Asthma

Liebe Leserinnen und Leser,

Kein Asthmatiker muss unnötig leiden. Dennoch ist einer europaweit durchgeführten Befragung zufolge jeder Zweite nicht symptomfrei. Kaum zu glauben! Dabei stehen Patienten wie deren behandelnden Ärzten seit langem hochspezifische und zugleich einfache Therapiekonzepte zur Verfügung.

Die Krankheitsmechanismen des Asthma sind weitgehend geklärt: eine lokale Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut - ausgelöst durch ganz unterschiedliche Noxen - führt zu vermehrter Sekretproduktion, Schwellung, Konstriktion und im ärgsten Fall zum Gewebeumbau. Um den Prozess wirksam und nachhaltig zu stoppen, ist die antientzündliche Dauertherapie die Maßnahme der Wahl bei jeder Behandlung. Bei Bedarf wird sie ergänzt durch einen Bronchodilatator (ß2-Sympaticomimetikum). Die inhalative Anwendung erlaubt - weil nahe am Wirkort - niedrige Dosierungen bei geringen Nebenwirkungen.

Trotz dieser einfachen Richtlinien ergeben sich bei der praktischen Umsetzung bei den betroffenen Patienten immer wieder Schwierigkeiten: zu häufiges Inhalieren, nur scheinbare Symptomfreiheit, Angst vor Kortison, Nachlässigkeit und falsche Anwendung, um nur einige Belastungen für die Zusammenarbeit von Patient und behandelndem Arzt zu nennen.

So gesehen bieten Kombinationspräparate unschätzbare Vorteile: die Anzahl der benötigten Präparate wird reduziert und die Einnahme-Intervalle verlängert.
Eine weitere in der Praxis häufig gestellte Frage: "Wann kann oder soll ich bei Symptomfreiheit die Medikation absetzen?" Antwort: "Die Veranlagung zum Asthma besteht wahrscheinlich lebenslang, die Symptomatik jedoch kann stark variieren. Vorhersagen sind kaum möglich."

Bei symptomfreien Patienten reduzieren wir zunächst den Bronchodilatator und anschließend Schritt für Schritt das inhalative Kortikoid. Bleibt der Status auch mit niedriger Dosierung über Monate stabil, kann ein Absetzversuch erwogen werden - allerdings unter der Bedingung, dass die Lungenfunktion engmaschig kontrolliert wird.
Das A und O bleibt - wie immer in der Medizin - die exakte Diagnose.
Für Ihre Gesundheit alles Gute!

Ihr Wolfgang Woynar


Asthma - Therapie ist ein jahrelanger Prozess


Dem Asthma bronchiale liegt immer eine chronische Entzündung der Atemwegsschleimhaut zugrunde. Das angegriffene Bronchialsystem reagiert auf die unterschiedlichsten Reize der Umwelt überempfindlich ("hyperreagibel"). Diese Überempfindlichkeit kann unter anderem durch bakterielle oder virusbedingte Atemwegsinfektionen, Allergien, körperliche Anstrengung, psychischen Stress, aber auch ohne erkennbaren Grund ausgelöst werden. Im Übermaß freigesetzte körpereigene Botenstoffe führen zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, es bildet sich ein zäher, klebriger Schleim, die Bronchialschleimhaut schwillt an. Die Folge : erschwerte Atmung, zuweilen akute Luftnot. Dieser Prozess droht dauerhaft zu werden.

In Deutschland leiden etwa zehn Prozent der Kinder an Asthma. Sie leben mit einer Krankheit, bei der einem sprichwörtlich die Luft weg bleibt. Größte Angst bereitet die akute Luftnot, aber auch das Gefühl der Enge und Beklemmung beim Atmen löst Ängste aus. Bei dieser Volkskrankheit leiden Menschen - insbesondere Kinder- unter quälendem, hartnäckigem Hustenreiz, der sie darin hindert, frei durchzuatmen. Sie leiden unter einer keuchenden, pfeifenden Atmung, die durch die Verengung der Bronchien verursacht werden.
Zu den wichtigsten Allergenen gehören Pollen, Kot der Hausstaubmilben, Tierepithelien, Gräser, Schimmelpilze sowie aggressive Nahrungsmittelallergene, wie Hühnereiweiß, Milcheiweiß und Nüsse. Auslöser können ebenfalls Atemwegsinfekte, körperliche Anstrengung ("Anstrengungsasthma"), sowie zahlreiche unspezifische Irritationen wie Umweltschadstoffe, Nebel, Rauch, Gerüche, Kälte u.s.w. eine Rolle spielen.
Der Körper antwortet auf vermeintlich harmlose Stoffe mit einer überschießenden Abwehrreaktion.

Je moderner der Lebensstil, desto größer wird das Allergierisiko: Teppichböden, zum Beispiel, sind eine Brutstätte für Milben, ebenso dichtschließende Fenster, die jeden Luftaustausch verhindern.

Die Allergiebereitschaft zeigt sich häufig an der Haut von Kleinkindern in Form von Milchschorf, Ekzemen, beginnender Neurodermitis. Mit drei bis vier Jahren tritt häufig eine gewisse Beruhigung, oft dauerhafte Ausheilung der Haut ein, während gleichzeitig eine zunehmende Symptomatik im Bereich der Atemwege eintritt. Man spricht in diesem Fall von Organwechsel. Als Etagenwechsel bezeichnet man die Gefahr, dass sich aus einem allergischen Schnupfen ("Heuschnupfen") im Verlauf der Jahre ein auch die unteren Atemwege einschließender entzündlicher Prozess im Sinne des allergischen Asthma bronchiale entwickelt.

Asthmatherapie ist allerdings ein jahrelanger Prozess. Ob bronchienerweiternd, entzündungshemmend oder schleimlösend, ob Dauertherapie oder Akutbehandlung, ob Cortison, Betamimetika (Substanz, ähnlich dem körpereigenen Adrenalin) oder Antihistaminika - es muss in jedem einzelnen Fall gemeinsam mit dem Arzt eine individuell abgestimmte Therapie gefunden werden. Neben der medikamentösen Therapie sind regelmäßige Kontrollen der Lungenfunktion, Allergietestungen, u.a. notwendig.
Das Behandlungsziel ist eigenverantwortliches Umgehen mit der chronischen Krankheit.


Die Asthmaschulung versucht, diesem Ziel gerecht zu werden:
• durch medizinische Informationen, Atemgymnastik.
• Beherrschung der Hilfstechniken ( "Kutschersitz", "Lippenbremse").
• Verbesserung der Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle.
• Abbau von Angst und Unsicherheit, Unterstützung eines gesunden Selbstwertgefühls

Für Ihre Gesundheit alles Gute!

Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar



Liebe Leserinnen und liebe Leser,

„Psycho-Allergologen“ haben nachgewiesen, dass Patienten mit Heuschnupfen beim bloßen Betrachten von Bildern blühender Sommerwiesen die Nase läuft oder die Schleimhäute anschwellen. Viele Faktoren spielen bei der Entstehung und dem Verlauf von Allergien eine große Rolle. Alles Einbildung? NEIN, wahr ist: unzulänglich behandelt, wirkt sich die Krankheit auf die Psyche aus. Die aber ist lernfähig.
Bremerhavener Ärzte und Psychologen raten, nehmen Sie teil an dem Gedankenexperiment „Entspannung durch mentalen Kurzurlaub“:
„Stellen Sie sich den Weserdeich, Bremerhavens gute Stube, vor. Genießen Sie die Seeluft, die vorbeifahrenden Schiffe, den weiten Blick und ein gutes Gespräch mit Freunden.“ Derartige Stressbewältigung stärkt das Wohlbefinden und beeinflusst so die Heilung positiv.
Oder besser noch gehen Sie gleich hin zum Deich! Allergiker haben ihre eigenen Gründe, die Seestadt zu schätzen. Wer zum Beispiel eine Pollenallergie hat, lebt gern in Bremerhaven: der Himmel bedeckt, der frische Wind vom Meer ist beinahe pollenfrei, Nase und Augen jucken kaum. (Aber wehe die Sonne bricht für mehrere Stunden durch!) Der medizinische Rat, den allergieauslösenden Stoffen aus dem Weg zu gehen, gestaltet sich bekanntlich nicht nur bei Pollen- oder Stauballergien schwierig,

Allergien sind in der westlichen Welt zu einer Volkskrankheit geworden. Fast jeder dritte Bundesbürger leidet mittlerweile an einer Allergie, vier Millionen an Asthma. Tendenz zunehmend. In den USA diskutiert man aus Kostengründen, ob man drei weitverbreitete Allergie Medikamente für den rezeptfreien Verkauf in Supermärkten und Apotheken als
„over the counter“ – Produkte (OTC) freigeben sollte.

Tagtäglich spielen Ärzte Detektiv und versuchen einzukreisen, welches Nahrungsmittel, welche Blütenpflanze oder welches Tier die allergische Reaktion auslöst. Wir suchen nach den Ursachen von Allergien (und Asthma), allzu häufig müssen wir Symptome bekämpfen. Wir glauben eine Menge zu wissen, warum denn unser Immunsystem überschießend reagiert auf körperfremde Stoffe, warum unser Organismus bestimmte Blütenpollen, Hausstaub, Nahrungsmittel übersensibel abwehrt und warum die Schleimhäute mit Entzündung und Rötung, Jucken und Schwellung antworten. Kurz: warum läuft unser Immunsystem Amok?

Um sich vor Infektionen zu schützen, bildet der Organismus verschiedene Antikörper namens Immunglobuline. Bei Allergikern wird dieses Verteidigungsprogramm „maßlos übertrieben“. Produziert wird Immunglobulin E (IgE). Eine bestimmte Sorte von Immunzellen (Mastzellen) setzen biologisch hochaktive Stoffe frei, wie z.B. das körpereigene Hormon Histamin, das dann die tatsächlichen Symptome wie Husten, Schnupfen und geschwollene Augen auslöst.

Neben der genetischen Veranlagung wird als auslösender Faktor die zunehmende Umweltbelastung durch Industrie- und Dieselabgase diskutiert. Übertriebene Hygiene verursacht mehr Allergien, gerade im Kindesalter. Merke: Kinder dürfen ruhig im Dreck spielen, das anschließende Bad schadet ihnen nicht.

Auch der „Lebensstil“ in unserer modernen Zivilisationsgesellschaft gilt als ursächlich für die steigende Tendenz von Allergien: neben Inhaltsstoffen in Lebensmitteln zum Beispiel auch die Tatsache, dass wir einen Großteil der Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, wo Allergie auslösende Milben lauern.

Auch die globale Erwärmung soll schuld daran sein, dass sich die Pollenzeit verlängert hat und die Menge der Pollen größer geworden ist. Feind Nr.1: Birkenpollen. Das etwa 15 Zentimeter lange Birkenkätzchen enthält sechs Millionen Pollenkörnchen. Die sind aggressiv und gelangen durch die schmalste Ritze. Schon fünfzig Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um beim entsprechend sensibilisierten Allergiker Attacken auszulösen.
Pollen von Birke, Erle, Hasel, Roggen und Gräsern sind den Bruchteil von Millimetern groß, fliegen kilometerweit durch die Luft.


Andere meinen: früher wurde das Immunsystem mehr trainiert. So gesehen ist die Allergie Ausdruck für ein gutes Immunsystem, aber leider gegen einen falschen Erreger.

Asthma ist ebenso gekennzeichnet durch eine spezielle Entzündungsreaktion in den Bronchien. diese schwellen an, der Bronchialmuskulaturring zieht sich zusammen, Schleim wird vermehrt abgesondert, die Atemwege verengen sich mit der Folge: der Patient atmet nur mühsam- wie gegen einen Widerstand- ein. Bei akuter Atemnot helfen schnell wirksame bronchialerweiternde Medikamente. Die chronische Entzündung in den Bronchien dagegen muss zwingend mit einer Dauertherapie mittels Entzündungshemmern behandelt werden. Wirkort der modernen inhalativen Kortikoid- Aerosole ist gezielt das Bronchialsystem. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist deshalb deutlich reduziert, die weitverbreitete Angst mithin eher unbegründet. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist es gefährlich, nicht ausreichend zu behandeln! Denn dann entstehen in wenigen Jahren irreversible Veränderungen der Atemwege. Sie verlieren ihre Elastizität und „vernarben“. Dadurch wird die Lungenfunktion dauerhaft eingeschränkt.
Mit Antihistaminika, Ketotifen und Kortison können lediglich die Symptome bekämpft werden.

30 – 40 % der nicht behandelten Heuschnupfenfälle riskieren einen „Etagenwechsel“, das heißt, die Allergie entwickelt sich zum Asthma. Die Erkrankung wandert von der Mundschleimhaut über Hals bis tief in die Bronchien und beeinträchtigt dann die Lungenfunktion. Zudem muss jeder Dritte mit einer Nahrungsmittelallergie rechnen, „Kreuzallergien“. Fakt ist, dass das ständige Einatmen trockener, kalter (Rad-, Skisportler) oder chlorhaltiger Luft in Hallenbädern (Schwimmer) die Atemwege extrem reizt.

Allergologen empfehlen langfristige Heilung durch die „Spezifische Immuntherapie (SIT), die bei 75% der Pollenallergikern anspricht. Über einen Zeitraum von drei Jahren – beginnend im Herbst - wird regelmäßig eine immer stärker werdende Dosis des jeweiligen Allergens unter die Haut gespritzt – bis der Körper resistent ist. Die Wirkung dieser „Desensibilisierung“ nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab.

Die Symptome des Heuschnupfens kann man auch mit Tabletten bekämpfen. Die Zeiten sind vorbei, in denen diese „Antihistaminika“ müde machen, sagen Experten.
Wie kann man sich sonst noch halbwegs gegen Heuschupfen wehren? Zum Beispiel durch Pollenfilter im Auto. Man kann auch verreisen, dorthin, wo man saisonal in Ruhe atmen kann: günstig sind Ferien im Hochgebirge, an der Küste und auf Inseln. Doch Vorsicht: selbst auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca sind Allergiker nicht sicher: nach den Platanen blüht der Olivenbaum mit ebenfalls aggressivem Pollenpotential.

Auch Freizeitsportler haben ein hohes Erkrankungsrisiko, wie Jogger, Walker, Inline-Skater, Radfahrer, Golfspieler. Wer unter körperlicher Anstrengung richtig tief einatmet, zieht sich den Mikrostaub „wie ein Staubsauger“ besonders heftig in die Bronchien.

Wichtig: bei Kindern unter drei Jahren auf das Rauchen verzichten. Duschen, Fenster schließen, gründlich reinigen- der Ratschläge gibt es viele: dennoch fühlt sich so mancher miserabel, wenn die Gräser blühen wie Millionen seiner Leidensgenossen.

Sie haben alle eine sehr persönliche Geschichte – die Menschen, die an Asthma und Allergie leiden. Nicht wenige müssen sogar ihren Beruf wechseln: der Bäcker, die Friseurin, der Tischler. Selbst Medizinern mit einer Latex-Allergie droht Berufsunfähigkeit!
Aber auch für alle anderen gilt: nicht nur die Lebensqualität wird eingeschränkt, sondern auch die Leistungsfähigkeit: hustend und niesend quälen sie sich über den Tag.

Für Ihre Gesundheit alles Gute
wünscht Ihr Wolfgang Woynar

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