
Liebe Leserinnen und Leser,
Gesundheitspolitik bleibt auch 2003 spannend.
Gesundheit ist ein teueres Gut - auch wirtschaftlich!
Ohne Gesundheit ist alles nichts. Auch deshalb ist sie von hohem wirtschaftlichem
Interesse.
Die „Reformen“ der letzten Jahrzehnte haben die „Gesundheit“ ganz offensichtlich nicht reformiert. Das ganze System droht sich aufzuhängen.
Über 90 Prozent der Bürger haben nahezu freien Zugang zu allen medizinischen Errungenschaften. Nach § 70 SGB V muss die Versorgung der Versicherten lediglich „ausreichend, zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich“ sein.
Wir Ärzte stehen tagtäglich im Spannungsfeld von Patient und Politik.
Politik und Kassen sehen im Arzt vorrangig einen Kostenfaktor.
Für Sie als Patient dagegen ist die Beziehung zu „Ihrem“
Arzt eher emotional.
Gesundheitspolitik ist zugleich Gesellschaftspolitik und Wirtschaftspolitik. Das sind zwei Seiten einer Medaille.
Gesundheitspolitik heute ist der Versuch, den „Markt für medizinische Dienstleistungen“ grundlegend volkswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich zu regulieren. Das hat eine dreißigjährige Geschichte: zuerst wurde der Begriff „Leistungsexplosion“ kreiert. Dem Schlagwort der „Kostenexplosion“ folgte der Ruf nach „Kostendämpfung“.
Der Paradigmenwandel besteht nun darin, dass nicht der „medizinische Fortschritt“, sondern die „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ im Zentrum der Überlegungen stehen. Die sogenannte „Gesundheitsexperten“ sind nicht Fachleute für Gesundheit, sie sind Experten für Gesundheitsökonomie. Diese Ökonomie ist gewöhnungsbedürftig für Patienten, Ärzteschaft und das gesamte medizinische Umfeld.
Ärzte sind in Gefahr, sich primär als Instrument der Gesundheitspolitik zu verstehen – gerade weil sie es auch sind. Dennoch müssen Ärzte begreifen, sich als Anwälte des Einzelnen gegenüber den Ansprüchen der Gesellschaft zu verstehen. Zugleich darf „Spezialisierung“ nicht gleichbedeutend sein mit Flucht aus der Verantwortung für das Ganze.
Der Markt der medizinischen Dienstleistungen ist ein Markt der Widersprüche.
„Heilige Kühe“ müssen geschlachtet werden. Zum Beispiel
können nicht bei gedeckeltem Finanzbudget Leistungen hoher Qualität
unbegrenzt versprochen und eingefordert werden.
Das bundesdeutsche Gesundheitssystem trägt seit langem Züge von
Planwirtschaft. Ein langer Weg in die „verwaltete Medizin“ ist
absehbar. Die Folgen:
* Ärzte können im Bereich der GKV im Rahmen ihrer bisherigen Therapiefreiheit
nicht mehr weitgehend ohne Rücksicht auf die Kosten das machen, was Berufsethos,
der Stand von Forschung und Technik, der eigene Wissensstand und Praxis- oder
Klinikausrüstung hergeben. Einschränkungen dürfen aber sind
nur dort erlaubt sein, wo sie medizinisch vertretbar sind.
* Die versicherten Patienten werden nicht mehr ohne zusätzlichen eigenen
finanziellen Anteil die Maximalversorgung von Arzt und Krankenkasse einfordern
können. So sehr sie sich auch durch ihre Pflichtbeiträge dazu berechtigt
fühlen.
* Die Krankenkassen als Kostenträger können ständig steigende
Ausgaben nicht mehr relativ problemlos hälftig auf Versicherte und deren
Arbeitgeber abwälzen.
Alle am Gesundheitswesen beteiligten Gruppen tragen eine Gesamtverantwortung
für eben dieses System.
In einem solidarisch finanzierten Gesundheitswesen muss der (Kosten-) Aufwand
in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzengewinn für die Gesundheit
aller seiner Bürger stehen.
Unsere Gesellschaft muss sich entscheiden: Wie viel Arzt braucht der Mensch?
Welche GESUNDHEIT wollen wir? Zu welchem Preis?
In der Gesundheitspolitik wird Ratlosigkeit oft mit Geduld verwechselt.
Ein Beispiel: „Bitte stellen sie sich ein riesiges Hochhaus vor.“
Viele Parteien wohnen darin, alle zahlen pauschal Beiträge für Nebenkosten
in einen gemeinsamen Topf. Unabhängig vom individuellen Verbrauch: Singles,
Ehepaare und kinderreiche Familien. Die einen sparen, andere dagegen sind
verschwenderisch. Die Abgaben erhöhen sich stetig. Die Folge sind quälende
Diskussionen: „Ihr duscht stundenlang“, „Ihr könntet
nachts das Licht ausschalten“. „Ich bin Single, ihr seid 5 Personen“,
„Ihr habt ständig Mitbewohner“, „Die Preise sind zu
hoch“ etc. Die allgemeine Unzufriedenheit steigt. Tenor: das alles ist
„ungerecht, unsozial!“
Sie ahnen es: Unser Sozialsystem ist vergleichbar mit diesem riesigen Mehrfamilienhaus. Unser Gesundheitswesen ist ein Haushalt, in dem alle gut essen möchten, aber niemand Geschirr spülen will.
2003 ein Jahr der Wahrheit – ohne Narkose!
… für Ihre Gesundheit alles Gute!
wünscht Ihr Wolfgang Woynar
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Gesund leben - Hinweise für eine gesunde Lebensführung
Unsere Welt verändert sich spürbar. Manche der Ereignisse des zu
Ende gehenden Jahres 2002 haben bleibende Spuren hinterlassen. In unserem
Erleben und Verhalten. Wie steht es mit Ihnen?
Die Jahreszeit, der Jahreswechsel: Zeit und Anlass zum Bilanzieren.
Zeit für gute Vorsätze, auch Zeit für Ratschläge. Zugegeben,
mancher Rat ist wenig hilfreich, weil unerbeten. Manch einer aber fällt
auf fruchtbaren Boden. Über gesunde Lebensweise berichtet das GESUNDHEITS-FORUM
seit Jahren regelmäßig jeden letzten Mittwoch im Monat.
Vielleicht haben Sie Lust, einmal kurz inne zu halten und darüber nachzudenken?
: Wie sieht mein persönliches „Zukunftsszenario“ aus? Bin
ich zufrieden mit meiner Situation? – Beruflich und privat? Wenn „JA“:
OK, wenn „NEIN“: Warum ändere ich es nicht? Ein jeder will
alles ändern – nur nicht sich selbst. Daran sind Revolutionen gescheitert.
Ein paar Dinge sind mir dazu eingefallen.
Hören Sie gut zu im nächsten Jahr. Ein Problem ist halb gelöst,
wenn es klar formuliert ist. Haben Sie Geduld, und nehmen Sie sich Zeit für
das, was Ihnen wichtig ist. Machen Sie sich zum Beispiel abends eine Liste
der Dinge, die Sie am nächsten Tag erledigen wollen. Planen Sie nicht
mehr ein, als Sie bewältigen können. Bleiben Sie dabei selbstkritisch
und lernen Sie aus Ihren Fehlern. Denn ein und denselben Fehler mehr als einmal
zu machen ist schlicht Dummheit. Sie wissen nicht immer alles besser.
Bescheidenheit bringt oft weiter als Eitelkeit. Doch bleiben Sie beharrlich
am Ball, kämpfen Sie, wo es wirklich wichtig ist, und geben Sie dann
aber nicht zu schnell auf. Verstellen Sie sich nicht, bleiben Sie sich selbst
treu. Halten Sie Versprechen.
Bleiben Sie fair. Kontern Sie Fouls mit „fair – play“. Diskutieren
Sie ruhig und hart, aber halten Sie sich immer an getroffene Vereinbarungen.
Entscheiden Sie mit Bedacht, aber entscheiden Sie! Reden ist kein Ersatz für
Handeln. Ärgern Sie sich weniger! Fragen Sie sich lieber, was Sie das
nächste Mal besser machen können.
Stellen Sie die Ursachen Ihres Ärgers, z.B. „Zeitdiebe und Nervenräuber“,
ab. Und schieben Sie nie die Schuld auf andere. Lehnen Sie Feigheit ab. Feigheit
ist meist die Schwester der Frechheit. Stellen Sie sich den Problemen, anstatt
davonzulaufen. Versuchen Sie nicht immer wieder, Ihre Unzulänglichkeiten
zu Tugenden umzumünzen.
Lernen Sie, sich ab und zu auch mal zu entschuldigen. Lassen Sie Fehler zu.
Bedanken Sie sich bei denen, die Ihnen geholfen haben. Sagen Sie häufiger
„NEIN“, und setzen die freigewordene Energie für Dinge ein,
von denen Sie wirklich überzeugt sind. Loben Sie öfter. Nehmen Sie
gelegentlich Menschen, die Ihnen nahe stehen, in den Arm - Freunde, Bekannte,
Mitarbeiter. Strahlen Sie Sicherheit und Wärme aus! Gönnen Sie anderen
Ihren Erfolg. Neid wirkt ätzend – am meisten für Sie selbst.
Helfen Sie anderen. Geben Sie gelegentlich, ohne gleich eine Gegenleistung
zu erwarten. Engagieren Sie sich, statt über Dinge zu lamentieren.
In der Politik, in Ihrer Stadt, in Ihrer näheren Umgebung. Danken Sie
hin und wieder „Ihrem“ Allmächtigen dafür, dass es Ihnen
gut geht. Grüßen Sie wieder alle Nachbarn.
Wie oft lachen Sie bei der Arbeit, zuhause? Lachen Sie häufiger! - Auch
über sich selbst . Tun Sie es öfter – für sich und die
anderen. Entwaffnen Sie Aggressivität durch Freundlichkeit. Machen Sie
beim Autofahren mal wieder Platz, wenn einer sich einreihen will.
Halten Sie einmal am Tag für fünf Minuten inne und entspannen Sie.
Denken Sie darüber nach, was Sie schon immer mal tun wollten. Fangen
Sie ganz einfach damit an!
Kennen Sie den Begriff „Zeitqualität“? Es ist die wirklich
gut und sinnvoll genutzte Zeit. Gerade dann, wenn wenig Zeit für das
Privatleben bleibt, muss diese verbleibende Zeit gut genutzt werden.
Gehen Sie mit Ihrer Zeit nicht verschwenderisch um. „Zeit ist Geld“,
diese Redensart ist Ihnen geläufig. Geld lässt niemand so fahrlässig
dahin fließen wie Zeit.
Reden Sie lieber mal wieder intensiv mit Ihren Kindern, mit Ihrer Frau/ Ihrem
Mann. Lesen Sie ein gutes Buch.
„Für Ihre Gesundheit alles Gute!“
wünscht IHNEN auch im Jahr 2003
Ihr Wolfgang Woynar
www.hausarzt-bremerhaven.de
www.gesundheitsforum-bremerhaven.de
Gesund und erfolgreich ins Jahr 2003:
Erfolg – beruflich und privat – hängt von Qualifikation und
Fleiß ab. Doch gerade unsere Lebensgewohnheiten spielen eine wesentliche
Rolle. Kleine Sünden und schlechte Angewohnheiten summieren sich zu Karrierebremsen.
Wer ständig unter Stress steht, versucht
an allen Ecken und Enden „Zeit“ zu sparen: man lässt Mahlzeiten
ausfallen, bewegt sich zu wenig, greift häufiger zur Zigarette.
Die Summe all dieser Faktoren führt dazu, dass das Gehirn nicht optimal
mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
Viele Menschen arbeiten deshalb längst nicht so effizient und kreativ,
wie sie es bei einem gesünderen Lebensstil könnten.
Wer beruflich oder privat erfolgreich sein will, sollte regelmäßig
Zeit in sich und seine Gesundheit, sein Wohlbefinden investieren. Sie werden
leistungsfähiger und belastbarer als andere, die sich ständig auspowern.
Jeder von uns kann im Alltag vieles besser machen, um seine Ressourcen optimal
zu nutzen.
Viele arbeiten auch am Wochenende und vernachlässigen dadurch Familie,
Sport, Hobbys und Freunde.
Freizeitbeschäftigung und soziale Kontakte aber sind wichtig für
die Gesundheit.
Wer sich nicht zwischendurch entspannt, hat keine „Zeit“ seine
Batterien wieder aufzuladen.
Dauerbelastung wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die
Lebenschancen aus. Beantworten Sie für sich ganz persönlich die
Frage: „Arbeiten ich oder werde ich gearbeitet?“
Häufig kommt der Schlaf zu kurz. Bei Schlafmangel aber wird die Informationsverarbeitung des Gehirns beeinträchtigt, mit der Folge, dass man sich an bestimmte Dinge einfach nicht mehr erinnern kann oder mühsam gelernte Inhalte vergisst.
Fangen Sie an zu laufen, schwimmen, Rad fahren, zu spielen. Mit Ihrer Familie,
Ihren Freunden. Laufen Sie die Pfunde herunter. Jede Treppe ist eine Chance,
kein Hindernis. Wer läuft, isst bewusster: Essen Sie vor allem weniger
Fett. Machen Sie sich die schönsten Salate. Genießen Sie, statt
herunterzuschlingen. Gesunde Ernährung heißt nicht, den Spaß
am Essen zu verlieren. Geben Sie das Rauchen auf. Trinken Sie weniger Alkohol,
weniger Kaffee. Trinken Sie mehr Wasser – gegen das Rosten der Gelenke
und Knochen.
Lassen Sie sich regelmäßig durchchecken! Auf Herz und Nieren –
und wenn Sie gerade dabei sind: Lassen Sie die Krebsfrüherkennung gleich
mitmachen!
Sie können Ihrem Leben auch im Jahr 2003 zwar nicht mehr Tage geben,
aber Sie können den Tagen mehr Leben geben.
Bleiben Sie gesund!
Dr. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
www.gesundheitsforum-bremerhaven.de
