
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
dass Seefisch zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt zählt,
gehört heutzutage in Deutschland zum Allgemeinwissen. Bei uns ist Fisch
ein Nahrungsmittel für Gesundheitsbewusste geworden.
Denn Alltagsstress „frisst“ bekanntlich Eiweiß in unseren
Zellen, deshalb fühlen wir uns häufig müde und schlapp. Seefische
helfen gegen die tägliche Überbelastung, denn Meeresfrüchte
(z.B. Garnelen) sind Eiweißfutter pur. Rasch treiben sie unseren Eiweißspiegel
ordentlich hoch. Lachs, Makrele, Sardine, Hering und Thunfisch sind echte
Fitness-Fische. Ihr Fett ist reich an wertvollen Omega- 3-Fettsäuren,
die gut für Herz und Gefäße sind. Sie schützen vor Herz-
und Kreislauferkrankungen, indem sie den Blutdruck und den Cholesterinspiegel
senken. Seefisch versorgt den Körper zudem mit dem lebenswichtigen Spurenelement
Jod und den B-Vitaminen, sowie vielen Mineralstoffen. Zudem schützt Seefisch
die Knochen und aktiviert die Schilddrüse.
Lecker und abwechslungsreich
Fisch schmeckt lecker und lässt sich abwechslungsreich zubereiten. Er
schmeckt gebraten, gekocht, gegrillt und gebacken. Weil Fisch so leicht verdaulich
und gut bekömmlich ist, sollte er mindestens zweimal pro Woche auf Ihrem
Speiseplan stehen. Der Appetit auf Fisch ist in den vergangenen Jahren weltweit
immer größer geworden. Jeder Deutsche hat im Jahr 2007 über
16 Kilogramm Fisch verzehrt, so viel wie nie zuvor. Auch weltweit stieg der
Durchschnittsverbrauch auf einen neuen Rekordwert. och Fisch für alle
geben die Ozeane längst nicht mehr her.
Fischbestände gefährdet
Allein im Nordostatlantik und in der Ostsee sind 40 der 60 wichtigsten Nutzarten,
wie zum Beispiel Kabeljau, Schellfisch und Scholle stark „überfischt“.
Das heißt, den Beständen werden mehr Fische entnommen als nachwachsen
können. Die hochtechnisierten, hocheffektiv arbeitenden Fangflotten lassen
den Fischen kaum mehr Zeit, sich zu regenerieren. Noch bevor sie fortpflanzungsfähig
sind, landen viele von ihnen im Netz. Frühere Konsumfische wie zum Beispiel
Rotbarsch, Schellfisch, Dorsch, Heringe (Matjes) und Seelachs werden heute
zur Mangelware. Sogenannte „Edelfische“ werden noch seltener und
zu einer teueren Delikatesse, wie zum Beispiel Seezunge, Wildgefangener Steinbutt,
Limandes, Weißer Heilbutt. Die großen „Vier“ beim
Fischverzehr in Deutschland bleiben der Alaska-Seelachs, sowie Hering, Lachs
und Thunfisch. Aquakulturen sollen nun die Schere zwischen der wachsenden
Nachfrage und dem sinkenden Angebot schließen. Fast jeder zweite Speisefisch,
der heute in Pfanne oder Kochtopf landet, kommt von kommerziell betriebenen
Fischfarmen. Die Fischzuchtanlagen sind der am schnellsten wachsende Sektor
der Nahrungsmittelindustrie. Längst geht es nicht nur um Forellen, Lachse
oder Aale - über 240 Fischsorten werden inzwischen in Aquakulturen herangezogen.
Lachs aus Norwegen, Irland, Schottland; Steinbutt aus Spanien; Dorsch aus
Norwegen; Doraden aus Südfrankreich und Griechenland; Pangasius aus Vietnam,
Tilapia aus Südostasien, oder der Victoriabarsch aus Afrika. Übrigens:
China ist – neben Vietnam – größter Fischzüchter
mit 30 Millionen Tonnen proJahr. Die Chinesen exportieren jedoch nicht, sondern
versorgen ausschließlich ihren eigenen Binnenmarkt.
Geringer Anteil aus deutscher Hochseefischerei
Aus der Luft „landet“ am Frankfurter Flughafen Fisch aus aller
Welt. Die Importe haben einen Anteil von 85 % am Gesamtaufkommen, die Einfuhren
habe somit die größte Bedeutung für die Versorgung des deutschen
Marktes. Nur ein geringer Anteil dagegen stammt aus der deutschen Hochseefischerei.
Wichtig für uns Verbraucher zu wissen ist die Tatsache, dass selbstverständlich
alle Fischsorten hinsichtlich der Inhaltsstoffe – Jod, Fettsäuren,
aber auch auf Medikamente und sonstige Rückstände, strengsten Kontrollen
unterzogen werden, damit Sie sich als Verbraucher auch weiterhin „munter
wie ein Fisch im Wasser“ fühlen können.
„Bemerkenswert“
Abschließend erlauben Sie mir zwei Bemerkungen: Erstens: unter dem Motto:
„FIT mit FISCH“ sollten wir in FISHTOWN Bremerhaven – auch
wegen unserer Ambitionen hinsichtlich eines blühenden Tourismus –
allseits beherzigen, dass unsere Fischküchen hohen Ansprüchen genügen
müssen. Und zweitens (aus aktuellem Anlass): Der Spruch „Der Fisch
stinkt vom Kopf her“ meint, dass führende Köpfe unseres Gemeinwesens
Verantwortung tragen, der sie nicht immer gerecht werden. Denn allzu häufig
irren sie entsprechend ihren Regeln. Die permanente Suche nach Anerkennung
wird weniger dadurch bestimmt, was man für andere tut, sondern mehr dadurch,
was man für sich persönlich ergattern kann. Unrechtsbewusstsein
wird ausgeblendet. Integrität und Ehrlichkeit bleiben so auf der Strecke
und damit moralische Instanzen und Vorbilder jenseits von Glanz und Gloria.
Bezogen auf unser Gesundheitswesen fällt mir Einiges dazu ein. Nur soviel:
starrsinnige Rechthaberei und unsoziales Nutzen der Solidargemeinschaft sind
Gift für unser Gemeinwesen. Wir alle sollten Sorgen dafür tragen,
dass unser solidarisches Gesundheitswesen nicht verkommt.
Für Ihre Gesundheit
alles Gute,
Ihr Wolfgang Woynar

Die ernährungsphysiologisch wichtigsten Bestandteile in Meerefischen
Die ernährungsphysiologisch wichtigsten Bestandteile in Meeresfischen
• Leichte Verdaulichkeit, da geringer Bindegewebsanteil
• Ausgewogene Zusammensetzung an essentiellen Aminosäuren,
• hoher Gehalt an der Aminosäure Taurin (wichtig für Aufbau
des fötalen Gehirns)
• In Magerfisch niedriger Fettanteil,
• in Fettfischen hoher Gehalt an hochungesättigten Fettsäuren
wie EPA und DHA
• Niedriger Gehalt an Cholesterol
• Hoher Eiweißgehalt
• Keine Kohlenhydrate
• Hoher Gehalt an den essentiellen Elementen Selen und Jod.
Das sind gewichtige Argumente für mehr Fischkonsum!
Körperlich und geistig frisch
Fit sein, das wollen wir alle. Geistige und körperliche Leistungsfähigkeit,
Frische und Lebensfreude stellen sich aber nicht von selbst ein. Fitness und
Wohlbefinden haben viel mit der richtigen Ernährung zu tun. Die Kurzformel
„Du bist, was Du isst“ stimmt. Vitamine sind lebensnotwendig (essentiell).
Sie steuern den gesamten Stoffwechsel und damit das Funktionieren unseres
Organismus. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden.
Um fit zu werden oder auch zu bleiben, müssen wir bewusst auf vitaminreiche
Kost achten. Seefisch und Meeresfrüchte spielen hierbei eine wichtige
Rolle. Eine ausgeglichene, natürliche Kost besteht aus Obst, Gemüse,
Milch und Milchprodukten, Fleisch und vor allem Fisch oder Fischerzeugnissen.
Zwei Fischmahlzeiten pro Woche sollten laut DGE immer auf Ihrem Speiseplan
stehen. Fisch enthält eine Fülle verschiedener wichtiger Vitamine
wie kaum ein anderes Nahrungsmittel. Zudem enthält Fisch viele Vitamine
so reichlich, dass bereits eine Portion Seefisch Ihren Tagesbedarf deckt.
Zudem ist das Fleisch des Fisches so leicht verdaulich, dass seine lebenswichtigen
Inhaltsstoffe vom menschlichen Körper aufgenommen und für die Stoffwechselsteuerung
verarbeitet werden können.
Fisch: das leichte Eiweiß
Ernährungswissenschaftler können die belebenden Wirkungen von Fisch
heute detailliert nachweisen und erklären. Aber auch schon früher
kannten die Menschen die Kraft, die im Fisch steckt: über eine Person,
die vor Vitalität strotzte, sagte man, sie sei „munter wie ein
Fisch im Wasser“. Gesundheitsbewusste Menschen haben schon längst
ihre Ernährung auf „leicht“ umgestellt. Denn immer mehr Menschen
arbeiten im Sitzen, am Schreibtisch oder Computer. Sie gebrauchen dabei ihren
Kopf mehr als ihre Muskelkraft. Wir benötigen also leichte Proteine die
den Geist mobil machen.
Unser Speiseplan sollte deshalb weniger und besseres Fett (Omega-3), Kohlenhydrate
für die Energiezufuhr und ganz besonders wertvolle, leicht verdauliche
Proteine enthalten. Diese Eiweiße sind Bausteine für unser Gehirn
und dessen Informationsspeicher. Mit ihrer Hilfe verständigen sich die
Nervenzellen, aus ihnen bildet unser Körper Schutzsubstanzen gegen Stress.
Sie steigern unsere Leistungsfähigkeit.
Fazit: Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, was
der Volksmund schon immer behauptet hat: das Nahrungsmittel Fisch ist ein
Muntermacher ist. Es vertreibt Depressionen und macht gute Laune.
Weitere wichtige Informationen
erhalten Sie im Internet unter www.fischinfo.de
Fisch als Teil gesunder Ernährung
Fisch – vital und fit
Bereits in einer älteren wissenschaftlichen Studie war aufgefallen, dass
die Häufigkeit vor Herzinfarkten bei Eskimos extrem niedrig ist. Auch
neuere Studien weisen darauf hin, dass die Anzahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen
zum Beispiel in Japan deshalb so gering ist, weil Japaner traditionell reichlich
Fisch essen. Vergleichsweise wesentlich weniger oft kommt in Europa Seefisch
auf den Teller. Im Süden Deutschlands weniger als im Norden. Bei uns
spielen Herz-Kreislauferkrankungen die wesentliche Todesursache. Diese traurige
Bilanz könnte folglich wesentlich verbessert werden, wenn wir alle immer
öfter immer mehr Seefisch essen würden.
Studien zum Einfluss von Kostformen, die reich an Omega- 3-Fettsäuren
sind, zeigen erstaunlich gleichlautende Daten.
• Die Häufigkeit tödlicher Herzinfarkte ist übereinstimmend
signifikant verringert.
• Selbst bei Patienten nach abgelaufenem Infarkt bewirken hochkonzentrierte
Omega- 3-Fettsäuren (84 % EPA/DHA) und eine optimale medikamentöse
Sekundärprävention (ACE-Hemmer, Betablocker, ASS, Statine) eine
zusätzliche Mortalitätsreduktion. Dabei ist eine optimale Einstellung
des Blutzuckers und des Blutdrucks zwingend erforderlich.
Zudem gibt es bemerkenswerte Anzeichen dafür, dass regelmäßiger
Verzehr von Seefisch Magen-Darm Krankheiten wie Dickdarmkrebs vermindern könnte.
Erkrankungen, bei denen Entzündungsprozesse eine Rolle spielen, wie Rheuma,
werden weniger häufig diagnostiziert bei Menschen, die häufiger
Fisch essen. Kaum jemand bezweifelt heute ernsthaft, dass es einen Zusammenhang
zwischen der Frequenz von Seefisch Verzehr und einigen chronischen Erkrankungen
gibt.
Warum ist Fisch so gesund?
Die beiden wichtigsten Fettsäuren in Meeresfischen sind die zwei hochungesättigten
Fettsäuren EPA und DHA, die nur in Meerestieren (Fische, Wale Robben)
natürlich vorkommen.
• Die Omega 3 (Fischöle) wirken positiv auf die Sauerstoffversorgung
der Zellen und förderlich auf die Arbeitsleistung der Muskulatur.
• Beim Kampf gegen Alterungsprozesse spielen sie ebenfalls eine gewichtige
Rolle am Gehirn.
• Daneben hat Omega 3 eine entzündungshemmende Wirkung auf Darm,
Gelenke, Niere und Haut. EPA / DHA wirkt stabilisierend auf die Plaques (Verkalkungsherde)
der Gefäße. Das stellt möglicherweise einen der Schutzmechanismus
für Herz und Kreislauf dar. Auch gefährliche Herzrhythmusstörungen
werden positiv beeinflusst.
Meeresfische enthalten zudem wichtige Aminosäuren und diese in hoher
Konzentration. Zum Beispiel ist Taurin außerordentlich wichtig für
die Entwicklung des fötalen Gehirns!
Fisch ist reich an den Vitaminen A, E, B2, 6 und 12 und enthält viel
Kalium Die dunkle (rote) Muskulatur der Fische ist vitaminreicher als die
helle (weiße). Seefische sind unsere bedeutendste Quelle für eine
natürliche Selenzufuhr. Selen macht Radikale, die mit der Entstehung
von Krebs in Verbindung gebracht werden, unschädlich. In einem Land mit
Ackerböden, die Selenmangel aufweisen, nicht unbedeutend. Einen besonders
hohen Jodgehalt weist die Haut von Fischen auf. Die sollten Sie, wenn möglich,
mitverzehren. Durch den regelmäßigen Verzehr von frischem Fisch
sinkt also nicht nur das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken.
Vielfältige Stoffwechselprozesse werden positiv durch Omega-3-Fettsäuren
und ungesättigte Fettsäuren, die in den Kaltwasserfischen wie Makrele,
Hering und Lachs enthalten sind, beeinflusst.
Wenn es darauf ankommt, brauchen Sie die richtige Ernährung. Ganz gleich,
ob Sie beweglich bleiben wollen und geistig präsent. Oder ob Sie sich
lange anhaltend konzentrieren müssen. Viele Gründe, weshalb Sie,
liebe Leserinnen und Leser, ein bis zweimal pro Woche man 150 bis 200 Gramm
Fisch essen sollte.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Arzt für Allgemeinmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
