.
Mit 70 noch 82% der Frauen, aber nur 66% der Männer.
Mit 80 noch 58% der Frauen, aber nur 35% der Männer.
Mit 90 noch 18% der Frauen, aber nur 7% der Männer.

Unsere "persönliche Lebenserwartung" lässt sich - glücklicherweise - nicht vorhersagen. Von unseren Eltern haben wir bei der Geburt die genetische Ausstattung mitbekommen. Unsere biologische Uhr tickt. Häufig stellen wir diese biologische Uhr durch ungesunde Lebensführung zurück:

1. Ernährung, das heißt Essen und trinken. (Näheres erfahren Sie in dem Büchlein: "ERNÄHRUNG - aber richtig", NWD-Verlag)
Hier seien nur 2 wichtige Aspekte genannt:
• im Alter geht das Durstgefühl zurück, deshalb bitte konsequent darauf achten, das Sie mindestens zwei Liter pro Tag Flüssigkeit trinken.
• Unabhängig von den in Mode gekommenen "Diäten", ob Rohkost, Körner, Eiweiß, gilt im Alter die Maxime: Mischernährung ist richtig und sinnvoll. Horchen Sie in sich hinein - der Körper weiß oft selbst, was er braucht.

2. Bewegung und Sport, das bedeutet im wesentlich die Ausdauer zu trainieren.
Dabei gelten zwei Regeln:

a. Bewegung muss Spaß machen und b. Sie müssen "Gewinner" sein. Das meint, fangen Sie nur etwas an, bei dem Sie für sich selbst etwas gewinnen: Erfahrung, gute Laune, Freude u.a.
c. "Wer rastet, rostet."

Dabei gilt eine Belastung von Puls 130 - d.h. man kann sich noch dabei unterhalten.
Günstige Sportarten: Schwimmen, Fahrradfahren, Laufen, "walking", Tanzen. Für das Tennisspiel z.B. gilt: "Wenn Sie sich nur ärgern, lassen Sie es sein!" Ein herrliches "Sportgerät" kann Ihr Dackel sein, denn er fordert die Bewegung für sich und sein Frauchen/Herrchen. (Näheres in dem Büchlein : "Hand aufs Herz", NWD-Verlag.)

3. Entspannung: "abschalten" ist schwierig, geht manchmal gar nicht. Besser: "umschalten". Wichtig: Üben Sie, wenn es Ihnen gut geht! In Stresssituationen können Sie "Ruhe finden" nicht erlernen. (lesen, Musik hören, beten.) Mentaler Stress, das meint: negative Gedanken - dunkle Wolken, das Gefühl "das geht schief", ständiger Vergleich mit Besseren . Pessimisten, das sind diejenigen, die von zwei schlechten Alternativen immer beide wählen, nach dem Motto: Alle können etwas - nur ich nicht. Bekannt ist die "Angst des Torschützen beim Elfmeter". Besser sind positive Gedanken: Jeder kann etwas, weswegen man ihn achten soll. Der Optimist sieht in jeder Schwierigkeit eine Chance; der Pessimist, weiß immer ganz genau, warum es nicht geht. (Weitere Beispiele finden Sie in dem Büchlein: "Gesund trotz Stress", NWD-Verlag.)

Das biologische Alter - Alter in Jahren
Sie kennen das Phänomen: manche werden nicht so alt, wie sie aussehen, sie sind deutlich vorgealtert. Andere wiederum, sehen deutlich sichtbar jünger aus als sie tatsächlich sind. In der Jugend will man älter sein und vor allem aussehen, als man ist. Im Alter möchte man dagegen jünger sein. Ein Rat am Rande für Heiratswillige: sehen Sie sich vorher die/den Schwiegermutter/-vater an.

Woran liegt es, dass wir so unterschiedlich altern? Manche Familien werden steinalt: das ist offensichtlich erbbiologisch determiniert, nicht beeinflussbar, nicht veränderbar.

Veränderbar, von uns selbst beeinflussbar dagegen ist die Lebensführung (s.o.: Ernährung, Bewegung, Entspannung). Genau so wichtig ist die soziale Lebensführung: mitmenschliche Kontakte sind lebensnotwendig. Das heißt Zeit "investieren", Freundschaften nicht dem Beruf, der Familie "opfern". Im Rentenalter spricht man nicht umsonst vom "Rentenschock". Ein weiteres: das Fernsehen und der Computer verhindern zunehmend Kontakte. Viele macht es abhängig, zu Sklaven. Sie vereinsamen, weil keine Kommunikation stattfindet. Sie wollen z.B. lieber eine "Serie" sehen, anstatt mit Freunden zusammen zu sein. Aber: An einen netten Abend erinnern Sie sich lange, an die Serie schon nach kurzer Zeit nicht mehr.

Einsamkeit macht depressiv, Depressive leben kürzer. Motivierte leben länger. Beispiele gibt es viele. Häufig sind Menschen auch depressiv, weil Sie Ihren eigenen Wert nicht mehr schätzen und kennen. Die eigene positive oder negative Wertschätzung ist häufig eine "sich selbst erfüllende Prophezeiung". Motto: erkennen Sie Ihren Wert!
Selbstwertgefühl kann man aktiv fördern, indem man - Selbstverantwortung übernimmt für sich und andere, z.B. für die eigene Gesundheit.

• Selbstakzeptanz - indem man eigene Fehler akzeptiert, eventuell lieben lernt, für schlechte Leistungen sich selbst verantwortlich macht, nicht andere , z.B. Geiz - Großzügigkeit, u.a.
• Selbstbehauptung - dazu gehört ein wenig Mut, Zivilcourage. Zu sagen: " Ich will das so", "Wessen Spielregeln sollen gelten? - meine oder Deine oder beide?"
• "Tun, was man sagt" fördert auch das Selbstgefühl, lieber den Mund nicht so voll nehmen. Sein Leben auf - realistische - Ziele ausrichten. Sich selbst nicht überfordern, nicht überschätzen.

Leben Sie bewusst in der Gegenwart - selbst wenn früher alles angeblich viel besser war! Ansonsten leben Sie nach dem Motto: "Früher war auch die Zukunft besser" und befinden sich ständig auf der Flucht.

Woran merken wir eigentlich, dass wir alt werden?

Nun- ja: im Alter lassen die Sinne nach - ausgenommen der Starrsinn. Das Aussehen verändert sich zum Beispiel, die Bewegungen, das Sehen, das Hören, das Gedächtnis.
Man braucht eine Brille, nicht weiter schlimm. Dann kann man endlich wieder alles gestochen scharf sehen.
Die "Falten": Sorgenfalten, Lachfalten, Sehfalten - in der Summe machen sie die Ausstrahlung eines Menschen aus. Was kann man gegen Falten tun? Ein Tipp von mir: Wer sich jeden Tag im Spiegel ansehen kann, merkt die Unterschiede nicht so. Wer sich selbst mag, wird gemocht.
Lieber mit einem Hörgerät leben, als ständig unangemessene, falsche Antworten geben und sich damit lächerlich zu machen.
Apropo Bewegung: Besser einen Gehstock benutzen als einen Sturz riskieren, sich den Oberschenkelhals zu brechen. Auch ein Rollstuhl ist kein Stigma.
Ach ja, die Krankheiten. Es gibt circa 20000 Krankheiten und 60000 Medikamente. Überlassen Sie die Behandlung chronischer Krankheiten dem Arzt Ihrer Wahl und nehmen Sie regelmäßig die verordneten Tabletten.
Das Gedächtnis lässt nach, ja! Die Reaktionszeit wird länger, ja!, das Denkvermögen auch , aber die Unterschiede sind minimal. Vergleichen Sie das mal mit der Intelligenz. Auch bei jungen Menschen gibt es Unterschiede im Denkvermögen. Man muss seine Leistungsfähigkeit und auch die Leistungsbereitschaft akzeptieren lernen.
Gute Zähne sind wichtig für die Verdauung, nur die Prothese muss passen. Zahnärzte sind ein Segen, dennoch sind die zweiten Zähne immer besser als die Dritten.

Das wünsche ich mir für uns alle: selbständig bleiben, körperlich und geistig fit!

Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar


Alter - Chance oder Last?

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Das Thema "Alter - Chance oder Last" geht uns alle an. Deshalb fünf Fakten für Ihre Diskussion zum Thema "Altern":
1. Natürlich ist Altern zum Teil biologisch vorgegeben.
Aber: durch körperliches Training und gesunde Lebensweise lässt sich der Prozess des Alterns verlangsamen. Motto: "20 Jahre lang 40 Jahre alt bleiben."
2. Natürlich treten im Alter Krankheiten gehäuft auf.
Aber: Altern heißt nicht automatisch auch krank sein. Wer sich viele Jahre hindurch übergewichtig durch seinen Alltags isst, wird im Alter ein höheres Risiko zu tragen haben an den Folgekrankheiten Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Gefäßverkalkung. Wer Sport als eine Sache anderer betrachtet, der wird in der zweiten Lebenshälfte sportlich gesehen uralt sein, weil ohne jede Ausdauer.
3. Alte Menschen fühlen sich häufig zu nichts mehr nutze, meinen nichts mehr leisten zu können, anderen zur Last zu fallen, keinen Platz mehr in dieser Gesellschaft zu haben.
Das ist falsch!
Eine ganze Reihe von Betätigungsfeldern werden von älteren Menschen wahrgenommen: im Bereich der Kirchenarbeit etwa, in einer Vielfalt öffentlicher Einrichtungen ist man auf Rat und Tat älterer Menschen geradezu angewiesen. Beispielhaft seien genannt: die Telefonseelsorge, die Betreuung bettlägeriger Menschen, diverse Selbsthilfegruppen, ehrenamtliche Tätigkeiten in Kultur, Sport, Jugendarbeit. In Politik und Parteien wäre ohne Personen im hohen Lebensalter die tägliche Arbeit nicht durchführbar.
4. Häufig trifft man auf folgende Meinung: "Ich will ja in meinem Beruf noch arbeiten, aber schon 40jährige, erst recht 50jährige finden kaum einen Arbeitsplatz. Was heute zählt, ist doch allein Jugend".
Irrtum! In so manchem Beruf werden Erfahrung und Alter hoch geschätzt, nicht nur bei Ärzten oder Rechtsanwälten. Führende Industrienationen erkennen zu nehmend die Bedeutung älterer Menschen für zahlreiche gesellschaftliche Bereiche. Wir lesen Berichte von Persönlichkeiten, die im "Rentenalter" erfolgreich und mit großem Geschick umfangreiche Projekte realisiert haben - vorerst allerdings im Ausland. Älteren fehlt oft der bissige Ehrgeiz und das konkurrierende Gehabe mancher junger Führungskräfte, die häufig genug unbedingten und kurzfristigen persönlichen Erfolg in den Mittelpunkt stellen. Gelassenheit, Weitsicht und Überblick werden eher der reifen, älteren Persönlichkeit zugeschrieben. Wann begreifen wir diese Tatsache und setzten sie um in unserem unmittelbaren Umfeld und anderswo?
5. Die Meinung: "Mit der heutigen Jugend kann man ja nicht mehr reden. Die haben ganz andere Werte. In deren Augen sind die verkalkt, die nichts von Computern und Videos wissen".
Es mag ja richtig sein, dass es mit einem bestimmten Teil der jungen Leute von heute schwer ist, in ein vernünftiges Gespräch zu kommen. Zu unterschiedlich sind die Lebensbedingungen verglichen mit denen vor 20,30,40 Jahren. Doch kritisch gefragt: "Wer hat die jeweilige Jugend erzogen?" Wer hat Schönheit, Reichtum, Jugend, Macht zu Idealen erhoben und huldigt ihnen wie Götzen? Wer Vergänglichkeit und Fragwürdigkeit, Oberflächlichkeit und Leere sogenannter Ideale bereits in seiner Jugend zu durchschauen lernt, der wird Ihnen auch im Alter nicht zum Opfer fallen.

Werte wie Verständnis, Toleranz, Nächstenliebe oder Fürsorge für andere verlieren auch in Zukunft nie an Bedeutung.

Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar



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