
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Ganzjährig schnaufen sie durch unsere Parkanlagen. Die Freizeitsportler. Allzu oft tun sie des Guten zu viel, denn sie rennen übermäßig schnell. Besonders gefährdet: Männer. Viele überfordern sich. Vor allem, wenn sie in Gruppen laufen und sich dabei am Tempo anderer orientieren. Richtig ist: jeder, der sich bewegt, ist einen Schritt weiter als der „Bewegungsmuffel“. Mein Rat: lassen Sie es langsamer angehen.
Viele aber wollen sich bewusst „richtig platt machen“.
Das hat Nachteile. Sportmedizinisch nachgewiesen ist, dass der Trainingseffekt
beim Gesundheitssport besser ist als beim „Überpowern“. Ausdauersport
ist gut für Körper und Seele und die beste Methode, um die körpereigenen
Abwehrkräfte zu stärken. Regelmäßige sportliche Betätigung
stimuliert die Aktivität wichtiger Immunzellen. Beispielsweise ist die
Zahl der Leukozyten (wichtige Abwehrzellen) auch noch einige Stunden später
erhöht ist. Nur aufgepasst! Diese Rechnung geht nur auf, wenn nicht übertrieben
wird. Zu lange oder zu intensive Trainingseinheiten und zu kurze Ruhepausen
treiben den Puls bis zum Anschlag hoch und führen zur Überbelastung
des Herzens. Auch der Stoffwechsel ist auf Höchstleistung eingestellt,
was sich wiederum negativ auf das Immunsystem auswirkt. Das Ergebnis des exzessiven
Sporttreibens ist ein ausgepowerter Körper, der mit gesundheitlichen
Problemen wie Konzentrations- und Schlafstörungen oder Beschwerden des
Bewegungsapparates zu kämpfen hat.
Ein weiterer (psychologischer) Nachteil: wer sich total auspowert, hat nach
dieser Erfahrung weniger Lust, erneut wieder Sport zu treiben.
Schnell laufen, selbst wenn wir uns dadurch überfordern, ist offensichtlich ein archaisches Verhaltensmuster. Wir kennen die Einstellung „Nur wer sich quält, hat Erfolg“. Die wird auf das Laufen übertragen, besonders von jungen, „testosterongesteuerten“ Männern. Frauen joggen vernünftiger, sie sind cleverer. Sie fühlen sich nach der Belastung fitter und aktiver.
Während des Laufens sollten Sie in der Lage sein, sich problemlos zu unterhalten. Lauftreffs sollten Rücksicht auf die unterschiedlichen Tempi der Teilnehmer nehmen und individuelle Distanzen planen, bzw. vorher gemeinsame Treffpunkte ausmachen.
Was motiviert uns eigentlich, Sport zu treiben? Was veranlasst einen Menschen
sportlich aktiv zu sein? Ganz oben in der Motivationsliste steht die „Allgemeine
Verbesserung der körperlichen Fitness“. Viele nutzen sportliche
Aktivitäten, um überflüssige Pfunde abzubauen oder um einen
Ausgleich zum beruflichen Stress zu finden. Der Leistungsdruck, das Arbeitsumfeld
wird als belastend empfunden, Anerkennung bleibt aus. Ausgleich wird auf einer
anderen – der sportlichen Ebene gesucht.
Aber auch „Spaß“ haben, Wohlbefinden und Aussehen“
spielen eine wichtige Rolle, ebenso soziale Kontakte“, und „motorische
Fähigkeiten“.
Bedenklich ist der Versuch, seiner Depression davon laufen zu wollen.
Unter 40 jährige sind eher dazu bereit, in ihrer Freizeit Sport zu treiben. Ältere Menschen hingegen fürchten sich häufig vor Überanstrengung, insbesondere wenn sie in ihrer Jugend keinen Sport betrieben haben. Früher standen „Wettkampf und Leistung“ im Vordergrund, heute überwiegen Motive aus den Bereichen Fitness und Gesundheit.
Manche wollen ihrem Alter davonrennen. Durch sportliche Aktivitäten
erhoffen viele von den bekannten Zivilisationskrankheiten nicht eingeholt
zu werden. Manch einer träumt vom unrealistische Ziel: ewig leben - und
das bereits vor dem Tode.
Versuchen Sie nicht dem Alter davon zu rennen, sondern gehen oder laufen Sie
den zukünftigen Lebensjahren bei voller Fitness entgegen!
Jahreszeitlich aktuell ist meine abschließende Feststellung: um sich
gegen Erkältungen zu schützen, gibt es neben der Grippeschutzimpfung
nur ein nachgewiesenes Schutzmittel: regelmäßigen Sport. Er stärkt
Ihr Immunsystem.
Freizeitsport - richtig betrieben - ist Gesundheitssport.
Für Ihre Gesundheit alles Gute,
Ihr Wolfgang Woynar
Warum Kinder Sport treiben sollen
Bewegung ist wirksam wie ein Medikament.
Leben bedeutet „sich bewegen“, denn ohne „Energie“
ist Leben nicht denkbar.
Körperliche Bewegung fördert unsere Gesundheit - das weiß
ein jeder. Regelmäßige körperliche Bewegung kann viele Krankheiten
vermeiden helfen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Krankheiten. Selbst bei bereits
eingetretener Krankheit wirkt Bewegung lindernd, etwa bei Atemwegserkrankungen.
Für Kinder und Jugendliche sind Bewegung und Sport besonders wichtig:
Sport schärft das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil. Sport
vermindert gerade bei Jugendlichen die Anfälligkeit für Drogen und
Gewalt. Sport kann das Gefühl von Isolierung und Einsamkeit reduzieren.
Sport ist körperlicher und seelischer Ausgleich bei Reizüberflutung
durch Fernsehen und Computerspielen.
Sport leistet nicht nur gesundheitliche Vorsorge, sondern auch soziale Fürsorge!
Die soziale Integration wird durch Sport wesentlich unterstützt (Beispiel:
Sportvereine). Darüber hinaus leistet Sport viel für die Persönlichkeitsentwicklung
von Kindern und Jugendlichen.
Zum Beispiel:
• fair miteinander wetteifern
• verlieren können,
• bescheiden bleiben, wenn man gewinnt,
• sich ein- und unterordnen,
• sich „durchbeißen“ können,
• Regeln beachten
Das und vieles andere mehr sind wichtige Lernerfahrungen.
Bei Kindern sind Gesundheitsmängel oft Folge des Bewegungsmangels. Fernsehen,
Fast Food und fast keine Bewegung. Da tickt eine Zeitbombe. Bewegungsmangel
erhöht allgemein das Risiko zu erkranken: akut und langfristig. Bewegungsmangel
führt zu motorischen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen und schränkt
allgemein deren körperliche Leistungsfähigkeit ein. Unsere Kinder
werden immer dicker, Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes
mellitus immer häufiger.
Die WIAD- Studie 2000 (Wissenschaftliches Institut der Ärzte Deutschlands)
hat zum Bewegungsstatus von Kindern und Jugendlichen in Deutschland folgendes
festgestellt:
• „Sport und Bewegung spielen im Freizeitverhalten von Kindern
und Jugendlichen nach wie vor eine herausragende Rolle“ – trotz
Konkurrenz von Computer und Fernsehen.
• Aber: Mädchen treiben weniger Sport als Jungen
• Jugendliche in höheren Altersgruppen (17/18 Jahre) treiben weniger
Sport
• Kinder sportlich aktiver Eltern treiben mehr Sport
• Traditionelle Sportarten dominieren bei Jugendlichen und sie hätten
gerne mehr Sportunterricht
Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie: Jungen schätzen (subjektiv)
ihre eigene Leistungsfähigkeit verglichen mit den (objektiven) Testergebnissen
nahezu durchgängig als zu gut ein: Die Selbstzufriedenheit mit der eigenen
körperlichen Leistungsfähigkeit entspricht häufig nicht den
objektiven Testergebnissen. Ausdauer, Kraft, Koordinationsfähigkeit der
12- bis 18jährigen Schüler haben trotz positiver Einstellung zum
Sport abgenommen. Zum Vergleich wurden Ergebnisse von Fitness-Tests herangezogen.
Besonders bedenklich ist: Die sportmotorische Leistungsfähigkeit hat
sich verschlechtert. Das hat Auswirkungen auf Organe und Organsysteme. Herz
und Lunge - zum Beispiel- erreichen ihre optimale Funktion nur dann, wenn
sie entsprechende Bewegungsreize erhalten.
Ziel muss sein: Die allgemein sehr positive Einstellung der Kinder und Jugendlichen
zu Sport und Bewegung verstärkt zu nutzen. Denn trotz der Fitness-Welle
überwiegen die Bewegungsmuffel. Auch Britische Studien attestieren Teenagern
Bewegungsmangel und Mangel an sozialen Kontakten. Ärzte sind besorgt
wegen der vielen Stubenhocker.
Aber auch ein hohes einseitiges Sportengagement sorgt nicht zwingend für
eine ausgewogene Balance motorischer Grundfähigkeiten. Kinder brauchen
Bewegung für ihre Entwicklung und für die Ausbildung motorischer
Fähigkeiten. Als Erwachsene könnten sie dies später nicht mehr
nachholen. Zudem fällt es Erwachsenen, die schon in ihrer Kindheit aktiv
gewesen seien, bei weitem nicht so schwer, sich regelmäßig körperlich
anzustrengen. Wer dagegen erst als Erwachsener auf die Idee kommt, etwas für
die Gesundheit tun zu wollen, muss meist einen viel größeren inneren
Schweinehund überwinden. Außerdem fällt es Erwachsenen sehr
viel schwerer als Kindern, technisch anspruchsvolle Sportarten, etwa Tennis,
zu erlernen.
Die zehn wichtigsten gesundheitlichen Folgen von Bewegungsmangel bei Kindern,
oder anders ausgedrückt: warum Kinder und Jugendliche unbedingt Sport
treiben sollten:
1. Auf Sport zu verzichten bedeutet Verlust an Leistungsfähigkeit.
Bewegungsmangel erhöht langfristig die Häufigkeit von Krankheit.
Bewegungsunwillige Kinder und Jugendliche, beziehungsweise deren Eltern nutzen
nicht die Chance, ihre Gesundheit zu fördern.
Bewegungsunwillige verzichten auf die Freude am Sport. Bewegungsunwillige
verzichten auf Erfolgserlebnisse. Dabei ist jede Bewegung bedeutend! Denn
auch viele kleine Bewegungseinheiten, wie Treppensteigen, zu Fußgehen
sind wichtig. Noch besser: wandern, joggen, Rad fahren, schwimmen.
2. Bewegungsmangel hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck, gleich ob zu hoch oder zu niedrig.
3. Bewegungsmangel hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel.
Der Fettstoffwechsel zum Beispiel lässt sich durch Ausdauertraining positiv
beeinflussen. Für den Zuckerstoffwechsel gilt ähnliches. Auf diese
positiven Effekte verzichtet der Bewegungsunwillige.
4. Sport hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Rauchverhalten,
ist aber hilfreich dabei, das Rauchen aufzugeben. Sportler haben ein sensibles
Körpergefühl: wenn die Lunge „pfeift“ und die Leistungsfähigkeit
sinkt, das hält – wie die Erfahrung zeigt - vom Rauchen ab.
5a. Bewegungsunwillige haben unweigerlich früher oder
später Probleme mit dem Körpergewicht, weil die Bilanz von Kalorienaufnahme
und Kalorienverbrauch über das Gewicht bestimmt. Jede Form von körperlicher
Aktivität größerer Körpergruppen mit mittlerer Intensität
führt zum Kalorienverbrauch. Die Intensität bestimmt über die
Art der verbrannten Kalorien. Hohe Intensität verursacht überwiegend
Kohlenhydratabbau, moderate Intensität betont den Fettabbau.
Fettleibigkeit, das ist ein Gewicht von zwanzig Prozent über Norm. 25%
aller Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig. Die Hälfte davon
massiv, also adipös! Adipöse Jugendliche haben eine Chance von 75%
auch als Erwachsene übergewichtig zu bleiben. Die Ursachen sind vielfältig:
Genetische Faktoren, Bewegungsmangel, Fehlernährung und psychologische
Probleme.
Die gesundheitlichen Risiken sind bekannt: Überlastung des Bewegungsapparates,
insbesondere Rücken, Hüftgelenke und Kniegelenke! Und Bluthochdruck,
zu hohe Cholesterinwerte, Diabetes.
Experten schlagen Alarm: vor allem Kinder und Jugendliche werden immer dicker.
Die Begleiterkrankungen werden zukünftig deutlich zunehmen. Die Ursachen
für die Zunahme sehen die Spezialisten vor allem in der ungesunden Lebensführung.
Die Gründe sind dieselben wie bei Erwachsenen: 23 Stunden eines Tages
verbringen sie mit Schlafen, Sitzen und Rumstehen. Schweißtreibende
und atemraubende Tätigkeiten scheinen bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen
nicht besonders „in“ zu sein. So kommen von den Jungs in ihrer
Freizeit nur noch knapp 50 Prozent mal ins Schwitzen und Schnaufen, bei den
Mädels sind es nicht einmal 20 Prozent.
Wie trübe es um die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder
steht, verdeutlichen auch ein paar Daten, die Bös 1976 und zum Vergleich
1996 bei zehnjährigen Knaben erhoben hat. So konnten 1976 Zehnjährige
in sechs Minuten im Durchschnitt 1024 Meter weit rennen, 1996 kamen die Knaben
nur noch 876 Meter weit. Ähnlich deutlich war der Unterschied bei den
Liegestützen, die 1966 geborenen Jungs schafften 16, die 1986 geborenen
nur 12 Liegestütze. Ein wichtiger Grund ist zudem, dass 80 Prozent der
kleinen Wonneproppen den Babyspeck als Erwachsene behalten, das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Verkalkung der Arterien steigt. Entscheidend
dafür ist der Bewegungsmangel.
5b. Bewegungsmangel ist nicht nur eine Ursache für Übergewicht,
sondern auch eine Folge des Übergewichtes. Deshalb fehlt es übergewichtigen
Kindern häufig an Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen, was wiederum
Bewegungsdefizite, Haltungsstörungen und eine geringere körperlichen
Leistungsfähigkeit nach sich zieht. Übergewicht im Kindesalter „wächst
sich nicht aus“! 80 Prozent der übergewichtigen zehn- bis 13-jährigen
werden auch als Erwachsene dick sein. Insgesamt erwarten Experten eine geradezu
rasante Zunahme der Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Europa.
Um Übergewicht zu bekämpfen gibt es mehrere Vorschläge: In
der Schule sollte täglich eine Stunde Sport getrieben werden, Kinder
sollten in der Freizeit bessere Möglichkeiten haben, sich körperlich
zu betätigen und an Kindergärten und Schulen sollte über gesunde
Ernährung aufgeklärt werden. „Gesundheitsunterricht“
6. Zur Ernährung: Sportler ernähren sich bewusster
als Bewegungsmuffel. das heißt sie ernähren sich ausgewogener.
Stichwort: Mittelmeer – Kost. Ihre Kost ist kalorienangepasst, kohlenhydratreich,
fettarm, ballaststoffreich, reich an Vitaminen und Spurenelementen. Übergewicht
bis hin zur extremen Fettsucht, Bewegungsmangel etwa in Verbindung mit exzessivem
Fernsehkonsum und eine ballaststoffarme Ernährung mit viel Fast-Food
und Softdrinks, bezeichnen Forscher als "Colarisierung".
7. Sport und Spiel fördern bekanntlich Kraft, Ausdauer,
Flexibilität/Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Bis zu 30
Prozent der Kinder leiden an Schwächen bezüglich Ausdauer, Flexibilität/Beweglichkeit,
Schnelligkeit und Koordination, wie die WIAD Studie zum Bewegungsstatus von
Kindern und Jugendlichen festgestellt hat. Ärzte raten zu Ausdauersportarten
3 bis 4-mal 30 bis 40 Minuten pro Woche und viel Bewegung an der frischen
Luft.
8. Immunsystem: ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining
senkt nachweislich die Infektrate. Man bekommt nicht so häufig „Husten,
Schnupfen, Heiserkeit“, sondern auch schwere allgemeine Infekte werden
vermutlich gesenkt.
9. Psyche: Körperliche Bewegung wirkt sich positiv auf
die Stimmung aus. Nach einem deprimierende Tagesverlauf etwa, (schlechte Zensuren,
Ärger mit dem Lehrer oder den Eltern) kann körperliche Bewegung
gut für eine bessere Laune sein. Aggressionen werden abgebaut, Ausgeglichenheit
kann sich wieder einstellen. Ganz anders bei Kindern mit Bewegungsmangel:
da die Anerkennung bei Gleichaltrigen von der Leistung abhängt, resultiert
oft ein Rückzug aus Situationen, in denen Schwächen deutlich werden
könnten. Darunter leiden das Selbstwertgefühl und die soziale Integration.
Die meisten dieser Kinder fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut. Viele
Kinder werden noch träger, schauen lieber in die „Röhre“,
als sich an frischer Luft zu bewegen. Süßigkeiten dienen nicht
selten als Ersatzbefriedigung für zu wenig Zuwendung, Unzufriedenheit,
Einsamkeit, Stress oder Langeweile. Fernsehen wird häufig zum Babysitter.
Unterschätzt werden häufig die psychischen Faktoren, die zum Übergewicht
führen: Essen hat zum Beispiel die Funktion, Angst zu lösen, Stress
aller Art abzubauen und Langeweile zu überwinden.
10. Stütz- und Bewegungsapparat:
• Sport führt zur Zunahme von Knochenmasse,
• Sport stärkt die Muskulatur, Gelenke werden dadurch stabilisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Gleichgewichtes und damit die Bewegungssicherheit
werden verbessert.
• Fehlbelastungen und Haltungsschwächen werden reduziert.
• Das Sturzrisiko wird reduziert.
Übergewichtige Kinder sind häufiger als normalgewichtige in schwere
Unfälle verwickelt. Wenn Kinder ihre Muskeln durch körperliche Bewegung
(Sport) stärken, kräftigt dies auch die Knochen. Denn der Aufbau
des Skelettsystems folgt immer der Muskulatur. Knochen müssen durch Muskelkraft
belastet werden, um zu wachsen. Kinder mit starken Muskeln haben dabei eine
höhere Knochendichte (Mineralien) der zugehörigen Knochen als Kinder
mit schwacher Muskulatur Für eine gesunde Knochenentwicklung empfiehlt
sich eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining von ein bis zwei Stunden
täglich. Besonders geeignet: Ballsportarten. Beim Fußball hat man
diese Mischung automatisch. Knochenschwund ist ein großes Gesundheitsproblem
bei älteren Menschen, insbesondere bei Frauen. Osteoporose kann die Lebensqualität
drastisch beeinträchtigen. Ab dem Kindesalter bis etwa zum 35. Lebensjahr
ist körperliche Aktivität für die Knochenmineralisation besonders
wichtig.
Zum Schluss ein Wort zum Schulsport: Wie wir alle wissen leidet der Sportunterricht
zu häufig unter Raummangel und mangelhaften Sportgeräten. Zu diesen
schulischen Bedingungen kommt noch der Bewegungsmangel im außerschulischen
Bereich. 24,5 Prozent der für die WIAD Studie befragten Mädchen
gaben an, außerhalb des Schulsports keinen Sport zu treiben, bei den
Jungen waren es 16,5 Prozent. Während bei den Jungen Fußball, Basketball
und Schwimmen die Favoriten sind, bevorzugen die Mädchen eher Inline-Skating,
Volleyball, Basketball und Tanz.
Doch auch Sportengagement allein führt nicht zu einer ausgewogenen Balance
motorischer Grundfähigkeiten, wie die WIAD Studie feststellte. Daher
muss im Schulsport verstärkt auf einen Ausgleich des motorischen Defizits
hingearbeitet werden. Experten sprechen zum Beispiel davon, dass der „Rundrücken
zur Norm wird.
Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass eine tägliche Sportstunde
positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat und darüber hinaus
das Sozial- und Arbeitsverhalten von Kindern verbessert. Die Kinder werden
wesentlich ausgeglichener und aufmerksamer, weniger aggressiv.
Gerade junge Sportlehrer/innen sind für die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit
des Faches Sport ganz besonders wichtig - nur es gibt zu wenige! Ziel von
Politik und Gesellschaft muss es sein, die gesundheitlichen, psychologischen
und sozialen Auswirkungen von Sport zu erkennen und zu fördern.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin – Sportmedizin
woynar@hausarzt-bremerhaven.de
www.hausarzt-bremerhaven.de
