Frauengesundheit

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

manchmal genügt eine geringe Änderung des Blickwinkels, um ein Problem in ganz anderem Licht wahrzunehmen. Rigide Denkgewohnheiten ("Tunneleffekt") zum Beispiel führen häufig dazu, dass wir nur eine Möglichkeit zu handeln sehen, nämlich meistens die, die bisher auch immer erfolglos war. Diese Erkenntnis gilt für den Bereich Gesundheit ebenso wie für Beruf und Privatleben.
Zugegeben: die Erfolge der kurativen Medizin mit imponierenden Geräten, genialen Operation- und Rekonstruktionsmöglichkeiten sind überwältigend. Chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Krebsleiden aber bleiben auch weiterhin die häufigsten Todesursachen in den modernen Industrienationen. Und ein weiteres Problem bleibt nach wie vor ungelöst: Vorsorgeuntersuchungen werden von Frauen - und Männern! - zu selten nachgefragt!

Vorsorge heißt "einer Sache zuvorkommen" (Prävention). Auf der Grundlage der Kenntnis der individuellen Lebens-, Genuss- und Essgewohnheiten muss jeder einzelne von uns das Bewusstsein für deren Auswirkungen auf "seine" spezifischen Krankheitsrisiken entwickeln. Gegebenenfalls muss die Einsicht erwachsen, diese Risiken durch verändertes Verhalten korrigieren zu wollen.

Das meine ich, wenn ich in regelmäßigen Abständen immer wieder IHRE aktive Vorsorge und Fürsorge von Frau, Mann und Kind einfordere.

Bewegung und Ernährung, aber auch Stressbewältigung und Hormone sind und bleiben die vier Säulen unserer Gesundheit. Deren gesundheitserhaltender und -förderliche Effekt ist evident und liegt allein in IHRER eigenen Verantwortung. Lassen Sie sich vom Arzt Ihres Vertrauens beraten.

Nachfolgend einige sehr unterschiedliche Beispiele aus der Praxis:
Frauen mit Wechseljahrbeschwerden haben oft eine Abwehrhaltung "gegen Hormone".
Das Gefühl, Gynäkologen wollten ihnen sofort eine Hormontherapie aufdrängen, ist weitverbreitet. Bei leichteren Wechseljahrbeschwerden ohne zugleich bestehende Osteoporose kann durchaus ein pflanzliches, vegetatives Regulans angebracht sein. Die Akzeptanz ist hoch, das Beschwerdebild bessert sich meist zufriedenstellend.
Oft bleiben die "heiklen" Tage vor den Tagen unbehandelt. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) ist noch immer für viele Frauen eine oft verschwiegene, massive Beeinträchtigung ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Das Spektrum der therapeutischen Intervention kann von relativ einfacher Verhaltensänderung - Zufuhr von Salz, Koffein, Nikotin und Alkohol reduzieren sowie ausreichend körperlicher Bewegung - bis zur medikamentösen Unterstützung gehen.

Ein anderes Beispiel: Die Pille schützt bekanntlich vor ungewollten Schwangerschaften.
Darüber hinaus hat sie viele weitere erwünschte Wirkungen.

Grundlegende Kenntnisse von Hormonen sind hilfreich für Patientinnen und deren Arzt.
Denn Hormone regieren unser Leben. Wenig bekannt ist zum Beispiel, dass es in Zeiträumen größerer hormoneller Schwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause) gehäuft zu Entzündungen im Zahn- und Mundbereich kommt.
Einig sind sich die Wissenschaftler auf der ganzen Welt:
Jährliche Untersuchungen auf Gebärmutterkrebs, Darmkrebs und Brustkrebs werden dringend empfohlen. Ab dem 40. Lebensjahr zusätzlich eine Mammographie.
Früherkennung wäre der richtige Schlüssel - aber (fast) keiner geht hin. Die Erfahrung aber lehrt: Vorsorge lohnt sich!

Leitlinien für Brustkrebs - Screening

• Ab dem 18. Lebensjahr: regelmäßige monatliche Selbstuntersuchung der Brust nach der Menstruation und jährliche gynäkologische Untersuchung.
• Ab dem 40. Lebensjahr (ohne obere Altersgrenze): zusätzlich jährlich eine Mammographie.

Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Woynar


Frauengesundheit

Hormone regieren unser Leben
Hormone sind chemische Botenstoffe, gleichsam die e-mails des Körpers. Sie kurbeln Herzschlag und Kreislauf an. Sie steuern die Verdauung ebenso wie die Stimmungen, das Schlaf- und Liebesbedürfnis. Sie sind Teil eines Ganzen. Das Geheimnis liegt in dem ausgewogenen Gleichgewicht ihrer Kräfte, periodisch wie Ebbe und Flut.
Das Eierstockshormon Östrogen beeinflusst körperliche und seelische Veränderungen deutlich mit Beginn der Pubertät, der Aufnahme der Eireifung. Mit der ersten Monatsblutung, der Menarche, beginnen schließlich die sogenannten "fruchtbaren" Jahre. Von nun an ist ihr Leben durch den periodisch immer wiederkehrenden Menstruationszyklus geprägt. Erst am Beginn der Wechseljahre, wenn der Körper die Östrogen - Produktion langsam und allmählich zurückfährt und durch die allmähliche natürliche Erschöpfung der Eierstöcke die monatlichen Blutungen ausbleiben, klingt auch das rhythmische auf und ab der Hormone endgültig ab.

Monat für Monat gibt der Hypothalamus, der große Koordinator im Zwischenhirn, das Startsignal für die Hirnanhangdrüse, die Hypophyse, ihrerseits fleißig neben anderen, wie dem Schilddrüsen - stimulierenden - Hormon, das Follikel-stimulierende Hormon, kurz FSH genannt, zu produzieren. Dieses konzentriert seine ganze Kraft auf die Eierstöcke (Ovarien) und bewirkt so, dass in einem der beiden Eierstöcke, im sogenannten Eibläschen, dem Follikel, langsam eine Eizelle heranreift. Der Follikel bildet das wichtigste weibliche Geschlechtshormon überhaupt: das Östrogen. Dieses sorgt in dieser ersten Zyklushälfte dafür, das die Regelblutung zum Stillstand kommt und in der Gebärmutter eine neue, möglichst dicke Schleimhaut, das Nest für das Ei, aufgebaut wird. Ist die Eizelle nach gut zwei Wochen soweit herangereift, dass sie befruchtungsfähig ist, "springt" sie heraus in den Eileiter. Die zweite Zyklushälfte beginnt.

Nach diesem Eisprung, der Ovulation, wandert die Eizelle in Richtung Gebärmutter, während die leere Hülle im Eierstock zurückbleibt und gelbe Farbpartikelchen einlagert. Es entsteht der Gelbkörper (Corpus luteum), der in der zweiten Zyklushälfte zusätzlich zum Östrogenspiegel das Hormon Progesteron bildet. Dieses Hormon, das auch als "Schwangerschafts-Schutzhormon" bezeichnet wird, lockert nun die vom Östrogen aufgebauten Schleimhaut in der Gebärmutter so auf, dass eine befruchtete Eizelle sich darin gut einnisten könnte. Es wäre somit alles für eine Schwangerschaft vorbereitet.

Ist die reife Eizelle auf ihrer Wanderschaft durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter jedoch nicht von einem Samenfaden befruchtet worden, nimmt die Produktion von Progesteron ab. Der Gelbkörper bildet sich zurück - bei einer Schwangerschaft würde er fortbestehen. In dem Augenblick, wo der Blutspiegel des Gelbkörperhormons, das die Schleimhaut in der Gebärmutter erhält, unter einen gewissen Punkt absinkt, wird die Schleimhaut abgestoßen. Es kommt zur hormonellen Entzugsblutung oder auch Monatsblutung, zur Menstruation. Durch den absinkenden Hormonspiegel im Blut wird aber auch der Hypothalamus, der große Koordinator, auf diesen "Mangel" aufmerksam. Sofort gibt er der Hypophyse das Signal zur erneuten Produktion von FSH. Einer neuer Zyklus, eine neue Eireifung beginnt.

Im Regelkreis der weiblichen Geschlechtshormone kommt es also immer darauf an, dass jeder einzelne "Bote" mit seinen Informationen und Impulsen genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle ist. Ist das aus irgendeinem Grund nicht der Fall, gerät das ganze sensibel ausgewogene System durcheinander. Ein wesentlicher Störenfried ist der Stress.

Bei anhaltendem Stress stellen sich schon bei jungen Frauen die typischen Zyklusbeschwerden mit Folgen wie Brustschmerzen oder Zysten in Brust und Eierstock mit zyklusab- oder unabhängigen Unterleibsschmerzen ein. Zwischenblutungen stellen sich ein, Akne, schlechte Haut und Laune begleiten sie. Zyklusstörungen können zur Verdichtung, zu Knoten in der Gebärmutter oder des Brustdrüsengewebes führen, nachfolgend auch zum Brustkrebs unter einseitiger hormoneller Belastung. Schleimhautgewebe in und an der Gebärmutter kann bösartig erkranken, die Knochendichte nachlassen: Frauen erkranken frühzeitig an Osteoporose, an Knochendichteverlust. Die Harninkontinenz, der unfreiwillige Urinabgang, durch die Erschlaffung des Beckenbodens, das Überwicht wie der Verlust der sexuellen Aktivität, die Depression sind weitere in diesem Zusammenhang zu nennende Erkrankungen neben Fettstoffwechselstörungen und Herz- und Kreislaufproblemen.

Was tun?
Nicht erst bei Störungen sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, sondern gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Früherkennung heißt, oftmals die Krankheit schon in einem Anfangsstadium zu erkennen, und somit den Krankheitsverlauf mit frühem Beginn der Therapie noch günstig beeinflussen zu können. Vorrangig kommen hier zum Tragen die gründliche ärztliche Krebsvorsorgeuntersuchung, die monatliche Selbstuntersuchung der Brust und ab 40 Jahren die Mammographie.

Die gynäkologische Tastuntersuchung zum Ausschluss eines Krebses an den Eierstöcken oder der Gebärmutter ist oftmals schwierig zu beurteilen, hängt sie doch auch von Größe und Gewicht und Untersuchungsverhalten der Patientin ab. Beurteilt wird die Größe und Beweglichkeit der inneren Genitalorgane. Unsichere Befunde müssen weiter abgeklärt werden. Nicht alle bösartigen Krankheiten wie beispielsweise der Eierstockskrebs können immer frühzeitig entdeckt werden, insbesondere wenn dieser ein rasantes Wachstum innerhalb von Wochen und Monaten zeigt.

Im Gegensatz zum Eierstockskrebs ist der Krebs des Gebärmutterhalses aufgrund der guten Zugänglichkeit sehr gut bereits in seinen Vorstufen erkennbar und - wenn notwendig behandelbar.

Abschließend ein Wort zum Darmkrebs: Die Erkrankungshäufigkeit steigt um das 50. Lebensjahr rapide an. Deshalb sollte jeder die vom Gesetzgeber vorgesehene jährliche Darmkrebsvorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die jährliche Darmkrebsvorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr.
Was wird untersucht?
Neben einer genauen Anamnese mit Abklärung eventuell vorliegender Risikofaktoren wird eine Tastuntersuchung (Palpation) des End- und Mastdarms durchgeführt. Außerdem gehört ein Hämocult-Test zur Früherkennung, der kleinste, für das Auge nicht sichtbare Mengen Blut im Stuhl sichtbar macht. Jedes positive Testergebnis erfordert die weitere Abklärung mittels Darmspiegelung. Verschiedene Studien haben allerdings gezeigt, dass sich nur 1 % der gesunden Bevölkerung freiwillig einer solchen tabubesetzten Untersuchung wie der Koloskopie unterziehen würde.

Entertainer Harald Schmidt hat zur Vorsorge jedenfalls eine klare Haltung. Er meint: "Alle zwei Jahre sage ich JA zur Darmspiegelung. Ich gönn mir ja sonst nichts."

Ihr Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin - Sportmedizin


Frauengesundheit

Liebe Leserinnen und Leser,

Die "Pille" - das Verhütungsmittel Nr. 1 - hat 40. Geburtstag. 1961 wurde die Vision einer zugleich sicheren und reversiblen Verhütung Wirklichkeit. Die Schering AG führte mit Anovular das erste orale Kontrazeptivum in der Bundesrepublik Deutschland ein. Den Frauen brachte die Pille ein Stück persönliche Befreiung. Es ist kein Problem mehr, keine Kinder zu bekommen. Muss-Ehen müssen nicht mehr sein. Das "Weiberschicksal" - früher die Bezeichnung für eine Frau, die ein uneheliches Kind bekam - gehört der Vergangenheit an. Heutzutage ist die Pille nicht mehr revolutionär, sondern ein Stück Normalität: etwa 37 Prozent der Frauen zwischen 14 und 44 Jahren verhüten mit der Pille. Weltweit nehmen 60 bis 80 Millionen Frauen die Pille ein.
Das Prinzip der hormonellen Kontrazeption ist denkbar einfach. Die Hormone der Pille, die den natürlichen Östrogenen und Gestagenen stark ähneln, täuschen dem Organismus eine Schwangerschaft vor. Die Pille gaukelt der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) vor, die Frau ist schon schwanger, mit der Konsequenz: sie stimuliert die Eierstöcke nicht mit FSH und LH. Daraufhin folgt Ruhe in den Produktionsstätten: die Follikelreifung an den Eierstöcken wird gehemmt, ebenso der Aufbau der Schleimhaut am Endometrium.

Wichtig zu wissen: Hypophyse und Eierstöcke nehmen ihren monatlichen Arbeitstakt wieder auf, sobald die Blockade wegfällt. Das gilt für das Ende einer Schwangerschaft ebenso wie für den Fall, dass die Frau die Pille absetzt - sogar nach zwanzig Jahren.

Aber die Pille unterdrückt nicht nur den Eisprung, sondern sie entfaltet noch weitere Zusatzwirkungen, die eine Schwangerschaft selbst dann verhindert, falls dennoch eine Ovulation stattfindet. So wandelt Pillenhormon "Gestagen" den Schleim am Muttermund in der Zyklusmitte in eine zähe, für Spermien undurchdringliche Barriere um. Auch die Gebärmutterschleimhaut wird derart verändert, dass sie weder ein befruchtetes Ei aufnehmen noch ernähren kann. Gestagen hemmt also nicht nur die Ovulation, sondern wirkt außerdem auf Gebärmutter und Zervixschleim. Gestagen allein reicht also für die Kontrazeption völlig aus. Einziger Nachteil: es kommt zu unregelmäßigen Zyklen mit Schmierblutungen, weil bei alleiniger Einnahmen von Gestagen sich kein stabiler Menstruationsrhythmus ausbildet.
Das ist der Grund für Kombinationspräparate: das zusätzliche Östrogen stabilisiert einen regelmäßigen Zyklus.

Um den monatlichen Zyklus beizubehalten, sieht das übliche Einnahmeschema der meisten Präparate eine siebentägige Pause vor. Hierdurch wird das periodische Absinken der natürlichen Östrogene und Gestagene nachgeahmt. Zu dieser Zeit wird die in den vorangegangenen drei Wochen aufgebaute Gebärmutterschleimhaut "entsorgt".

Die Pille hat viele günstige Nebeneffekte. Sie kann viel mehr als, als zuverlässig Schwangerschaften verhüten. Bei Einnahme eines Östrogen-Gestagen Präparates werden Zyklusstörungen behoben. Wichtig: die Blutungen werden schwächer und dadurch werden die Eisenreserven geschont. Die Menstruationszyklen werden regelmäßiger, schmerzhafte Monatsblutungen gelindert.
Die Häufigkeit von Eierstock- und Gebärmutterkarzinomen geht zurück, ebenso Eileiterschwangerschaften und Eileiterentzündungen. Auch Akne und fettiges Haar bessern sich. Depressive Verstimmungen hellen auf. Dank Pille (zumeist) kein Problem!

Für Ihre Gesundheit alles Gute, Ihr Wolfgang Woynar.
Arzt für Allgemeinmedizin - Sportmedizin - Diplom-Psychologe


Männergesundheit - 2. Teil

Liebe Leserinnen und Leser,

Männer erleben - wie Frauen - eine altersabhängige Veränderung von körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Symptome wie nachlassendes Gedächtnis, verminderte Konzentration, zunehmende Nervosität, Depressivität, Schlafstörungen, Attacken von unmotivierten Schweißausbrüchen, Knochen-, Muskel- und Gelenkbeschwerden und eine Reduktion der Muskelmasse sind bekannte Erscheinungen.
Dieses fordert Diskussionen unter anderem über die Indikation zur Hormonsubstitution beim Mann, die bei Frauen seit 30 Jahren mit Erfolg zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt wird.
Zurzeit laufen Versuche, alle fachübergreifenden Gesichtspunkte der ärztlichen Betreuung älterer Männer praxisnah herauszuarbeiten, um Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Eine kritische Bestandsaufnahme ist notwendig und überfällig.
"Life Style -Medizin" kann seriöse wissenschaftlich fundierte Medizin, die zurzeit noch keine fertigen Konzepte bieten kann, nicht ersetzen. Ziel muss es sein, für den Mann in der zweiten Lebenshälfte medizinische Strategien zu erarbeiten, damit MANN in Würde geistig und körperlich mobil alt werden kann.

Prävention ist keineswegs gleichzusetzen mit Hormonsubstitution. Prävention besteht in erster Linie in der Kenntnis der eigenen Lebens-, Genuss- und Essgewohnheiten und deren Auswirkungen auf Krankheitsrisiken sowie gegebenenfalls der Erkenntnis, diese zu korrigieren. MANN spielt also insofern eine aktive Rolle, als er ein Verhalten entwickelt, das seine Gesundheit bewahrt.

Dabei soll der neue "Männerarzt" in seiner Spezial-Sprechstunde in der Praxis helfen - ein neuer Gedankenansatz in Richtung Emanzipation. Die öffentliche Diskussion zum Thema Männergesundheit ist mir wichtig: Wechseljahre des Mannes - gibt es die? Warum nehmen Männer so jämmerlich wenig an Vorsorgeuntersuchungen teil? Nutzen wir die pädagogische Erkenntnis genügend, dass MANN am besten über das Hinterfragen seiner Leistungsfähigkeit zu motivieren ist - oder auf dem Umweg über FRAU. Dabei geht es um Erhalt der Gesundheit und Vermeiden von Krankheit!

In diesem Sinne wünscht Ihnen für Ihre Gesundheit alles Gute, IHR Wolfgang Woynar


Männergesundheit

Liebe Leserinnen und Leser,

der Arzt nur für den Mann, ist das ein neuer Gedankenansatz in Richtung Emanzipation? Verbessert die Idee vom "Männerarzt" die Gesundheit der Männer oder ist das ein Werbegag im Kampf der Interessen und damit Marketingstrategien ärztlicher Fachgruppen?
Das Recht des Patienten auf freie Arztwahl hat für Ärztegruppen die Konsequenz, neben der Kernkompetenz natürlich auch Selbstdarstellung nach innen (Management) und nach außen (Marketing) zu betreiben. Der Frauenarzt, zunächst begrenzt auf die weiblichen Geschlechtsorgane, mutiert zum "Hausarzt für die Frau". Der Wettstreit um die andere Hälfte der Menschheit macht erfinderisch: "Der Frauenarzt ist der Facharzt für Männer" lautet das Marketingkonzept von Endokrinologen in Großstädten von Hamburg bis München.

Urologen versuchen es nun mit dem Slogan: "Fit und potent bis ins hohe Alter". Unterstützt durch die Diskussion um die "lifestyle" - Pille liegt ihnen daran, klarzumachen, dass sie die - richtigen - "Hausärzte für den Mann" sind. Was aber, fragt der interessierte Laie, wenn Herz, Lunge, Magen und / oder Diabetes, Rheuma plagen? Oder ein nächtlicher Hausbesuch wegen einer Nierenkolik notwendig wird? Wer ist dann zuständig? Ein Hausarzt alter Prägung!

Sei's drum: Das Image des "guten, alten Hausarztes" wird von allen bemüht!
Wichtiger scheint mir die öffentliche Diskussion um Männerkrankheiten zu sein. - Wechseljahre des Mannes - gibt es die? Was eigentlich versteht man darunter? - Warum nehmen Männer so jämmerlich wenig an Vorsorgeuntersuchungen teil? Wie kann man die pädagogische Erkenntnis: "Der Weg zum Herzen des Mannes führt über seine Frau" besser für Früherkennung und Vorsorge nutzen?
Männerkrankheiten sind wieder im Gespräch. Denn nicht nur bei Frauen führen hormonelle Veränderungen zu typischen Beschwerden. Auch bei Männern nimmt der Testosteronspiegel im Alter ab. Als typische Symptome des Hormonmangels gelten Abnahme der Libido, Muskelkraft und Vitalität.
Aber auch zunehmender Haarausfall trifft jeden zweiten Mann über vierzig: zunächst Geheimratsecken, dann eine Tonsur, die sich zum hufeisenförmigen Haarkranz ausbildet bis zur Vollglatze. Dagegen gibt's ein neues Präparat auf Privatrezept!

Knapp 20 Prozent der Männer zwischen 30 und 70 Jahren leidet an der erektilen Dysfunktion wie Ärzte die Impotenz nennen. Auch dagegen gibt es ein Medikament auf Privatrezept. Zwei neue Präparate haben für viel Wirbel gesorgt und beide Erkrankungen in die Schlagzeilen gebracht.
Jede Krankheit hat ihren Altersschwerpunkt. Jeder Mann sollte wissen, in welchem Alter welche Funktionsstörungen typischerweise Probleme bereiten können und wie Sie diesen zuvorkommen. Und zwar von A wie Akne bis Z wie Zeugungsfähigkeit. So wächst die Chance, dass Sie gesund bleiben, weiterhin Sport treiben und ein erfülltes Liebesleben haben können.

Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar


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