
Liebe Leserinnen und Liebe Leser,
das Weihnachtsfest naht, das Jahr 2006 neigt sich dem Ende zu. Die stille
Zeit des Nachdenkens? Oder nur eine kurze Verschnaufpause, bis es im Neuen
Jahr wieder zur Sache geht? Lassen Sie sich von all dem Ärger nicht völlig
herunterziehen.
Finden Sie Ihren inneren Frieden jenseits der Droge Arbeit, zuhause mit Ihrer
Familie, mit Freunden, bei Ihrem Hobby. Der Schlüssel zum Glück
liegt allein bei Ihnen – wenn Sie es nur zulassen.
Weihnachten – das ist eine Zeit der Besinnung.
Weihnachten ist die Zeit der intensiven Vorbereitungen, der Geheimniskrämereien,
der Gerüche, der Genüsse und der Besinnung. Die Inhalte dieser Besinnung
können sehr unterschiedlich sein: etwa die Besinnung auf die christlichen
Wurzeln, an die Vergangenheit, die eigene Kindheit. Dabei wird uns die Vergänglichkeit
des Lebens wieder bewusst und in diesen Momenten wird deutlich, dass der Wert
des Zusammenlebens in der Familie von besonderer Bedeutung ist. Tradition
spielt ebenso eine wichtige Rolle, wie Bilder und Situationen.
Weihnachten – das ist eine Zeit der Wünsche.
Weihnachten ist natürlich auch eine Zeit der materiellen Wünsche.
Menschen nutzen die Vorweihnachtszeit, um Geld auszugeben, das sie nicht haben,
für den Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu
imponieren, die sie nicht mögen. Aber es sind nicht die Waren und werblichen
Versprechungen der Geschäfte, die uns erinnern lassen. Es sind Bilder
und Situationen und Gerüche, die uns an längst vergangene Zeiten
erinnern. Im Alter erwachen die Bilder der Vergangenheit, der eigenen Jugend.
Mit zunehmendem Alter erkennen wir alle unsere wahren Wünsche zunehmend
in den Bereichen Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlergehen. Die Sehnsucht
nach einem Mehr an Zeit, Aufmerksamkeit, Ruhe, Klarheit wachsen. „Zuhören
können“ gehört dazu. Wer wartet heute noch auf die Antwort,
wenn er eine Frage gestellt hat?
Dazu mein Erlebnis auf dem Weihnachtsmarkt: Der Weihnachtsmann baut seinen
Stand ab. Zwei Bürschchen beobachten ihn. Frage der Kinder: „Weihnachtsmann,
was machst du da?“ Keine Antwort. „Machst Du Feierabend?“
Keine Antwort. Nun, bei Kindern sind gottlob sowohl Phantasie wie Realitätssinn
ungebrochen.
Weihnachten – eine Zeit der Stille und der Gelassenheit.
Weihnachtszeit bedeutet für viele eine Zeit der Hetze, der Hektik. Stöhnen
über ein zuviel an Belastung. Momente der Stille finden wir allzu selten.
Gehen Sie am Deich spazieren, treffen Sie Freunde, genießen Sie ein
Glas Wein. Tun Sie, was Sie schon immer einmal tun wollten.
Weihnachten – eine Zeit der Bilanz.
Weihnachten und der Jahreswechsel sind Zeiten, Bilanz zu ziehen, sich zu erinnern,
ob die sehr persönlichen Wünsche und Vorstellungen realisiert und
eingelöst worden sind. Nicht immer wird die Bilanz nur positiv ausfallen.
Wir müssen begreifen lernen, dass die „gute, alte Zeit“ vorbei
ist. Wir müssen wieder lernen, mehr Verantwortung für uns selbst
und für Andere zu übernehmen. Die, denen es besser geht, müssen
begreifen, dass sie dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Die, die sich daran
gewöhnt haben, vom Staat versorgt zu werden, müssen erkennen, dass
sie für die Gestaltung ihres Lebens selbst auch beitragen müssen.
So gewinnt unsere Gesellschaft wieder notwendige Gestaltungsmöglichkeiten.
Doch wir Menschen, wir irren leider allzu häufig „unseren“
Regeln entsprechend.
Weihnachten – eine Zeit des Bescheidenheit.
Glück ist auch eine Frage der Bescheidenheit, die Fähigkeit, mit
dem Herzen zu denken. Genießen Sie die stillen Momente, wenn Kinderaugen
leuchten, wenn die Familie beisammen ist, wenn Sie und die Ihren gesund sind.
Es ist die Zeit des Redens und Schweigens, der Sehnsucht und des Wohlfühlens,
Zeit der Liebe und Hoffnung. Die Zeit für sich selbst – und für
andere. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein frohes Fest. Und ich wünsche
Ihnen, dass Sie Zeit für sich haben. Für ein gutes Gespräch.
Für einen lange nicht geschriebenen Brief. Und für das Neue Jahr
2007.
Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht
Ihr Wolfgang Woynar
Weihnachten wissenschaftlich
Kein anderes Fest „berührt“ so ambivalent wie Weihnachten.
Weihnachten provoziert Gefühle, sowohl pure „Harmonie“ und
„Liebe“ als auch „Ängste“ und „Horror“.
Ein kollektives Gefühlschaos ist natürlich ein wahres Festmahl für
Soziologen und Psychologen. Ein bisher von der Wissenschaft kaum beachtetes
Gebiet. Gewissermaßen eine Forschungslücke. Die Antworten auf Fragen
wie „Wie feiern Sie Weihnachten?“, „Sind Sie Weihnachten
alleine?“ oder „Wissen Männer, was Frauen sich wünschen?“
ergeben jedoch ein recht traditionelles Bild. Überwiegend wird Weihnachten
mit festlichem Essen, Geschenken und entsprechender Wohnungsdekoration gefeiert.
Weniger beliebt sind hingegen der gemeinsame Kirchgang, Musizieren, Singen,
Gesellschaftsspiele oder gar gemeinsames Fernsehen. „Weihnachten alleine!“
Für die meisten ist das eine sehr „traurige“, eine „schreckliche“
oder „deprimierende“ Vorstellung.
Beinahe alle Menschen schätzen die Familie zum Fest als „sehr wichtig“
ein.
Was wünschen sich Frauen und Männer? Frauen wünschen sich eher
eine Reise, eine Oper-, Theater-, Kino- oder Restaurantbesuch oder ideelle
Dinge wie Zufriedenheit, Gesundheit und Glück. Männer dagegen mehrheitlich
Geschenke aus dem Bereich Hobby, Medien und Spiele.
Das Weihnachtsfest wird, so die Forscher resümierend, überwiegend
als harmonisch, feierlich und besinnlich empfunden.
Kritische Äußerungen verblassen im Vergleich zum sorgsam organisierten
Fest.
Gesund und erfolgreich ins Jahr 2007
Erfolg – beruflich und privat – hängt von Qualifikation
und Fleiß ab. Doch gerade unsere Lebensgewohnheiten spielen eine wesentliche
Rolle.
Kleine Sünden und schlechte Angewohnheiten summieren sich zu Karrierebremsen.
Wer ständig unter Stress steht, versucht an allen Ecken und Enden „Zeit“
zu sparen: man lässt Mahlzeiten ausfallen, bewegt sich zu wenig, greift
häufiger zur Zigarette.
Die Summe all dieser Faktoren führt dazu, dass das Gehirn nicht optimal
mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
Viele Menschen arbeiten deshalb längst nicht so effizient und kreativ,
wie sie es bei einem gesünderen Lebensstil könnten. Wer beruflich
oder privat erfolgreich sein will, sollte regelmäßig Zeit in sich
und seine Gesundheit, sein Wohlbefinden investieren. Man ist sogleich leistungsfähiger
und belastbarer als jemand, der sich ständig auspowert. Jeder von uns
kann im Alltag vieles besser machen, um seine Ressourcen optimal zu nutzen.
Viele arbeiten auch am Wochenende und vernachlässigen dadurch Familie,
Sport, Hobbys und Freunde. Freizeitbeschäftigung und soziale Kontakte
aber sind wichtig für die Gesundheit. Wer sich nicht zwischendurch entspannt,
hat keine „Zeit“ seine Batterien wieder aufzuladen. Dauerbelastung
wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die Lebenschancen aus.
„Arbeiten Sie oder werden Sie gearbeitet?“
Auch der Schlaf kommt häufig zu kurz. Bei Schlafmangel wird die Informationsverarbeitung
des Gehirns beeinträchtigt, mit der Folge, dass man sich an bestimmte
Dinge einfach nicht mehr erinnern kann oder mühsam gelernte Inhalte vergisst.
Fangen Sie an zu laufen, schwimmen, Rad fahren, zu spielen mit Ihrer Familie,
Ihren Freunden. Laufen Sie die Pfunde herunter. Jede Treppe ist eine Chance,
kein Hindernis. Wer läuft, isst bewusster: Essen
Sie vor allem weniger Fett. Machen Sie sich die schönsten Salate. Genießen
Sie, statt herunterzuschlingen. Gesunde Ernährung heißt nicht,
den Spaß am Essen zu verlieren. Geben Sie das Rauchen auf. Trinken Sie
weniger Alkohol, weniger Kaffee. Trinken Sie mehr Wasser – gegen das
Rosten der Gelenke und Knochen.
Lassen Sie sich regelmäßig durchchecken! Auf Herz und Nieren -
und wenn Sie gerade dabei sind: lassen Sie die Krebsfrüherkennung gleich
mitmachen!
Sie können Ihrem Leben auch im Jahr 2007 zwar nicht mehr Tage geben,
aber Sie können den Tagen mehr Leben geben. Bleiben Sie gesund!
Folgende Tipps helfen:
- Ausreichend schlafen: Schlaf optimiert Kurzzeitgedächtnis, Konzentration.
- Regelmäßig bewegen: Ausdauertraining verbessert Stresstoleranz
und Leistungsfähigkeit.
- Täglich gut frühstücken: ein Frühstück mit Kohlenhydraten versorgt unser Gehirn mit Energie.
- „Fünf mal am Tag“: fünf Portionen Obst oder Gemüse
machen geistig fit und schützen vor Stress.
- Hobbys pflegen: Freizeitbeschäftigungen sorgen für Entspannung
und machen energetisch wieder fit.
- Zeit für Freunde und Familie einplanen: gute soziale Kontakte reduzieren
Stress und stärken das Immunsystem.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Arzt für Allgemeinmedizin
www.hausarztbremerhaven.de
Traditoneller Weihnachtsschmaus
Weihnachten wird besonders reichhaltig getafelt. Hierzulande gehören
vor allem Gans und Karpfen sowie Lebkuchen und Christ- Stollen auf den Teller.
Was das aus medizinischer Sicht bedeutet, wissen nur wenige.
Beim Weihnachtsschmaus geht es traditionell um Sinnesfreuden und religiöse
Bezüge,
aber auch um Volksmedizin: viele Weihnachtsspeisen haben eine Bedeutung als
Wunder-
und Heilmittel. Wie etwa die Weihnachtsgans mit Rotkohl.
Die Weihnachtsgans hat sich schon deshalb als Festtagsschmaus durchgesetzt,
weil sie alles liefert, was man an kalten Wintertagen braucht: nämlich
reichlich Energie. Die Gans hat mit 31 Prozent den größten Fettanteil
unter den Geflügelsorten überhaupt. Früher machte man aus ihrem
Schmalz zudem Heilmittel gegen Schnupfen und andere
wintertypische Infekte. „Gänseschmalz wiegt mehr als alles Geld
der Welt.“ Die traditionelle Beilage Rotkohl passt
geschmacklich sehr gut zur Gans und ergänzt sie auch mit Nährstoffen.
Rotkohl ist reich an Folsäure sowie den Vitaminen C und E, darüber
hinaus enthält er Ballast- und Gerbstoffe, die positive Wirkungen auf
unsere Blutfettwerte haben.
Auch der Karpfen ist trotz seines immensen Fettgehalts als
Hauptspeise aus medizinischer Sicht zu befürworten. Denn neben hochwertigem
und leicht verdaulichem Eiweiß enthält er mehrfach ungesättigte
Fettsäuren für den Schutz der Blutgefäße, sie können
sogar den Blutdruck positiv beeinflussen. Allerdings enthält Karpfen
als Süßwasserfisch keine nennenswerten Mengen an Jod.
Bockwurst mit Kartoffelsalat hat eine eher eine junge Tradition.
In der deutschen Nachkriegszeit war man heilfroh zu Heiligabend ausnahmsweise
etwas Besseres als dünne Suppe und Brot zu haben. Nicht wenige Familien
halten zu Weihnachten bewusst an diesem Brauch fest.
Lebkuchen wird aus medizinischer Sicht vor allem dann wertvoll,
wenn er mit reichlich Zimt zubereitet wurde. Denn das Gewürz senkt den
Blutzuckerspiegel. In der ohnehin „süßen“ Weihnachtszeit
ist Zimt genau das Richtige.
Der Christ- Stollen mit seiner über 700 Jahre alten Tradition wird als
„ein Symbol für das gewickelte Christkind“ gedeutet. Mediziner
dagegen sehen im Stollen in erster Linie eine Süßigkeit, die man
in Maßen genießen sollte. Rosinen und Korinthen enthalten zwar
reichlich Ballaststoffe und Kalium.
Der Zuckergehalt aber kann sich hinsichtlich der Kalorienzahl durchaus mit
der Weihnachtsgans messen.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Arzt für Allgemeinmedizin
www.hausarztbremerhaven.de
