
Arthrose
Mindestens fünf Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Gelenkverschleiß.
"Damit müssen Sie einfach leben." Da ist man natürlich
geschockt, wenn man das gesagt bekommt. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten,
das Leiden zu lindern.
Rat: Viel Bewegung ohne hohe Belastung!
Arthrosen sind degenerative, d.h. verschleißbedingte Erkrankungen der
Gelenke und in die große "Familie" der Rheumaerkrankungen
einzuordnen. Arthrose meint zunächst keine Entzündung, sondern den
langsamen Abbau des Gelenkknorpels, dem wichtigen "Stoßdämpfer"
zwischen den Gelenken, den Stellen, an denen Knochenenden aufeinandertreffen.
Wird der Puffer zerstört, reiben die Knochenenden aneinander und reiben
sich dadurch ab. Zwar bilden sich neue Knochensubstanzen, doch die führen
zu Versteifungen und Auswachsungen, die das Gelenk deformieren.
Entscheidend ist, dass zerstörter Knorpel sich nicht mehr regeneriert.
Lebenslang haben wir nur einen Satz dieser wartungsfreien "Stoßdämpfer".
Über 200 Einzelknochen sind beim Menschen gelenkig miteinander verbunden,
an vielen Stellen kann Arthrose auftreten. Die Folgen sind immer die gleichen:
Schmerzen, Entzündungsschübe, Verdickung und Verformung der Gelenke
und beginnende Versteifungen mit zunehmender Tendenz.
Die schleichende Verschlechterung erfolgt, weil die Betroffenen sich wegen
ihrer Beschwerden immer weniger bewegen.
Die Folge: die Muskulatur wird schwächer, das Gelenk immer unbeweglicher.
Zudem birgt weniger körperliche Aktivität die Gefahr deutlich an
Gewicht zuzulegen.
Ein Teufelskreis: das Gelenk wird noch mehr belastet und macht mehr Beschwerden.
Hier die wichtigsten Arthroseformen:
+ Die Hüftgelenks- oder Coxarthrose bezeichnet eine angeborene oder
durch falsche Haltung - Fehlstellungen und Achsenabweichungen (O- und X-Beine)
- erworbene Überlastung und Abnutzung des Hüftgelenks.
Als Sport empfohlen: Radfahren, Schwimmen, Gymnastik.
+ Die Kniegelenkarthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen.
Warum daran Frauen etwa viermal häufiger als Männer erkranken, ist
allerdings nicht bekannt.
Hilfreich sind gut trainierte Beinmuskeln, denn die sichern die Gelenkführung
und schützen den Knorpel. Im Prinzip gilt, dass man jede Übung sofort
beendet und vermeidet, wenn sie zu schmerzen beginnt.
Empfehlenswerte kniefreundliche Sportarten sind Radfahren (möglichst
ohne Steigungen) und Schwimmen (allerdings nur Kraulschwimmen). Wandern auf
ebenen Gelände, Standardtanzen, Joggen sorgen für die notwendige,
nicht allzu belastende Bewegung. Tennis und Ballspiele, also Sportarten, die
mit plötzlichen Richtungsänderungen sowie schnellen Antritts- und
Abbremsbewegungen verbunden sind, eignen sich dagegen nicht für Arthosepatienten.
Im Alltag sollte man darauf achten, die Kniegelenke zu entlasten, zum Beispiel
durch die Arme: beim Aufstehen mit den Armen an der Stuhllehne abstützen,
beim Treppensteigen das Geländer benutzen.
Die Schuhsohlen sollten weich, die Absätze flach sein. Ein hoher Absatz
erhöht den Druck auf das Kniegelenk enorm, ebenso wie ein harter Untergrund.
Eine weiches Polster unter dem Fuß federt die Kraft ab, die bei Schritt
und Tritt auf das Knie einwirkt. Neben gepolsterten Sohlen gibt es in Sanitätshäusern
Fersenkissen.
+ Unter Fingergelenkarthrose leiden besonders viele Frauen. Da sich die Finger sichtbar stark deformieren, verstärkt sich der Leidensdruck zusätzlich. Alle Tätigkeiten mit den Händen sind stark eingeschränkt und ständige Schmerzen beeinträchtigen weiter. Auch hier gilt: Überbelastung vermeiden! Sportarten wie Volley- oder Basketball, Tennis, Ski, Rudern sind ungeeignet. Besser: Schwimmen, Joggen, Wandern, Radfahren.
+ Die Wirbelsäulenarthrose ist äußerlich kaum zu erkennen,
denn die insgesamt 48 Gelenke liegen versteckt. Häufig wird die Wirbelsäule
starken Belastungen ausgesetzt, sei es durch schwere Arbeit, Sport oder durch
Über- und Fehlbelastung. Ausgehend von der Wirbelsäule strahlen
Schmerzen oft in Arme oder Beine aus.
Radfahren, Rückenschwimmen und Spazieren gehen belasten wenig und garantiert
dennoch die notwendige Bewegung.
+ Das beweglichste Gelenk unsres Körpers ist das Schultergelenk. Schon deshalb ist die Gefahr von Fehl- und Überbelastungen sehr groß, Verschleißerscheinungen sind programmiert. Bewegung in Maßen ist auch hier wichtig. Vor allem sollten einseitige Belastungen vermieden werden - sonst geht eines Tages auch hier nichts mehr "reibungslos".
Für Ihre Gesundheit alles Gute!
Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar!
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GUT FÜR DIE KNIE:
• sich bewegen.
• Gewicht verringern.
• Die Kniegelenke entlasten.
• Keine schweren Lasten tragen.
• Langes Stehe und Gehen vermeiden.
• Schuhe mit flachen Absätzen tragen.
• Auf weichen Sohlen gehen.
• Starke Kniebeugen vermeiden.
• Kniefreundliche Sportarten betreiben.
• Täglich die Beinmuskulatur trainieren.
Der tägliche Kampf gegen Arthrose
Liebe Leserinnen und Leser,
Sportärzte und Orthopäden behandeln Patienten mit Arthrose wie
verletzte Sportler. Das bedeutet konkret: kranke Gelenke schonen und entlasten,
aber nicht ruhig stellen. Denn: körperliche Bewegung erhält die
Beweglichkeit und kräftigt zu gleich die Muskulatur.
Knorpelzellen können sich nicht erneuern. Das bekommen wir alle irgendwann
zu spüren, speziell an den großen Gelenken Hüfte und Knie
sowie an der Wirbelsäule. Besonders arthrosegefährdet sind belastende
Berufe, (z.B. Fliesenleger) sowie (ehrgeizige) Leistungssportler.
So mancher denkt fälschlicherweise, dass Schonung vor Gelenkschäden schützt. Das Gegenteil ist der Fall: bereits nach sieben Tagen nimmt die Muskelkraft eines ruhiggestellten Kniegelenks um 25 Prozent ab. Belastungen treffen dann logischerweise ungeschützt auf das Gelenk. Ohne eine kraftvoll führende Muskelmanschette wird der Knorpel noch mehr beansprucht.
Patienten mit Arthrose profitieren vom Kraft- und Beweglichkeitstraining. Optimal sind gleitende Bewegungen wie beim Radfahren. Denn: ständig wechselnde Belastung aktiviert und verbessert die Sauerstoffversorgung der Knorpelsubstanz.
Für das Krafttraining gilt das allgemeine Prinzip: Sie sollten sich viel bewegen und wenig belasten. Optimal sind Übungen mit leichten Gewichten und hoher Wiederholungszahl. In gut geführten Fitness-Studios achten Übungsleiter darauf, dass die Muskeln gestärkt, die Gelenke entlastet werden. Erfahrene Trainer achten stets darauf, dass insbesondere Arthrose - Patienten nur mit aufgewärmter Muskulatur an Geräte gehen und Übungen sofort beenden, wenn es weh tut.
Sie sollten also die "führende" Muskulatur stärken und die Beweglichkeit der Gelenke verbessern. Dies sollten Sie jedoch in jedem Fall ergänzen durch zusätzliches Ausdauertraining. Der Grund ist einfach: nur kreislaufwirksames Training großer Muskelgruppen hilft beim Abbau von Übergewicht. Entscheidend für die Arthrose ist natürlich der Druck, den der Knorpel pro Flächeneinheit aushalten muss. Die mechanische Belastung durch Übergewicht ist neben Gelenkfehlstellungen und falschen Belastungen ein wichtiger Risikofaktor.
Für Ihre Gesundheit wünscht Ihnen auch in Zukunft alles Gute!
Ihr Wolfgang Woynar
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Rheuma besser verstehen
Liebe Leserinnen und Leser, Millionen Menschen leiden an Rheuma und Arthrose.
Aber viele leiden nicht nur an der schmerzhaften Krankheit, sondern auch an
den Nebenwirkungen der dauerhaft eingenommenen Schmerzmittel. Da trifft es
sich gut, wenn eine neue Generation von Medikamenten auf den Markt kommt,
die nicht auf den Magen schlägt, aber Linderung der Gelenkschmerzen verspricht.
Bisher nehmen achtzig bis neunzig Prozent der Rheuma- Patienten Diclofenac.
Bei Verschleiß des Gelenkknorpels vor allem im Alter - der Arthrose
- hilft es auch.
Gefahr droht allerdings, weil diverse Schmerzmittel frei verkäuflich
sind, also nicht vom Arzt kontrolliert verordnet werden. Logische Folge: dieser
Medikamenten-Mix erhöht die Gefahr von Komplikationen.
Die neuen Substanzen wirken auf bestimmte Enzyme mit Kurznamen "Cox".
Zwei Typen sind bekannt: Cox-1 hat Schutzwirkungen: es hält die Bildung
von Magensäure in Schach und stärkt die schützende Schleimschicht
der Magenwand. Die Schwestersubstanz Cox-2 gehört zum Notfallprogramm
des Körpers: sie produziert Botenstoffe, die Entzündung und Schmerz
fördern.
Die allseits bekannten Medikamente wie ASS (Aspirin), Ibuprofen, Diclofenac
hemmen sowohl Cox-1 wie Cox-2. Damit lindern sie zwar Schmerz und Entzündung
in den Gelenken, zugleich heben sie jedoch die Schutzwirkung im Magen auf.
Das neue "Super-Aspirin" blockiert wie gewünscht selektiv Cox
2, der Magenschleimhautschutz ( Cox 1) bleibt aber erhalten. Übrigens:
die Blutgerinnung hemmt das neue Arzneimittel nicht und taugt deshalb auch
nicht zur Vorbeugung von Schlaganfall und Herzinfarkt
Die neuen Pillen erobern auch bei uns den heißumkämpften Arzneimittelmarkt. Ein lukratives Milliardengeschäft. Vielleicht wird sogar eines Tages ein Nachfolgepräparat frei verkäuflich am Ladentisch angeboten.
Die Spekulationen über die Wirksamkeit gehen noch darüber hinaus. In bestimmten Tumorzellen befinden sich besonders hohe Konzentrationen des Cox-2-Enzyms. Die Blockade dieses Enzyms könnte möglicherweise das Tumorwachstum verhindern. In den USA laufen bereits Studien, um die Cox-2-Hemmer bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis und Alzheimer zu testen. Studien zur Wirksamkeit bei Dickdarmkrebs sind in Vorbereitung.
Offenbar haben die neuen pharmakologischen Substanzen weniger Nebenwirkungen
als herkömmliche. Für voreiligen Jubel gibt es dennoch keinen Anlass.
Es gibt bisher zu wenig Erfahrungen. Neue Substanzen müssen ihre Überlegenheit
im Alltag erst noch beweisen.
Jedermann sollte wissen:
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Kein Medikament ist frei von unerwünschten Nebenwirkungen, es sei denn:
es besitzt gar keine Wirkung!
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,
Ihr Wolfgang Woynar
