
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Gesundheitspolitik ist spannend.
Es gibt Menschen, die dafür sorgen, dass etwas passiert.
Dann gibt es diejenigen, die zusehen, was passiert.
Die Meisten wundern sich, was passiert.
Zu welchen Menschen gehören Sie?
Haben Sie sich in den letzten Tagen einmal die Frage gestellt:
„Was verdient der Arzt meines Vertrauens?“
Mein Arzt verdient mehr Freiheit in Diagnostik und Therapie. Damit er seine medizinische Kompetenz voll ausspielen kann: als Spezialist für Kranke und Berater für Gesunde. Ohne Kompromisse - und das von der Vorsorge bis zur Nachsorge. Nur dann ist mein Arzt ein unabhängiger Berater in Gesundheitsfragen und kann mir jederzeit gezielt das empfehlen, was meiner Gesundheit hilft.
Mein Arzt verdient mehr Anerkennung. Er verdient ein Einkommen, das seine
ganze Leistung honoriert. Mein Arzt verdient bessere Möglichkeiten zur
gezielten Weiterbildung.
Damit sein Wissen und Können jederzeit auf dem Laufenden bleibt und er
der Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt immer einen Schritt voraus ist.
Mein Arzt verdient mehr aktive Unterstützung statt bremsender Strukturen. Damit er sich ganz auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann.
Der Spitzenplatz beim Image allein reicht nicht. Was zuweilen fehlt, ist die Unterstützung durch Gesellschaft, Politik und veröffentlichte Meinung - eine Atmosphäre, die ärztlichen Beratungszielen und den Menschen zugute kommt.
Für Ihre Gesundheit alles Gute,
wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Woynar

Gesund trotz Stress!
wenn es wieder einmal hektisch zugeht, eine explosive Mischung aus Zeitmangel, Nervosität und Enge, haben Sie sich dann schon einmal die Frage gestellt: "Werde ich gearbeitet oder arbeite ICH?" – Sie haben zumindest zwei Alternativen. Entweder beherrscht, erdrückt der Stress SIE oder SIE bewältigen Ihrerseits den Stress. Folgerichtig ergeben sich die Fragen: "Wie kann ich mich selbst und meine Arbeit besser organisieren?" "Welche Spielregeln sollen gelten? - Ausschließlich die der Anderen? Oder meine?"
Denn Stress im Übermaß beeinträchtigt bekanntermaßen langfristig Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude und bringt Gesundheitsrisiken mit sich. Als da sind: ständig klingelndes Telefon, unaufgeräumtes Kinderzimmer, besetztes Badezimmer im allmorgendlichen Chaos. Auch ein voller Terminkalender ist kein Zeichen für ein erfülltes Leben.
Ob es sich bei einschneidenden Lebensereignissen nun um Scheidung, Krankheit oder Tod des geliebten Lebenspartner handelt: feststeht, dass ein solches Ereignis gesundheitsgefährdenden Stress erzeugen kann. Aber Ferien und Freizeit - selbst Weihnachten, sind häufig auch noch als Stressoren anzusehen.
Die körperlichen und seelischen Warnsignale sind uns vertraut: trockener Mund, kalter Schweiß, Muskelanspannung, erhöhter Herzschlag. Bestätigt ist der Zusammenhang zwischen zu viel Stress über lange Zeit mit Kopfschmerzen, Hautproblemen, geschwächtem Immunsystem, Rückenschmerzen, Herz-Kreis-Erkrankung/ Bluthochdruck, Magen- und Darmbeschwerden und Potenzstörungen.
Stress im Übermaß schlägt sich auch im Verhalten von Menschen
nieder:
1. nimmt die Leistungsfähigkeit ab wegen Gereiztheit, Aggressivität,
starrem Denken und Handeln, sowie Abnahme der Kreativität.
2. nimmt die Erholungsmöglichkeit ab wegen des Rückzugs aus sozialen
Beziehungen und weniger Freizeitaktivitäten.
3. nimmt das Gesundheitsrisiko zu wegen unregelmäßigem Essen (häufig
zu viel), wenig Bewegung, (mehr) Rauchen und "Entspannung" durch
Alkohol und Medikamente.
DISTRESS ist der "böse Bruder" des "gesunden" EUSTRESS.
Wie unterschiedlich die Stressoren auch sind - biochemisch läuft die
Stressreaktion immer gleich ab. Jede intensive Beanspruchung führt zur
Mobilisation von Stresshormonen. Es handelt sich vornehmlich um Adrenalin
und Noradrenalin, sogenannte Katecholamine, die teilweise aus dem Nebennierenmark,
teilweise an Nervenendigungen freigesetzt werden. Steigt ihre Menge im Blut
an, entfalten sie eine Peitschenwirkung auf herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel.
Sprunghaft steigt der Sauerstoffbedarf in dem entsprechenden Gewebe an. Liegt
aber hier gerade ein Engpass vor, zum Beispiel die Verengung eines arteriellen
Blutgefäßes, kann hierdurch allein ein Missverhältnis zwischen
Sauerstoff- "Bedarf" und Sauerstoff- "Angebot" in dem
betreffenden Gewebe eintreten.
Merke: Ursache von Herzinfarkt und Hirninfarkt!
Stress in unserer Zeit bedroht zwar seltener unser kostbares Leben direkt, dafür aber immer häufiger unser inneres Gleichgewicht, Selbstvertrauen und nicht zuletzt unsere Leistungsfähigkeit. Die Folge: der Körper läuft ständig auf Hochtouren, die Anspannung schaukelt sich hoch und irgendwann ist die Energie erschöpft. So gesehen können Krankheit oder Beschwerden schon einmal eine "Notfall-Reaktion" des Körpers sein, wenn die Reserven erschöpft sind.
Sport und Bewegung dagegen entspannen körperlich und psychisch. Ein Teil der angestauten Energie lässt sich nämlich durch Joggen, Wandern, Schwimmen oder Ballspiele abbauen. Fitness erhöht erwiesenermaßen die Stresstoleranz.
Besser als die sofort wirksamen Antistressmittel mit negativen Langzeitfolgen ( Beispiele: Beruhigungsmedikamente und Schlaftabletten, Alkohol und Tabak, Kaffee und Schokolade ) sind Entspannung, körperliche Betätigung - Sport - kompensatorische Tätigkeiten in der Freizeit, Hobbys, Verlustüberwindung, Selbstveränderung, Umweltveränderung und Schutzvorkehrungen treffen. Wünschenswert ist die bewusste Suche nach einer effektiven, gesundheitsfördernden Stressbewältigung und damit verbunden eine Neubewertung der eigenen Lebenssituation.
Sinnvolle Freizeitgestaltung - erlauben Sie, dass ich das ausdrücklich betone - ist eine aktive Investition in unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
Negative Gedanken erschweren das Leben: Selbstvorwürfe ("Das ist wieder mal typisch für mich, das kann nur mir passieren"), Angst vor der Kritik anderer, Schwarzmalerei und Hilflosigkeit ("Das geht bestimmt schief"), Angst vor körperlichen Beschwerden und Selbstüberforderung ("Mir dürfen keine Fehler unterlaufen")
Positiver denken dagegen erleichtert und beflügelt: "Ich weiß,
dass ich es kann", "Auch Kritik kann mir nützen", "Ärger
lohnt sich nicht", "Ich stelle ich mir den jetzt nackt vor",
"Die anderen kochen auch nur mit Wasser - ich kenne den Siedepunkt!"
Bitte ehrlich! Überprüfen Sie sich kritisch.
Obwohl die Vorteile einer gesunden Lebensführung auf der Hand liegen, reichen Informationen darüber - als Grundlage einer Verhaltensänderung allein nicht aus. Sein Verhalten zu ändern ist immer eine schwierige Aufgabe, denn schließlich sollen Verhaltensweisen geändert werden, die in den gesamten Lebensstil des Betroffenen integriert sind. Zudem erfordert Verhaltensänderung "Selbstkontrolle". Diese Selbstkontrolle bedeutet: Kurzfristig auf Angenehmes zu verzichten, Unangenehmes in Kauf zu nehmen, um langfristig Positives zu erreichen.
Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin – Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
Wie kann ich mit Belastungen besser umgehen? Stressbewältigung
–
Tipps gegen die Hektik ! Wege zu mehr Gelassenheit
Mein Stressbewältigungsprogramm für Sie "Therapie der Gegenwart"
130 (Oktob.1991) Nr.10 - Praxismanagement, ist aus verschiedenen Bausteinen
zusammengesetzt. Grundlage und Basis ist das Entspannungstraining, das sich
an die "progressive Muskelrelaxation" anlehnt. Dabei werden alle
wichtigen Muskelgruppen erst angespannt und dann wieder entspannt. Diese "Progressive
Muskelentspannung" bildet die Grundlage von mentalen Entspannungsübungen
gegen stressbedingte Leiden wie Migräne oder Spannungskopfschmerz, Bluthochdruck,
allgemeine Angstzustände und Schlaflosigkeit: man löst nicht nur
momentane Verkrampfungen, sondern kann auf längere Sicht lernen, innere
Unruhe und Anspannung immer leichter und besser zu überwinden.
Denn - Hand aufs Herz - wann haben Sie sich zum letzten Mal für sich selbst "Zeit genommen" und völlig losgelöst nach einer Situation gesucht, die für Sie ganz persönlich Entspannung schlechthin bedeutet? Regelmäßiges Üben der Basisentspannung vorausgesetzt, werden bald in der Lage sein, die "Kurzentspannung mit Ruheszene" während und nach Belastung zum Auftanken zu nutzen. Die Ruhszene sollte eine Situation sein - gleich ob konstruiert oder selbst schon erlebt - in der Sie sich sehr wohl fühlen: Vielleicht liegen Sie af einer Wiese. Ein leichter Wind bewegt das Gras ein wenig. Die Sonne scheint und wärmt Sie angenehm. - Vielleicht befinden Sie sich aber auch am Meer, das leise rauscht. Sie liegen in den Dünen, lauschen den Möwen und schmecken das köstliche Salz der See auf Ihren Lippen. Ein mentaler Ultra-Kurzurlaub, nicht die ganze Wahrheit, aber besser als gar nichts.
Für den Alltag, ob in Beruf oder Familie, von praktischem Nutzen ist
auch die nächste Übung "Kurzentspannung mit persönlichem
Leitsatz". Um für belastende Situationen noch besser gerüstet
zu sein, können Sie sich einen Gedanken, eine Leitsatz wählen, der
für Sie ganz persönlich bei Ihrem Bemühen um mehr Gelassenheit
hilfreich ist. Er kann Ihnen in Stresssituationen helfen, Ruhe zu bewahren
und erfolgreich zu handeln. Den Gedanken können Sie auch als Signal benutzen,
sich sehr schnell zu entspannen. Fassen Sie diesen Gedanken in eine kurze
Formel, z.B. "Ich bleibe ganz ruhig!" oder "Erst nachdenken,
dann handeln!" oder auch "Ich schaffe es!" Zum Stressmanagement
gehört neben der Entspannung auch das mentale Training. Man könnte
es als "geistiges Trockentraining" bezeichnen, das bereits erfolgreich
von Spitzenkräften in Industrie und Wirtschaft sowie im Sport angewendet
wird, um im entspannten Zustand schwierige Situationen geistig "auszuprobieren".
Stress wird häufig durch "negatives Denken" hervorgerufen oder
verstärkt. Dieser Stress ist gewissermaßen "hausgemacht".
Negative, stressinduzierende Gedanken stellen eine Last dar, die wir ständig
mit uns herumtragen. Positives denken dagegen erleichtert und beflügelt.
Positive Gedanken erlauben selbst bei Schicksalsschlägen und Niederlagen,
positive Momente der jeweiligen Situation zu erkennen und zu meistern, zumindest
aber besser damit zurechtzukommen.
Häufig sehen wir unter Stress nur eine Möglichkeit zu handeln,
und zwar vor lauter Angst nicht selten die, die schon bisher immer erfolglos
war. Durch Entspannung - muskulär und mental - werden rigide Denkgewohnheiten
aufgehoben, der sogenannte "Tunneleffekt" vermieden. Indem man neue
Handlungsmöglichkeiten vor dem geistigen Auge ablaufen lässt (wie
einen Film, den man kurz stoppen, vorwärts und rückwärts laufen
lassen kann), können Denkbarrieren abgebaut, verbesserte, kreative Alternativen
des Verhaltens erkannt und geistig durchgespielt werden.
Praktische Anwendung und Ziel aller chronisch Gestressten: eine persönliche
Langzeitperspektive mit neuen Handlungsstrategien, die Aussicht auf mehr Gelassenheit
und Gesundheit geben. Voraussetzung dafür ist die individuelle Suche
nach Informationen zur Bewältigung und, damit verbunden, eine Neubewertung
der aktuellen Situation. Durch solche grundlegenden Neuorientierungen kann
man nach und nach die beliebten Antistressmittel mit Sofortwirkung, aber mit
negativen Langzeitfolgen einschränken, wie Alkohol und Tabletten zur
Beruhigung, Schokolade zur Belohnung, Nikotin, Kaffee etc. Denn sie alle führen
bekanntermaßen langfristig zu Beschwerden und Krankheiten. Bewegung
und Sport bieten dagegen hervorragende Möglichkeiten, etwas für
Entspannung und Ausgeglichenheit zu tun. Auch andere "kompensatorische"
Tätigkeiten im familiären und sozialen Bereich sind sinnvolle Investitionen
in die eigene "geistig-seelische" Gesundheit.
Zum krönenden Abschluss geht es bei der Königsübung, dem "Zukunfts-Szenario", um Überlegungen zu Ihrem Lebensstil und zu den Zielen, die direkt oder indirekt in Ihrem Leben verfolgen. Seien Sie nicht erstaunt, wenn Sie feststellen, dass Ihnen manches für viele Lebensbereiche noch unklar ist. Das ist ganz normal, weil wir uns nur selten zeit nehmen, darüber nachzudenken.
Dazu folgendes "Gedankenexperiment": Versuchen Sie sich vorzustellen, wie es in Ihrem leben in etwa acht Jahren aussieht.
• Wie wird es sein, wenn es so weitergeht wie bisher mit meinem Stress
und den vielen Belastungen?
• Wie wird mein Leben aussehen, wenn ich es schaffe, Stress zu reduzieren,
wenn ich gelassen und ausgeglichen bin?
Gewissermaßen als Anregungen zum weiterdenken folgende Fragen:
• Wie alt bin ich in acht Jahren?
• Wie alt sind die Menschen, mit denen ich zusammenlebe?
• Wo lebe ich? In der gleichen Wohnung, im selben Ort?
• Wie sieht es in acht Jahren aus in beruf oder Haushalt? In der Partnerschaft?
Bei der Kindererziehung? Im Freundes- und Bekanntenkreis?
• Wie zufrieden bin ich damit?
• Wie steht es mit meiner Gesundheit? Bin ich krank? Habe ich Beschwerden?
• Wie viel Freizeit habe ich in acht Jahren? Treibe ich Sport, nutze
ich das Entspannungstraining?
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, ob der jetzige Lebensstil ad ultimo fortsetzbar ist. Sicherlich nicht - doch was tun Sie, um dorthin zu kommen, wo Sie sein möchten? Überlegen Sie bereits heute einige kleine, erste Schritte, um dieses Ziel zu erreichen! Was könnten Sie in der nächsten Woche tun, um eines dieser Ziele konkret zu erreichen?
Bedenken Sie: Die Welt verändern zu wollen ist sicherlich ein ehrenwertes
Ziel - doch wir tun gut daran, bei uns selbst zu beginnen. Handeln Sie nach
dem Motto: "Wenn ich nicht selbst bei mir anfange, wer macht es sonst?"
Dr. med. Wolfgang Woynar, Dipl.Psych.
FA Allgemeinmedizin
www.gesundheitsforum-bremerhaven.de
TIPPS:
Zeit sparen durch Zeitmanagement,
Zeit gewinnen durch gesunde Lebensführung
• Zeitplanung ist immer auch Zielplanung – und umgekehrt. Zeitmanagement
hat viel zu tun mit persönlicher Lebensführung, Selbstorganisation
und Selbstdisziplin. Wir wissen erst, ob wir unsere Zeit nutzen oder nicht,
wenn wir wissen, was wir wollen und was uns wichtig ist.
• Zeitplanung heißt fest umrissene Ziele setzen und klare Prioritäten
haben. Was ist wichtig, was unwichtig, was ist dringlich, was „Kategorie
Mülleimer“?
• Lernen Sie „NEIN!“ sagen und setzen Sie Ihre Entscheidung
auch durch. Vorsicht: psychologische Falle! - die gaukelt uns vor, es sei
befriedigender, kleinere aber leichtere Aufgaben zu lösen, um so wenigstens
das Gefühl von einigen, wenn auch kleinen Erfolgserlebnissen zu haben.
• Finden Sie die erfolgreiche Balance zwischen fremdbestimmten Interessen
und eigenen Zielen. Ein voller Terminkalender bedeutet nicht zwingend auch
ein „erfülltes Leben“.
• Lassen Sie ausreichend Zeit für Unvorhergesehenes. Der häufigste
Fehler ist, die gesamte zur Verfügung stehende Zeit zu verplanen. Auch
angeblich nicht Vorhersehbares ist planbar!
• Planen Sie „time - out“! Das meint, investieren Sie 15
Minuten „stille“ Zeit – Regeneration nur für sich allein.
Sie sparen Stunden.
• Achtung vor Zeitdieben!
- äußeren wie Telefon, Piper und Handy. Meine Erfahrung: zweidrittel
unnötige Störungen, ein Drittel dringend notwendig oder akzeptabel.
- Die meisten Zeitdiebe kommen von innen: ziellose, nutzlose Handlungen, fehlende
Prioritäten, mangelnde Selbstorganisation, Suchen nach Unterlagen.
* Die Dringlichkeitsfalle: Stress ist zum Statussymbol geworden. Stets laufen
wir gestresst und geschäftig den dringenden Aufgaben hinterher. Wir fühlen
uns gebraucht und anerkannt, einfach wichtig! Nach dem Wahlspruch: „Wahre
Männer braucht das Land und keine Schlafsäcke.“
• Disziplin: Zeitmanagement hat weniger mit Tipps und Tricks zu tun,
oder ob Sie nun einen einfachen Kalender oder einen hochmodernen „Personal
Digital Assistent“ verwenden.
Wichtig scheint mir, dass wir unsere persönliche Einstellung zur Zeit
überdenken und gegebenenfalls ändern. Zum Beispiel: anstatt immer
unpünktlich zu sein, kann man sich angewöhnen immer pünktlich
zu sein. Pünktlichkeit, Ordnung und Selbstorganisation hilft die eigene
Lebenszeit im Griff zu behalten und wirkt auf andere positiv und vermittelt
Zuverlässigkeit!
Dr. med. Wolfgang Woynar,
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
Gesund trotz Stress
Wie man mit Belastungen im Alltag und im Beruf umgehen kann
Anti-Stress-Puppen haben in Japan erstaunliche Verkaufserfolge: man kann auf sie einschlagen und kriegt sie nicht kaputt. Ein Punching-Ball dürfte die gleiche erleichternde Wirkung haben, wenn er auch den Stressfaktor Chef, dem man im Boxring gegenüber stehen möchte, nicht ersetzen kann.
„Stress“ ist längst zu einem Wort unserer Umgangssprache geworden. Jedermann versteht und benutzt den Begriff. Gestresst zu sein, gleichgültig, ob objektiv oder nur eingebildet, ist kein Privileg von Topmanagern mehr, für die es einmal als Dauerzustand beinahe zum Status gehört hat. Gestresst sind oder fühlen sich heute ebenso Akkord- und Schichtarbeiter wie Hausfrauen, Ärzte wie Brummifahrer, Reporter wie Politiker. Unser Alltag ist mit Stressoren gespickt. Das kann allgemeiner Leistungsdruck sein, wie zum Beispiel Lärm, es können aber auch Ängste vor dem Versagen sein, wie zum Beispiel Konflikte im Beruf oder in der Familie, Terminhetze, materielle Belastungen, Pensionierungsschock und gesellschaftliche Frustrationen.
Die Menschen reagieren auf Stress unterschiedlich, je nach Sensibilität und Charakterstruktur. Oft erkennen sie die Stress-Signale des Körpers nicht. Die moderne Medizin aber befasst sich immer mehr mit den Gesundheitsrisiken als Folge von langfristigem Stress. Wenn sich etwa für beschleunigte Herztätigkeit, für Anstieg des Blutdrucks, für Beschleunigung der Blutgerinnung oder für einen Anstieg des Blutzuckers keine organischen Ursachen finden lassen, wird es für den Arzt Zeit, einen Stress-Test in Fragebogenform durchzuführen. Denn dann darf der Auslöser auf seelischer Ebene vermutet werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Patienten in die alkoholische oder medikamentöse Betäubung flüchten. Langdauernde affektive Belastungen sind häufig, insbesondere bei Frauen, der Schlüssel für Erschöpfungsdepressionen und für Hypochondrie. Manches Herz- und Kreislaufleiden oder eines des Magen-Darm-Traktes, vor allem bei Männern, hat eine psychosomatische Grundursache.
Es sind keineswegs immer körperliche Beschwerden, die vom Stress herrühren, es können auch Auswirkungen auf das Verhalten und Empfinden sein, die sich in innerer Unruhe, Fahrigkeit, Reizbarkeit, im Nachlassen der Merk- und Konzentrationsfähigkeit, in schneller Ermüdbarkeit, mangelnder Belastbarkeit, in Schlafstörungen manifestieren. Ein übervoller Terminkalender kann einen Menschen lähmen, einen andren aber so beflügeln, dass er zu noch größeren Leistungen fähig wird. Stress beeinflusst nicht immer unbedingt negativ und macht nicht immer für Krankheiten anfällig. Ein gewisses Maß an Stress gehört wahrscheinlich zu einem erfüllten Leben dazu, jedoch eben: ein gewisses Maß.
Der Körper sendet Warnsignale, wenn er unter Stress leidet: Sternchen vor den Augen, Schwindelgefühle, trockener Mund, Schluckbeschwerden, Zittern, Atemnot, Hitzewallungen und Herzjagen. Auch unsere Psyche sendet solche Warnsignale. Mögliche Beispiele sind Missmut, Angespanntheit, Nervosität, Ungeduld, Aufregung und Hektik.
Stress ist seit langem zum Thema von Fortbildungsseminaren für Ärzte
und deren Patienten geworden: Stressdiagnostik und Stressbewältigung.
Da erwiesen ist, dass Bewegung die Stress-Toleranz beträchtlich erhöht,
weil Sport körperlich und seelisch entspannt, ist er zusammen mit einem
Entspannungstraining die Basis für ein Selbstlernprogramm, auch im mentalen
bereich. Beliebt ist jedoch die Gruppentherapie, weil sie die Motivation der
Patienten stärkt. Das Ziel: „Gesund trotz Stress!“
