
Liebe Leserinnen und Liebe Leser,
sind auch Sie mit dem löblichen Vorsatz ins Neue Jahr gestartet, zukünftig
gesünder zu leben?
Zum Beispiel schleunigst das Laster „Rauchen“ aufgeben, mehr Bewegung,
weniger Alkohol und bekömmlicher ernähren?
Dass sich solche guten Vorsätze wirklich lohnen können, beweist
die Untersuchung einer britischen Forschergruppe aus Cambridge. Im Schnitt
wurden die Probanden mehr als zehn Jahre beobachtet mit dem Ergebnis: „Vierzehn
Jahre länger leben mit nur vier einfachen Verhaltensregeln.“
Wer nicht raucht, etwas Sport treibt, mäßig Alkohol trinkt und
täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse isst, lebt demnach
im Schnitt 14 Jahre länger.
Vielleicht haben Sie Lust, einmal kurz inne zu halten und darüber nachzudenken?
: Wie sieht mein persönliches „Zukunftsszenario“ aus? Bin
ich zufrieden mit meiner Situation? Beruflich und privat? Wenn „JA“:
OK, wenn „NEIN“: Warum ändere ich es nicht? Ein jeder will
alles ändern – nur nicht sich selbst. Daran sind Revolutionen gescheitert.
Ein paar Dinge sind mir dazu eingefallen.
Hören Sie gut. Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert
ist. Haben Sie Geduld, und nehmen Sie sich Zeit für das, was Ihnen wichtig
ist. Machen Sie sich zum Beispiel abends eine Liste der Dinge, die Sie am
nächsten Tag erledigen wollen. Planen Sie nicht mehr ein, als Sie bewältigen
können. Bleiben Sie dabei selbstkritisch und lernen Sie aus Ihren Fehlern.
Denn ein und denselben Fehler mehr als einmal zu machen ist schlicht Dummheit.
Sie wissen nicht immer alles besser.
Bescheidenheit bringt oft weiter als Eitelkeit. Doch bleiben Sie beharrlich
am Ball, kämpfen Sie, wo es wirklich wichtig ist, und geben Sie dann
aber nicht zu schnell auf. Verstellen Sie sich nicht, bleiben Sie sich selbst
treu. Halten Sie Versprechen.
Bleiben Sie fair. Kontern Sie Fouls mit „fair-play“. Diskutieren
Sie ruhig und hart, aber halten Sie sich immer an getroffene Vereinbarungen.
Entscheiden Sie mit Bedacht, aber entscheiden Sie! Reden ist kein Ersatz für
Handeln. Ärgern Sie sich weniger! Fragen Sie sich lieber, was Sie das
nächste Mal besser machen können.
Stellen Sie die Ursachen Ihres Ärgers, z.B. „Zeitdiebe und Nervenräuber“,
ab. Und schieben Sie nie die Schuld auf andere. Lehnen Sie Feigheit ab. Feigheit
ist meist die Schwester der Frechheit. Stellen Sie sich den Problemen, anstatt
davonzulaufen. Versuchen Sie nicht immer wieder, Ihre Unzulänglichkeiten
zu Tugenden umzumünzen.
Lernen Sie, sich ab und zu auch mal zu entschuldigen. Lassen Sie Fehler zu.
Bedanken Sie sich bei denen, die Ihnen geholfen haben. Sagen Sie häufiger
„NEIN“, und setzen die freigewordene Energie für Dinge ein,
von denen Sie wirklich überzeugt sind. Loben Sie öfter.
Nehmen Sie gelegentlich Menschen, die Ihnen nahe stehen, in den Arm –
Freunde, Bekannte, Mitarbeiter. Strahlen Sie Sicherheit und Wärme aus!
Gönnen Sie anderen Ihren Erfolg. Neid wirkt ätzend – am meisten
für Sie selbst. Helfen Sie anderen. Geben Sie gelegentlich, ohne gleich
eine Gegenleistung zu erwarten. Engagieren Sie sich, statt über Dinge
zu lamentieren.
In der Politik, in Ihrer Stadt, in Ihrer näheren Umgebung. Danken Sie
hin und wieder „Ihrem“ Allmächtigen dafür, dass es Ihnen
gut geht. Grüßen Sie wieder alle Nachbarn.
Wie oft lachen Sie bei der Arbeit, zuhause? Lachen Sie häufiger! Auch
über sich selbst. Tun Sie es öfter – für sich und die
anderen. Entwaffnen Sie Aggressivität durch Freundlichkeit. Machen Sie
beim Autofahren mal wieder Platz, wenn einer sich einreihen will.
Halten Sie einmal am Tag für fünf Minuten inne und entspannen Sie.
Denken Sie darüber nach, was Sie schon immer mal tun wollten. Fangen
Sie ganz einfach damit an! Kennen Sie den Begriff „Zeitqualität“?
Es ist die wirklich gut und sinnvoll genutzte Zeit. Gerade dann, wenn wenig
Zeit für das Privatleben bleibt, muss diese verbleibende Zeit gut genutzt
werden. Gehen Sie mit Ihrer Zeit nicht verschwenderisch um. Reden Sie lieber
mal wieder intensiv mit Ihrer Familie, Ihren Freunden. Lesen Sie ein gutes
Buch.
Für Ihre Gesundheit alles Gute wünscht Ihnen Ihr
Erfolg – beruflich und privat – hängt von Qualifikation und Fleiß ab. Doch gerade unsere Lebensgewohnheiten spielen eine wesentliche Rolle. Kleine Sünden und schlechte Angewohnheiten summieren sich zu Karrierebremsen.
Wer ständig unter Stress steht, versucht an allen Ecken und Enden „Zeit“
zu sparen: man lässt Mahlzeiten ausfallen, bewegt sich zu wenig, greift
häufiger zur Zigarette. Die Summe all dieser Faktoren führt dazu,
dass das Gehirn nicht optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt
wird. Viele Menschen arbeiten deshalb längst nicht so effizient und kreativ,
wie sie könnten.
Wer beruflich oder privat erfolgreich sein will, sollte regelmäßig
Zeit in sich und seine Gesundheit, sein Wohlbefinden investieren. Sie werden
leistungsfähiger und belastbarer als andere, die sich ständig auspowern.
Jeder von uns kann im Alltag vieles besser machen, um seine Ressourcen optimal
zu nutzen.
Viele arbeiten auch am Wochenende und vernachlässigen dadurch Familie,
Sport, Hobbys und Freunde. Freizeitbeschäftigung und soziale Kontakte
aber sind wichtig für die Gesundheit. Wer sich nicht zwischendurch entspannt,
hat keine „Zeit“ seine Batterien wieder aufzuladen. Dauerbelastung
wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die Lebenschancen aus.
Beantworten Sie für sich ganz persönlich die Frage: „Arbeiten
ich oder werde ich gearbeitet?“
Häufig kommt der Schlaf zu kurz. Bei Schlafmangel aber wird die Informationsverarbeitung
des Gehirns beeinträchtigt. Bewegung ist gut für Körper und
Seele. Beginnen Sie – am besten heute noch – mit Laufen, Schwimmen,
Radfahren, Spielen. Mit Ihrer Familie, Ihren Freunden. Laufen Sie die Pfunde
herunter. Jede Treppe ist eine Chance, kein Hindernis. Wer läuft, isst
bewusster: Essen Sie vor allem weniger Fett. Bereiten Sie sich geschmackvolle
Salate. Genießen Sie, statt herunterzuschlingen. Gesunde Ernährung
heißt durchaus nicht, keinen Spaß am Essen zu haben. Geben Sie
das Rauchen auf. Trinken Sie weniger Alkohol, weniger Kaffee. Trinken Sie
mehr Wasser - gegen das Rosten der Gelenke und Knochen. Lassen Sie sich regelmäßig
bei Ihrem Hausarzt durchchecken! Auf Herz und Nieren - und wenn Sie gerade
dabei sind: Lassen Sie die Krebsfrüherkennung gleich mitmachen! Sie können
Ihrem Leben auch im Jahr 2008 zwar nicht mehr Tage geben, aber Sie können
den Tagen mehr Leben geben. Bleiben Sie gesund!
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
Frauenarzt - Männerarzt (cmi)
Warum abnehmen?
Ist Übergewicht wirklich schädlich?
Erhebliches Übergewicht ist sicher schädlich mit gesundheitlich
negativen Konsequenzen. Einerseits wegen der vermehrt auftretenden Stoffwechselkomplikationen,
z.B. Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und wegen der daraus
resultierenden koronaren Herzkrankheit. Zudem wegen der statischen Komplikationen
durch das vermehrte Körpergewicht: Arthrose und Rückenbeschwerden,
die treten gehäuft bei Übergewichtigen auf.
Ist Übergewicht für jeden gleich schädlich?
Übergewicht allein bestimmt nicht das Risiko für Komplikationen.
Erst wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen, beispielsweise zusätzlich
noch hoher Blutdruck oder Diabetes, vervielfacht sich das Risiko für
das Herz wesentlich.
Wenn sich Blutdruck, Cholesterinspiegel und Blutzucker im Normbereich befinden,
dann ist das Stoffwechselrisiko Übergewichtiger eher kleiner.
Ein zweiter Gesichtspunkt kommt hinzu: Entscheidend ist auch wie das Fett
verteilt ist.
Wir wissen aus Studien, dass es auch wichtig ist, wo sich das Fett anhäuft.
Beispielsweise ist das Bauchfett gefährlicher als die Fettansammlung
an Gesäß oder Oberschenkel.
Warum ist das so?
Stoffwechselkomplikationen treten gehäuft bei stammbetontem Übergewicht
auf. Das abdominale Fettgewebe hat einen beschleunigten Fettumsatz. Es behindert
zudem den Insulinabbau, die Insulinresistenz. Die verminderte Insulinwirkung
ist ausgeprägter bei stammbetontem Übergewicht.
Männer haben bekanntlich häufiger das bauchbetonte Übergewicht.
Übergewicht bei Kindern!
Das Übergewicht beim Kind ist ein sehr problematisches Thema, denn übergewichtige
Kinder bleiben häufig auch im Erwachsenenalter übergewichtig.
Häufig sind ganze Familien übergewichtig, verständlich bei
gleichen Ernährungsgewohnheiten.
Die Bekämpfung des Übergewichtes sollte schon sehr früh beginnen,
im Elternhaus, später in der Schule. Alle, Eltern und Lehrer, müssen
versuchen, dieses vermeidbare Risiko gering zu halten.
Für den Hausarzt ist es allerdings nicht sehr einfach. Er muss die ganze
Familie behandeln, nicht das Kind allein. Ohne Zwang oder Druck muss ein alternatives
Essverhalten eingeübt werden.
Warum wird man eigentlich übergewichtig?
Unbestreitbar gilt: man wird übergewichtig, weil die Bilanz nicht stimmt.
Die Bilanz zwischen aufgenommener Energie - also den Kalorien in der Nahrung
- und dem Verbrauch der Energie, also der Kalorien. Häufig stimmt die
Bilanz auf beiden Seiten nicht! Der Fettanteil - das Kalorienangebot - ist
zu hoch, aber zugleich bewegen wir uns zu wenig, im Beruf wie im Privatleben,
d.h. der Kalorien-Verbrauch ist zu gering. Jeder Ernährungsbericht sagt,
dass wir einerseits zu viel und andererseits falsch essen, also zu süß,
zu fett etc.
Quantität und Qualität stimmen zunehmend nicht bei unserer Ernährung.
Das sind die tatsächlichen Gründe für die zunehmende Häufigkeit
des Übergewichtes in allen Industrieländern.
Wie groß ist der genetische Faktor?
Wissenschaftliche Studien, insbesondere der Zwillingsforschung, zeigen, dass
Übergewicht
eine starke vererbte Komponente hat, die man eigentlich erst in letzter Zeit
so richtig zur Kenntnis genommen hat. Eineiige Zwillinge entwickeln sich praktisch
immer sich gleich, unabhängig in welchem Milieu sie aufgewachsen sind.
Je nach Autor sind etwa 50% durch Erbfaktoren bedingt. Welche Gene es exakt
sind, das ist noch unklar. Man hat einige Hinweise, etwa im Leptin-Gen, aber
auch in Betarezeptoren. Aber für die Mehrzahl gibt es noch keine hinlängliche
Erklärung.
Das heißt, Übergewicht vermeiden ist nicht unmöglich, sondern
lediglich schwieriger.
Fakt bleibt: wenn Sie Ihre Energiebilanz ausgeglichen halten, also weniger
Kalorien aufnehmen und gleichzeitig mehr Energie verbrauchen, dann werden
Sie nicht zunehmen.
Mythos: „Gute/schlechte Futterverwerter“
Wahr ist, wir verwerten praktisch alles, was wir essen. Deshalb ist die Annahme
falsch, dass es bei gesunden Menschen unterschiedliche Futterverwerter hinsichtlich
der Kalorien - Aufnahme im Darm
gibt. Im Stuhl erscheint weniger als 1% der aufgenommenen Energie. Hier gibt
es keine wesentlichen Unterschiede.
Mythos: „Drüsenstörung“
Für die Erklärung von Übergewicht sind Hormonstörungen
(“Drüsen“) irrelevant. Richtig ist, dass man nach Einnahme
von Steroiden dazu neigt zuzunehmen. Auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion
kann man etwas an Gewicht zunehmen.
Mythos: „schwere Knochen“
Auch das ist kein stichhaltiges Argument. Die Knochenmasse ist ein kleiner
Teil des gesamten Körpergewichtes. Sie variiert, hat aber nichts mit
Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht) zu tun. Das Körpergewicht ist
bedingt durch die Fettmasse und nicht die Knochenmasse.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin
Frauenarzt - Männerarzt (cmi)
