
Ernährung
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Wir essen, um zu (über-)leben. Nahrung ist lebensnotwendig zur Energiegewinnung-
das weiß ein jeder. Aber täglich Astronautenkost aus der Tube,
da werden Sie sagen: "Nein danke"! Denn Essen bedeutet uns mehr
als bloße Nahrungsaufnahme, es wird verdaut, "einverleibt"
und damit ein Teil von uns.
Wir leben auch, um zu essen: Essen bleibt Genuss jenseits jeder Diät!
Ob "Mehr Gänge Menü", oder die Bratwurst auf dem Wochenmarkt.
Essen als Belohnung- in der Pädagogik umstritten, im Tierversuch erfolgreich
- sie funktioniert eben doch. Dem einen gilt Essen als Mittel gegen Frust
und / oder Langeweile, dem anderen zum Stressabbau. Andere nutzen Essen gar
als "Machtmittel, als Warnsignal - indem sie Nahrung verweigern! Diese
wichtige Erfahrung kennen wir alle: Mahlzeiten geben unsrem Tagesablauf ordnende
Struktur.
"Gesicherte" wissenschaftliche Erkenntnisse wetteifern mit zahlreichen
Mythen. Werbung oder Wirklichkeit - häufig glauben wir zu wissen. Seit
jeher verspricht sich der Mensch von der gezielten Einnahme bestimmter Nahrungsbestandteile
einen Zusatznutzen für Körper oder Seele.
Die moderne Präventionsmedizin versucht mittels gezielter Ernährung"
Krankheiten fern zu halten: eine ausreichende Kalziumzufuhr beugt der Osteoporose
vor, mit Jod angereichertes Kochsalz lässt Kröpfe und Kretins praktisch
verschwinden.
Spezifische Diäten helfen bei Stoffwechselkrankheiten, wie z.B. Diabetes
oder denken Sie an die hoch professionelle Ernährung Schwerstkranken
auf der Intensivstation, und vieles mehr.
Vorsicht ist geboten, wenn Essen krank macht. In unserer Konsumgesellschaft
scheint das Schlaraffenland Wirklichkeit geworden zu sein. Schokolade, Zucker,
Butter, Fleisch sind nicht allein Wohlhabenden oder der Festtagsküche
vorbehalten. Die Schattenseiten des Überflusses sind bekannt. Sie wissen,
dass die sogenannten Zivilisationskrankheiten - Übergewicht, hoher Blutdruck,
Arteriosklerose, Diabetes - vor allem ernährungsbedingt sind.
Sich Gedanken über seine Ernährung zu machen, sich "bewusst"
zu ernähren, ist zwingend notwendig, und dies konsequent in praktisches
Verhalten umzusetzen ist eine wichtige Investition in die eigene Gesundheit.
Ein Paradebeispiel neuzeitlicher Ernährung nennt sich "Funktional
Food" - die "Nahrung mit dem gesundheitlichen Zusatznutzen."
Der allerdings ist bisher nicht immer dokumentiert.
Bekanntlich steigern auch Sportler ihre Leistungsfähigkeit mit nicht
selten geheimen, raffinierten "Rezepten". Bewegung ist zwar gesund,
aber vergessen Sie dabei nicht, dass wir nicht nur zum Sporttreiben Energie
benötigen. Denken Sie daran, dass wir zwanzig Prozent des gesamten Energieumsatzes
für das DENKEN unter Ruhebedingungen brauchen. Ein weiteres Viertel fließt
übrigens in die Verdauung. Diese vielfältigen Funktionen werden
vom Gehirn überwacht und koordiniert - gut wenn wir unserem Gehirn ausreichend
Nahrung geben!
Die Tatsache, dass wir uns Gedanken über die Feinheiten der Zusammenstellung
und Auswahl unserer Nahrungsmittel machen, darf nicht vergessen machen, dass
ein taugliches Mittel gegen den Hunger in der Welt bis heute nicht gefunden
ist. Die Versorgung nicht einmal mit den nötigsten Nahrungsmitteln und
- nicht zu vergessen- Wasser ist für einen großen Teil der Menschheit
nicht gewährleistet.
Die unsinnigsten "modernen" Diäten", aber auch "wissenschaftlich
fundierten Erkenntnisse" entbehren nicht selten einer gewissen Magie.
Wichtig zu wissen ist: Gesunde Ernährung ist wertvoll für Ihre Gesundheit.
Das gilt für die "Mittelmeer - Kost" - die ist ausgewogen und
abwechslungsreich, gesund und zeitgemäß. Wer Fisch isst, bleibt
fit wie die Eskimos.
Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht Ihnen
Ihr Wolfgang Woynar
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Warum ist Fisch eigentlich so gesund?
Grönland Eskimos oder Inselbewohner erleiden seltener einen Herzinfarkt
als Europäer. Ein Grund: bei uns kommt Fisch zu selten auf den Tisch.
Diese Tatsache hat das Interesse zahlreicher Forscher geweckt. Mehrere tausend
Publikationen zum Thema "Fisch und Gesundheit" sind publiziert worden.
Ergebnis: immer wieder wurden die günstigen Auswirkungen regelmäßigen
Fischkonsums auf das Herz-Kreislauf-System betont. Sie fragen, woran das liegt?
Die Antwort lautet: die Funktion der Zellmembranen wird verbessert. Durch
den häufigen Verzehr von Fisch - insbesondere fettem Fisch - werden beträchtliche
Mengen sogenannter mariner Omega-3-Fettsäuren aufgenommen, speziell die
Eicosapentaen-Säure (EPA) und die Docosahexaen-Säure (DHA). Der
Einbau dieser Fettsäuren in die Zellmembranen scheint gut für das
Herz-Kreislauf-System zu sein. Deren Funktion wird dadurch optimiert. Verschiedene
Abbauprodukte von EPA und DHA mildern zudem Entzündungsreaktionen, hemmen
die Verklumpung der Blutplättchen, wirken sich günstig auf die Verteilung
der Blutfette aus und können sogar gefährlichen Herzrhythmusstörungen
im Rahmen eines Herzinfarktes entgegenwirken. Omega-3-Fettsäuren finden
sich vornehmlich in Kaltwasserfischen wie beispielsweise Lachs oder Hering.
Der regelmäßige Genuss von Fisch wird heute wohl zu Recht empfohlen.
Fetter Meerfisch scheint das kardiovaskuläre Risiko in größerem
Ausmaß zu senken als "magerer" Fisch. Doch auch fettarme Fischsorten
wie Kabeljau oder Schellfisch werten die Ernährung auf. Für unseren
Speiseplan heißt das: Fisch ist besser als kein Fisch!
Ihr Wolfgang Woynar.
FA Allgemeinmedizin - Sportmedizin
20 Essensregeln für Übergewichtige
• Ich verteile meine täglich Nahrungsmenge auf sechs Mahlzeiten
(3 Haupt- und 3 Zwischenmalzeiten).
• Ich verteile meine Mahlzeiten so, dass ich alle 2 - 2 ½ Stunden
etwas essen kann.
• Ich suche je Lebensbereich einen festen Essplatz. Ich darf nur noch
hier essen.
• Ich orientiere mich an ca. 1500 Kalorien in den ersten Wochen des
Trainings.
• Ich esse, wenn möglich, alleine.
• Ich löse alle Nahrungsmittel- und Genussmitteldepots in meiner
Wohnung auf. Ich bewahre alle Lebensmittel nur noch an einem Ort auf!
• Ich unterlasse beim Essen alle Nebentätigkeiten, z.B. Radiohören,
Zeitung lesen.
• Ich kaue 15mal. Ich nehme den nächsten Bissen erst dann auf mein
Besteck, wenn ich den vorigen heruntergeschluckt habe.
• Ich esse nur zu den festgelegten Mahlzeiten.
• Ich verbanne das Salzfass vom Tisch.
• Ich kaufe nur Nahrungsmittel ein, die vor dem Verzehr zubereitet werden
müssen.
• Ich kaufe nie hungrig ein. Ich erstelle eine Einkaufsliste und kaufe
sonst nichts.
• Ich überlege mir vor jeder Mahlzeit genau, was und wie viel ich
essen will. Ich darf während und nach der Mahlzeit nichts nachnehmen.
• Ich spare vor Einladungen ca. 500 Kalorien ein.
• Ich lasse in Kantinen und Restaurants einen "Anstandsrest"
auf dem Teller.
• Ich esse bei Einladungen besonders langsam: kleine Bissen, häufige
Pausen, besonders langsam kauen.
• Ich entspanne mich vor dem Essen. Ich esse nie, wenn ich unter Zeitdruck
stehe.
• Ich richte alle Speisen appetitlich auf möglichst kleinen Tellern
an, so dass es "nach mehr" aussieht.
• Ich räume nach dem Essen Reste und Geschirr sofort weg.
• Ich bitte meine Familienangehörigen und Freunde um Unterstützung.
Wolfgang Woynar
