
Gesund trotz Stress
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
wenn es wieder einmal "hektisch - schnell, schnell" zugeht, eine explosive Mischung aus Zeitmangel, Nervosität und Enge, haben Sie sich dann schon einmal die Frage gestellt: "Werde ich gearbeitet oder arbeite Ich?" - Dabei haben zumindest zwei Alternativen. Entweder beherrscht, erdrückt Sie der Stress oder Sie bewältigen Ihrerseits den Stress. Folgerichtig ergeben sich die Fragen: "Wie kann ich mich selbst und meine Arbeit besser organisieren?" "Welche Spielregeln sollen gelten? - Meine oder ausschließlich die anderer Leute?"
Denn Stress im Übermaß beeinträchtigt bekanntermaßen langfristig Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude und bringt Gesundheitsrisiken mit sich. Als da sind: ständig klingelndes Telefon, unaufgeräumtes Kinderzimmer, besetztes Badezimmer im allmorgendlichen Chaos, voller Terminkalender und so weiter.
Ob es sich bei einschneidenden Lebensereignissen nun um Scheidung, Krankheit, Hochzeit oder Tod des geliebten Lebenspartner handelt: feststeht, dass ein solches Ereignis gesundheitsgefährdenden Stress erzeugen kann. Aber selbst Weihnachten, Ferien und Freizeit sind häufig auch noch als Stressoren anzusehen.
Die körperlichen und seelischen Warnsignale sind uns vertraut: trockener Mund, kalter Schweiß, Muskelanspannung, erhöhter Herzschlag. Bestätigt ist der Zusammenhang zwischen zu viel Stress über lange Zeit mit Kopfschmerzen, Hautproblemen, geschwächtem Immunsystem, Rückenschmerzen, Herz-Kreis-Erkrankung/ Bluthochdruck, Magen- und Darmbeschwerden und Potenzstörungen.
Stress im Übermaß schlägt sich auch im Verhalten von Menschen
nieder:
1. nimmt die Leistungsfähigkeit ab wegen Gereiztheit, Aggressivität,
starrem Denken und Handeln, sowie Abnahme der Kreativität.
2. nimmt die Erholungsmöglichkeit ab wegen des Rückzugs aus sozialen
Beziehungen und weniger Freizeitaktivitäten.
3. nimmt das Gesundheitsrisiko zu wegen unregelmäßigem Essen (häufig
zu viel), wenig Bewegung, (mehr) Rauchen und "Entspannung" durch
Alkohol und Medikamente.
DISTRESS ist der "böse Bruder" des "gesunden" EUSTRESS.
Wie unterschiedlich die Stressoren auch sind - biochemisch läuft die
Stressreaktion immer gleich ab. Jede intensive Beanspruchung führt zur
Mobilisation von Stresshormonen. Es handelt sich vornehmlich um Adrenalin
und Noradrenalin, sogenannte Katecholamine, die teilweise aus dem Nebennierenmark,
teilweise an Nervenendigungen freigesetzt werden. Steigt ihre Menge im Blut
an, entfalten sie eine Peitschenwirkung auf herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel.
Sprunghaft steigt der Sauerstoffbedarf in dem entsprechenden Gewebe an. Liegt
aber hier gerade ein Engpass vor, zum Beispiel die Verengung eines arteriellen
Blutgefäßes, kann hierdurch allein ein Missverhältnis zwischen
Sauerstoff- "Bedarf" und Sauerstoff- "Angebot" in dem
betreffenden Gewebe eintreten.
Merke: Ursache von Herzinfarkt und Hirninfarkt!
Stress in unserer Zeit bedroht zwar seltener unser kostbares Leben direkt, dafür aber immer häufiger unser inneres Gleichgewicht, Selbstvertrauen und nicht zuletzt unsere Leistungsfähigkeit. Die Folge: der Körper läuft ständig auf Hochtouren, die Anspannung schaukelt sich hoch und irgendwann ist die Energie erschöpft. So gesehen können Krankheit oder Beschwerden schon einmal eine "Notfall-Reaktion" des Körpers sein, wenn die Reserven erschöpft sind.
Sport und Bewegung dagegen entspannen körperlich und psychisch. Ein Teil der angestauten Energie lässt sich nämlich durch Joggen, Wandern, Schwimmen oder Ballspiele abbauen. Fitness erhöht erwiesenermaßen die Stresstoleranz.
Besser als die sofort wirksamen Antistressmittel mit negativen Langzeitfolgen ( Beispiele: Beruhigungsmedikamente und Schlaftabletten, Alkohol und Tabak, Kaffee und Schokolade ) sind Entspannung, körperliche Betätigung - Sport - kompensatorische Tätigkeiten in der Freizeit, Hobbys, Verlustüberwindung, Selbstveränderung, Umweltveränderung und Schutzvorkehrungen treffen. Wünschenswert ist die bewusste Suche nach einer effektiven, gesundheitsfördernden Stressbewältigung und damit verbunden eine Neubewertung der eigenen Lebenssituation.
Sinnvolle Freizeitgestaltung - erlauben Sie, dass ich das ausdrücklich betone - ist eine aktive Investition in unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
Negative Gedanken erschweren das Leben: Selbstvorwürfe ("Das ist wieder mal typisch für mich, das kann nur mir passieren"), Angst vor der Kritik anderer, Schwarzmalerei und Hilflosigkeit ("Das geht bestimmt schief"), Angst vor körperlichen Beschwerden und Selbstüberforderung ("Mir dürfen keine Fehler unterlaufen")
Positiver denken dagegen erleichtert und beflügelt: "Ich weiß,
dass ich es kann", "Auch Kritik kann mir nützen", "Ärger
lohnt sich nicht", "Ich stelle ich mir den jetzt nackt vor",
"Die anderen kochen auch nur mit Wasser - ich kenne den Siedepunkt!"
Bitte ehrlich! Überprüfen Sie sich kritisch.
Obwohl die Vorteile einer gesunden Lebensführung auf der Hand liegen, reichen Informationen darüber - als Grundlage einer Verhaltensänderung allein nicht aus. Sein Verhalten zu ändern ist immer eine schwierige Aufgabe, denn schließlich sollen Verhaltensweisen geändert werden, die in den gesamten Lebensstil des Betroffenen integriert sind. Zudem erfordert Verhaltensänderung "Selbstkontrolle". Diese Selbstkontrolle bedeutet: Kurzfristig auf Angenehmes zu verzichten, Unangenehmes in Kauf zu nehmen, um langfristig Positives zu erreichen.
Für Ihre Gesundheit alles Gute!
Herzlichst, Ihr Wolfgang Woynar
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Zum Thema Stress: Zeit souverän planen!
Motto: Zeit sparen durch Zeitmanagement,
Zeit gewinnen durch gesunde Lebensführung
1. Zeitplanung ist immer auch Zielplanung – und umgekehrt. Zeitmanagement
hat mehr mit persönlicher Lebensführung, Selbstorganisation und
Selbstdisziplin zu tun. Wir wissen erst, ob wir unsere Zeit nutzen oder nicht,
wenn wir wissen, was wir wollen und was uns wichtig ist.
2. Zeitplanung heißt fest umrissene Ziele setzen und klare Prioritäten. Was ist wichtig/unwichtig, was ist dringlich oder Kategorie Mülleimer?
3. Lernen Sie „NEIN!“ zu sagen und Ihre Entscheidung auch durchzusetzen. Vorsicht vor der psychologischen Falle, die uns vorgaukelt, es sei befriedigender, kleiner aber leichtere Aufgaben zu lösen, um so wenigstens das Gefühl von einigen, wenn auch kleinen Erfolgserlebnissen zu haben.
4. Finden Sie die erfolgreiche Balance zwischen fremdbestimmten Interessen (konträr) und eigenen Zielen. Ein voller Terminkalender bedeutet nicht zwingend auch ein „erfülltes Leben“.
5. Lassen Sie ausreichend Zeit für Unvorhergesehenes. Unser häufigster Fehler ist es, die gesamte zur Verfügung stehende Zeit zu verplanen. Auch angeblich nicht Vorhersehbares ist planbar! (die Frage ist nur in welchem Verhältnis: 80%/20%, 50/50%, 20/80%...).
6. Planen Sie „time - out“! Das meint, investieren Sie 15 Minuten „stille“ Zeit – Regeneration – und sparen Sie Stunden.
7. Achtung vor Zeitdieben!
- Externe Zeitdiebe: Telefon, Piper und Handy. Meine Erfahrung in der Praxis:
zweidrittel unnötige Störungen, ein Drittel dringend notwendig oder
akzeptabel.
- Die meisten Zeitdiebe kommen von innen (Ihnen selbst!). *ziellose und unnütze
Handlungen, *fehlende Prioritäten, *mangelnde Selbstorganisation, *Suche
nach relevanten Unterlagen, Veröffentlichungen, *Unfähigkeit, entschieden
NEIN sagen zu können führt unweigerlich zum Dilemma: sich zu verzetteln,
alles auf einmal machen zu wollen.
8. Die Dringlichkeitsfalle: Stress ist ja schon zum Statussymbol geworden.
Stets laufen wir gestresst und geschäftig den dringenden Aufgaben hinterher.
Wir fühlen uns gebraucht und anerkannt, einfach wichtig! Nach dem Wahlspruch:
„Wahre Männer braucht das Land und keine Schlafsäcke.“
9. Disziplin: Zeitmanagement hat weniger mit Tipps und Tricks zu tun, oder
ob Sie nun einen einfachen Kalender oder einen hochmodernen „Personal
Digital Assistent“ verwenden. Wichtig scheint mir, dass wir unsere persönliche
Einstellung zu Zeit überdenken und gegebenenfalls ändern. Zum Beispiel:
anstatt immer unpünktlich zu sein, kann man sich angewöhnen immer
pünktlich zu sein. Pünktlichkeit, Ordnung und Selbstorganisation
hilft die eigene Lebenszeit im Griff zu behalten und wirkt auf andere positiv
und vermittelt Zuverlässigkeit!
Dr. med. Wolfgang Woynar, FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
Stress ist zugleich Motor und Risikofaktor unseres Lebens
Redensarten und Begriffe haben die seltsame Eigenart, durch häufigen
Gebrauch zunehmend zu verwässern. „Ich habe keine Zeit“ ist
eine solche Redensart, deren Kernaussage umgedeutet wird, die da heißt:
„Ich kann mit der vorgegebenen Zeit nicht professionell umgehen“
oder „Ich habe etwas Wichtigeres vor“.
Andere Beispiele: „Mobbing“, „midlife-crisis“, „burn-out-Syndrom“.
Begriffe mutieren inhaltlich und verschleiern, dass es sich hierbei nicht
unwesentlich um mangelnde Selbstorganisation, nicht angemessene Bewältigung
von geistigen oder körperlichen Anforderungen – „Stressbewältigung“
- und/oder mangelndes Zeitmanagement handelt.
Stress ist in aller Munde. Gestresst zu sein ist kein Privileg von Topmanagern. Gestresst fühlen sich heute ebenso Schichtarbeiter wie Hausfrauen, Schüler wie Lehrer, Ärzte wie Brummi-Fahrer, Redakteure wie Politiker. Gestresst zu sein gilt manchem aber auch als Nachweis besonderer Tüchtigkeit und vor allem dafür, wie wichtig man ist.
„Stress macht krank“ warnen denn auch Leute, die es wissen müssen.
Das Bekenntnis: „Stress macht Spaß“ löst jedoch bei
den Meisten nur ungläubiges Kopfschütteln und Widerspruch aus.
Richtig aber ist: Stress ist zugleich Motor und Risikofaktor unseres Lebens.
„Stress muss sein!“, weil innere Anspannung Energien freisetzt. Die Folge: wir werden leistungsfähig und gehen neue Herausforderungen an. Ohne diesen positiven Stress würde sich gähnende Langeweile breit machen.
Stress im Übermaß dagegen beeinträchtigt langfristig Wohlbefinden,
Leistungsfähigkeit und Lebensfreude. Vertraute Situationen sind voller
Terminkalender, ständig klingelndes Telefon, ständig unaufgeräumtes
Kinderzimmer, besetztes Badezimmer im allmorgendlichen Chaos.
Es sind also zumeist nicht die global wichtigen Ereignisse, sondern der alltägliche
„Sand im Getriebe“, der nervt. Die Symptome sind Ihnen, liebe
Leserinnen und Leser, bekannt: zum Beispiel Herzrasen, Schlafstörungen,
Denkblockaden bei Prüfungsstress oder einem Vorstellungsgespräch.
Es versteht sich, dass Stress nicht immer leistungsfördernd wirkt. Andererseits
erfordern individuelle Höchstleistungen ein gewisses Maß an Stresstoleranz.
Erst wenn wir es über längere Zeitspanne nicht schaffen diese permanente
Anspannung abzubauen, d.h. auf ein erträgliches Maß zu reduzieren,
erst dann macht uns der Stress krank. Wenn wir also mit unseren „Bordmitteln“
nicht schaffen, uns selber zu organisieren, unsere Zeit zu managen, Aufgaben
zu delegieren – wir also keinen Weg finden, die Daueranspannung abzubauen,
dann wird Stress zum Risiko für unsere Gesundheit. Der zornige Chef,
die quengelnden Kinder oder der Feierabendstau lösen nicht unmittelbar
Stress aus. Entscheidend ist, wie wir die Situationen für uns persönlich
gewichten, bewerten.
Entscheiden Sie sich: „Werde ich gearbeitet…? - …oder arbeite
Ich?“ Wer seinem Chef die miese Laune gönnt, wer dem morgendlichen/allabendlichen
Verkehrsstau mit seiner Lieblings- CD einen neuen Sinn als willkommene Ruhepause
gibt, der geht bei allem Zeit- und Leistungsdruck – entspannter durchs
Leben.
Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn wenn das Adrenalin erst unseren
Körper durchflutet, ist meist nix mehr mit „ruhig Blut“ und
der Entspannung. „Abschalten“ ist allzu häufig unmöglich,
geht manchmal gar nicht. Besser in diesen Situationen: umschalten“.
Wichtig: Üben Sie, wenn es Ihnen gut geht! In der akuten Stresssituation
kann niemand „Ruhe finden“ erlernen, wie z.B. lesen, Musik hören,
beten. Gelassenheit müssen wir also üben, und zwar bevor der Ernstfall
eingetreten ist.
Geeignet sind Entspannungstechniken oder auch mentale Übungen. Näheres entnehmen Sie bitte meinem Stressbewältigungsprogramm für Selbstanwender: „Gesund trotz Stress“ (www.hausarzt-bremerhaven.de)
Mentaler Stress, das meint: negative Gedanken – dunkle Wolken, das
Gefühl „das geht schief“, ständiger Vergleich mit Besseren.
Pessimisten, das sind diejenigen, die von zwei schlechten Alternativen immer
beide wählen, nach dem Motto:
Alle können etwas – nur ich nicht. Bekannt ist die „Angst
des Torschützen beim Elfmeter“. Besser sind positive Gedanken:
Jeder kann etwas, weswegen man ihn achten soll. Der Optimist sieht in jeder
Schwierigkeit eine Chance; der Pessimist, weiß immer ganz genau, warum
es nicht geht.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Tatsächlich müssen wir erst einmal
wahrnehmen, ob und wie sehr wir gestresst sind. Haben wir bereits körperliche
oder seelische Symptome von Stress? Gerade das fällt nicht leicht, denn
gelegentliches Stöhnen über den eigenen Stress gehört ja zum
guten Ton.
Stress im Übermaß schlägt sich auch im Verhalten von Menschen
nieder:
1. nimmt die Leistungsfähigkeit ab wegen Gereiztheit, Aggressivität, starrem Denken und Handeln, sowie Abnahme der Kreativität.
2. nimmt die Erholungsmöglichkeit ab wegen des Rückzugs aus sozialen Beziehungen und weniger Freizeitaktivitäten und 3. nimmt das Gesundheitsrisiko zu wegen unregelmäßigem Essen (häufig zu viel), wenig Bewegung, (mehr) Rauchen und "Entspannung" durch Alkohol und Medikamente.
DISTRESS ist der "böse Bruder" des "gesunden" EUSTRESS.
Sinnvolle Freizeitgestaltung - erlauben Sie, dass ich das ausdrücklich
betone - ist eine aktive Investition in unsere Leistungsfähigkeit und
Gesundheit.
Jeder zweite Deutsche versucht der Stress-Spirale zu entkommen, wie eine
neue Studie des BAT-Freizeitforschungsinstituts in Hamburg bekräftigt:
Ausruhen statt Ausgehen liegt im Trend. 51 Prozent der Deutschen wünschen
sich ein erholsames Familienleben als Mittelpunkt des Alltags (1999 waren
es nur 44 Prozent).
Wünschen auch Sie sich mehr Ruhe und Gelassenheit? Dann schalten auch Sie zu gegebener Zeit einen Gang runter!
Für Ihre Gesundheit alles Gute, wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Woynar
