
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Patienten in meiner Praxis fassen zusammen, was zurzeit viele denken: „Es nervt.“
Frühblüher wie die Weide und die Birke, die Erle und die Hasel reizen die Schleimhäute der Allergiker. Manch einer hält die anfänglichen Symptome für einen banalen „Schnupfen“. Die Nase trieft, die Augen brennen: es ist Heuschnupfenzeit. Die dauert jedes Jahr ein bisschen länger. Und es trifft Menschen aller Altersklassen.
Die meisten verzichten darauf, zum Arzt zu gehen, weil sie den allergischen Schnupfen für lästig, aber harmlos halten. Eine gefährliche Fehleinschätzung. Meist bleibt es nicht dabei. Schnell kommen weitere Allergien dazu. Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare sind die ersten Kandidaten; auch Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln wie Äpfeln oder Nüssen nehmen zu.
Jeder vierte Deutsche leidet an einer Allergie. Und es werden immer mehr. Das milde Klima verlängert die Pollenflugzeit um mehr als zehn Tage pro Jahr und - die Pollen werden durch Luftschadstoffe aggressiver. Heuschnupfen ist nicht nur körperlich anstrengend. Er beeinträchtigt in erheblichem Maße auch die geistige Leistungsfähigkeit. Der Kampf des Immunsystems mit den Allergenen kostet viel Energie: allein bei allergischem Schnupfen sinkt die geistige Leistung um 30 Prozent.
Wie können sich Allergiker im Alltag gegen Pollen schützen? Was können die armen Menschen tun? Die Pollen sind schließlich überall. Und der Raum auf Helgoland, dem pollenärmsten Ort Deutschlands, ist schließlich begrenzt. Welche Vorgehensweisen mit welchen Vor- und Nachteilen gibt es?
Nichts tun, alles einfach ertragen - das ist absolut falsch! Besser ist es, alle Fenster geschlossen zu halten, Teppiche und „Staub- Fänger“ rauszuwerfen, jeden Abend zu duschen, Haare zu waschen. Auch Grünanlagen, Parks sollten Sie meiden. Weitere Tipps habe ich Ihnen nachfolgend aufgelistet.
Die Diagnose einer Pollenallergie ist aufwendig: Wichtig ist, dass Sie Ihrem
Arzt ausführlich die Symptome schildern. Das hilft schon entscheidend
weiter. Neben einer Blutuntersuchung zum Antikörpernachweis werden Provokationstests
durchgeführt, bei denen verschiedene verdächtige Stoffe auf Haut
und Schleimhaut gebracht werden.
Die wichtigsten Wirkstoffe zur Behandlung akuter Beschwerden sind Antihistaminika,
die den Botenstoff Histamin hemmen, sowie Kortison zur Unterdrückung
von Entzündungsreaktionen. Einzige ursächliche Behandlung ist die
Spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Dabei werden
Allergenextrakte in stetig steigender Dosierung unter die Haut gespritzt (subkutane
Immuntherapie) oder in regelmäßigen Abständen als Tropfen
unter die Zunge geträufelt (sublinguale Immuntherapie).
Für Ihre Gesundheit alles Gute
wünscht Ihnen
Ihr Wolfgang Woynar
Tipps:
Wie Sie sich im Alltag schützen können
Der Urlaub an der Nord- und Ostseeküste ist für viele Allergiker und Asthmakranke besonders geeignet und wird deshalb von vielen Ärzten empfohlen. Der Deutsche Wetterdienst bietet eine bundesweite Pollenflugvorhersage an, die auch in der NORDSEE- Zeitung veröffentlicht wird.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
| Kritische Lebensmittel |
Allergie gegen |
|||||
| Birkenpollen | Beifußpollen | Gräserpollen | Getreidepollen | Latex | Milben | |
| Heimisches Obst wie Äpfel, Kirschen, Erdbeeren | x |
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| Exotische Früchte wie Ananas, Mangos, Kiwis | x |
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| Nüsse wie Haselnüsse, Mandeln, Paranüsse | x |
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| Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnüsse, Soja | x |
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| Gewürze wie Anis, Chili, Curry, Paprika, Pfeffer, Kümmel, Zimt | x |
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| Kräuter wie Majoran, Dill, Oregano, Basilikum, Estragon | x |
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| Getreide wie Weizen, Gerste, Hafer | x |
x |
||||
| Krustentiere wie Krebse, Krabben, Garnelen, Hummer | x |
|||||
| Bananen, Kiwis, Mangos, Avocados, Maronen | x |
|||||
| Karotten | x |
x |
||||
| Kartoffeln (roh) | x |
x |
x |
|||
| Mais | x |
|||||
| Muscheln und Schnecken | x |
|||||
| Reis | x |
|||||
Mit Asthma leben
Damit Sie von einer Therapie profitieren, müssen Sie diese verstehen, akzeptieren und schließlich umsetzen. Das bezeichnen Fachleute als "Compliance". Doch damit gibt es oft Probleme. Rund 50 Prozent aller Asthmapatienten nehmen ihre Medikamente unregelmäßig oder falsch ein. Entscheidend für die „Therapietreue“ sind vor allem folgende Faktoren: Wissen, Motivation und Selbstverantwortung.
Wem beispielsweise nicht klar ist, warum die regelmäßige Einnahme eines Langzeitmedikaments so wichtig ist, wird schneller den einen oder anderen Kortisonhub auslassen. Wer dagegen weiß, warum er inhalieren soll, wird dies auch regelmäßig tun.
Scheuen Sie sich nicht, beharrlich nachzufragen, wenn Ihnen etwas unklar ist. Nutzen Sie außerdem weitere Informationsmöglichkeiten, beispielsweise das Internet. Werden Sie zum Experten für Ihre Erkrankung - schließlich geht es um Ihre Gesundheit.
Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen eines Medikaments kann die Compliance ausbremsen. Insbesondere Kortison wird mit vielen negativen Effekten in Verbindung gebracht. Kortison ist besser als sein Ruf. Wenn Sie es im Rahmen Ihrer Asthmatherapie inhalieren, gelangt es direkt an den richtigen Ort, nämlich in die Lunge. Darum reichen auch vergleichsweise niedrige Dosen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Und: Kortison ist das wirksamste Medikament, um Ihr Asthma zu kontrollieren. Je länger Sie die Einnahme verschleppen, desto schlechter wird das Asthma mit unangenehmen Folgeschäden und desto mehr Kortison brauchen Sie später, um es wieder in den Griff zu kriegen.
Da der Mensch ist auf kurzfristige Belohnungen geeicht ist benutzen viele Asthmatiker zu häufig Bedarfsmedikamente, die schnell Erleichterung bringen. Dagegen nehmen sie Langzeitmedikamente zu selten. Eine gute Hilfe bietet ein Tagebuch, in dem Sie neben ihren Symptomen auch die Ergebnisse Ihrer Peakflow - Messungen notieren, und wie oft Sie Ihr Notfallmedikament benutzt haben. So können Sie Ihren Behandlungserfolg dokumentieren.
Durch eine disziplinierte Therapie können Sie Ihr Asthma kontrollieren,
statt nur Ihrer Krankheit ausgeliefert zu sein.
Dr. med. Dipl. Psych. Wolfgang Woynar
Arzt für Allgemeinmedizin
Wie entsteht eine Allergie?
Die Körperabwehr von Allergikern neigt zu Übertreibungen. Sie stuft
Erdnüsse, Pollen oder Tierhaare als feindliche Objekte ein und rüstet
gegen sie auf. Die Folge: Die Polizisten des Immunsystems, die Lymphozyten,
bilden Antikörper vom Typ IgE. Diese Antikörper heften sich an die
Mastzellen in den Schleimhäuten der Atemwege und des Magen-Darm-Kanals.
Das Immunsystem ist sensibilisiert und hält nun Allergene für vermeintliche
Feinde. Trifft ein Allergen auf einen Antikörper, löst dieser in
der zugehörigen Mastzelle Alarm aus. Sie schüttet Botenstoffe wie
Histamin aus, die in Mund, Magen, Hals, Herz oder Hirn zu allergischen Symptomen
führen.
Unter Pseudoallergien verstehen wir Erkrankungen, bei der
die Symptome denen einer Allergie sehr ähneln, die Abläufe im Körper
jedoch völlig andere sind. Nahrungsmittelzusätze oder Arzneimittel
führen bei diesen Menschen zu lebensgefährlichen Reaktionen.
Was ist der Prick-Test?
Bei dieser Standarduntersuchung werden dem Patienten auf die Innenseite eines
Unterarmes
verschiedene Lösungen getropft, die jeweils ein bestimmtes Allergen enthalten.
Mit einer Nadel wird dann durch den Tropfen hindurch die Haut angestochen.
Bilden sich innerhalb weniger Minuten kleine Quaddeln oder beginnt die Haut
zu jucken, ist eine Immunreaktion erfolgt. So lassen sich Allergien auf Tierhaare,
Pollen und Gräser, aber auch auf Nahrungseiweiße, Hülsenfrüchte
und Obst nachweisen. Der Pricktest kann ergänzt werden durch den Nachweis
von Antikörpern im Blut (IgE).
Viele andere Angebote sind unseriös und sind für den Nachweis von
Allergien ungeeignet.
Was ist Heuschnupfen?
Die Nase läuft, die Augen jucken, Augenlider schwellen an. Die Ursache
sind das Histamin und andere Botenstoffe, die bewirken, dass sich kleine Blutgefäße
erweitern. Dadurch erhöht sich die Durchblutung von Schleimhäuten
und die Produktion der Schleimdrüsen wird angeregt. Das umgebene Gewebe
schwillt an und entzündet sich
Was ist Asthma?
Das Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der
Atemwege. Infolge der Verengung der Atemwege führt das zu Anfällen
von Luftnot. Es besteht eine Überempfindlichkeit der Bronchien (Hyperreagibilität).
Die Ausprägung der Asthmaattacken kann sehr unterschiedlich sein - von
leichten, einige Minuten dauernden Atemnot-Episoden bis hin zu lebensbedrohlichen
Anfällen.
Beim Asthmaanfall kommt es zu Veränderungen, die die Atemwege verengen:
Die Muskeln der Bronchien verkrampfen sich, die Bronchialschleimhaut schwillt
entzündlich an, und es bildet sich ein zäher Schleim, der sich nur
mit Mühe abhusten lässt. Diese Veränderungen führen dazu,
dass der Durchmesser der Bronchien stark einengt ist und deshalb Atemnot entsteht.
Ursache der Anfallsweise auftretenden Atemnot ist ein überempfindliches
Bronchialsystem: Reize, die ein gesunder Mensch gut toleriert (wie körperliche
Anstrengung, kalte Luft, Zigarettenrauch), können beim Asthmatiker zur
akuten Atemnot führen. Bei rund 90% der Asthmatiker spielt eine Allergie
z.B. auf Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare eine wichtige ursächliche
Rolle.
Nach offiziellen Angaben haben in Deutschland etwa vier Millionen Menschen
Asthma. Die Symptome können stark variieren, typischerweise wechseln
sich Krankheitsschübe und beschwerdefreie Phasen ab. Auch bei geringen
Beschwerden ist ein Arztbesuch wichtig, denn unbehandelt können die Atemprobleme
fortschreiten und zu Spätschäden führen.
Was führt zur Atemwegsverengung während des Asthmaanfalls?
Die Verengung der Atemwege im Asthmaanfall wird im Wesentlichen durch drei
für das Asthma bronchiale bezeichnende Veränderungen hervorgerufen:
- Kontraktion der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus)
- Schwellung der Schleimhäute
- vermehrte Bildung eines zähen Schleims
Zu den typischen Symptomen eines Asthmaanfalls zählen:
- Kurzatmigkeit, Atemnot
- Erschwertes Ausatmen
- Pfeifendes, keuchendes oder brummendes Atemgeräusch („Giemen“)
- Trockener Reizhusten
- Engegefühl im Brustkorb
- Abhusten von zähem Schleim
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für allgemeinmedizin
Haben Sie Asthma?
• Fühlen Sie gelegentlich eine Enge in der Brust oder kommt es
vor, dass Sie pfeifende, rasselnde oder quietschende Geräusche beim Atmen
hören.
• Wachen Sie gelegentlich nachts auf und müssen husten und/oder
bekommen Sie schlecht Luft?
• Meiden Sie Zigarettenrauch, intensive Essensgerüche, kalte Luft
oder abgasbelastete Straßen, weil Sie dann schlecht Luft bekommen oder
husten müssen?
• Müssen Sie niesen, husten oder bekommen Sie schlechter Luft als
sonst, wenn .....
- Sie in die Nähe von Tieren kommen oder diese berühren?
- Im Frühjahr Gräser, Büsche oder Bäume blühen?
- Sie Staub saugen oder die Betten ausschütteln?
• Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten (zum Beispiel schwer tragen,
Gartenarbeit, Sport...), weil Sie Ihnen schwer fallen und Husten auslösen?
Haben Sie Beschwerden - trotz Behandlung?
• Werden Sie trotz Asthma-Behandlung nachts häufiger durch Husten
oder Atemnot wach?
• Haben Sie, obwohl Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen,
den Eindruck, dass Sie öfter als einmal im Monat deutliche Beschwerden
bis hin zur Atemnot haben?
• Merken Sie, dass sich die Beschwerden in letzter Zeit trotz Behandlung
wieder verstärken?
• Mussten Sie trotz Behandlung wegen akuter Symptome in der letzten
Zeit in das Krankenhaus oder zum Notarzt?
• Haben Sie in letzter Zeit Ihr Bedarfs-/Notfallmedikament vermehrt
einnehmen müssen (mehr als viermal pro Tag)?
• Falls Sie selber peak-flow-Messungen durchführen: weisen speziell
Ihre morgendlichen Werte starke Schwankungen auf? Fragebogen der Aktion "Außer
Atem".
Wer auch nur einmal mit "JA" antwortet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen!
TIPPS zum Umgang mit Asthma
• Medikamente richtig und regelmäßig anwenden.
• Ärztliche Untersuchungen (Lungenfunktionsmessungen / Laborkontrollen)
regelmäßig durchführen lassen.
• Aufmerksam sein, aber nicht ängstlich: Warnsignale erkennen und
handeln. "Welche Umstände führen zur Verschlechterung des Befindens?"
• Auslöser und Atemnotsituation meiden. (Zigarettenrauch, kalte
Nebeltage)
• Belastungen möglichst begrenzen: Pausen zum "seelischen
Luftholen" einlegen.
• Optimismus, Ausgeglichenheit und der Glaube an die eigenen Kräfte
können zu einer deutlichen Verbesserung führen.
• Vorbereitung auf Notfallsituationen: Asthma - Notfallplan aufstellen.
• Atemgymnastik durchführen: Mit Atemnot richtig umgehen.
• Sport treiben - fit trotz Asthma: regelmäßige körperliche
Betätigung stärkt die Atmung und trainiert die Muskulatur.
• Urlaubszeit zum Entspannen nutzen: "Aufatmen!".
Allergische Krankheitsbilder:
1. Durch Schwellung der Schleimhäute in Luftwegen und Bronchien kommt
es beim Asthma zu Kurzatmigkeit und Atemnot („Asthma bronchiale“).
Das krampfhafte Zusammenziehen der Muskulatur um die Bronchiolen erschwert
das Atmen zusätzlich.
2. Allergiereaktionen der Haut: Rötung, Juckreiz, Quaddelbildung, Ekzeme.
Nesselausschlag (Urtikaria).
3. Beschwerdebild Neurodermitis („endogenes Ekzem“): Rötung
der Haut, sehr starker Juckreiz, Schuppung und Verkrustung der Haut. Tritt
meist in Schüben auf.
4. Allergiereaktionen der Verdauungsorgane: „Brennen, Kribbeln“
auf der Zunge, Glottisödem, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl,
Blähungen, Verstopfung, Durchfall.
5. Von Allergien unterschieden werden Unverträglichkeitsreaktionen. Diese
Beschwerdebilder sind Allergien oft sehr ähnlich, das Immunsystem ist
daran jedoch nicht beteiligt. Ursache können toxische Reaktionen auf
eine Substanz sein.
6. Unspezifische Allergiereaktionen: Müdigkeit, rasche Erschöpfung,
Antriebslosigkeit, migräneartige Kopfschmerzen, erhöhte nervöse
Erregbarkeit, depressive Verstimmung.
Allergieformen
Pollenallergie („Heuschnupfen“) - Allergen: Blütenstaubkörner
Hausstauballergie - Allergen: Kot der Hausstaubmilbe
Nahrungsmittelallergie - Allergen: meist Eiweiße
Schimmelpilzallergie - Allergen: Schimmelpilzsporen
Insektenstichallergie - Allergen: Eiweiße des Insektengifts
Tierhaarallergie - Allergen: Tiereiweiße
Kontaktallergie - Allergen: Metalle, Umweltchemikalien
