
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
gesunder, „ehrlicher“ Sport ist ein entscheidender Schutzfaktor für unsere Gesundheit. Wenn Sie sich - zusätzlich zur normalen Alltagsarbeit - regelmäßig körperlich belasten und sei es nur durch eine forcierte Variante des Spaziergangs, können Sie Ihr Krankheits-Risiko deutlich verringern. „Walking“ hält nicht nur Frauenherzen fit. Bewegung muss nicht immer in Sport ausarten. Also, raus aus dem Fernsehsessel und mehr bewegen – das ist eine hervorragend wirksame Prophylaxe ohne teuere Pillen. Couch-Potatoes sind out.
Höchste Zeit für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit Sport zu beginnen. Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dafür. Nachfolgend nur zwei Beispiele:
1. Abspecken plus Sport halbiert das Diabetes-Risiko.
Eine finnische Studie zur Prävention des Typ 2 belegt eindeutig die präventive
Wirkung eines veränderten Lebensstiles. Voraussetzung ist erstens eine
individuelle Ernährungsberatung mit den Schwerpunkten Gewichtsreduktion
sowie eingeschränkte Zufuhr gesättigter Fette und Kalorien bei hohem
Faseranteil der Nahrung. Und zweitens zusätzlich ein maßgeschneidertes
und überwachtes Bewegungsprogramm. Die stolze Bilanz der Studie nach
fünf Jahren: die Anzahl der Neuerkrankungen ging um 58 Prozent zurück.
2. „Laufen ist Leben" lautet bekanntlich das Motto gegen den Herztod.
Aber auch das Schlaganfallrisiko lässt sich durch Sport, Spinat und Abspecken
mindern.
Sich regelmäßig körperlich zu belasten, schützt nicht
nur vor einem Herzinfarkt, sondern auch vor einem Schlaganfall. Wer dickleibig
ist, bekommt früher oder später eine Hypertonie und weist damit
auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Wer zehn Kilo abspeckt, reduziert
sein Risiko um 20 %. Wer zudem viel Obst und Gemüse und damit viel Folsäure
zu sich nimmt, reduziert den Homocysteinspiegel und auf diese Weise sein Risiko
für einen Herzinfarkt. Dass dies auch für den Schlaganfall gilt,
berichtet eine Forschergruppe der Tulane School of Public Health in New Orleans.
Auch in der Praxis des Hausarztes spielt Sport eine immens wichtige Rolle:
Hausärzte betreuen Menschen mit Übergewicht
Ein typisches Problem lautet: „Ich habe schon viele Diäten ausprobiert
– keine hat geholfen. Zunächst habe ich gut abgenommen. Lange hat
das aber nicht angehalten. Woran liegt das nur?“ Dazu sollten Sie folgendes
wissen: Wenn Sie mittels einer Diät Ihr Körpergewicht um 10 kg verringern,
verlieren Sie dabei etwa 7 kg Fett und rund 3 kg „fettfreie Masse".
Vor allem Muskulatur. Diese bestimmt in hohem Maße den Energie-Grundumsatz.
Also sinkt der Energieverbrauch: mit jedem abgenommenen Pfund müssten
Sie also immer weniger essen, um die körperlichen Anpassungs- Mechanismen
zu überwinden und das Gewicht zu halten. Um weiter abzunehmen, müssten
Sie Ihre Nahrungsaufnahme noch drastischer verringern. Das ist langfristig
kaum zu realisieren. Denn meistens essen wir nach einer Diät wieder „normal"
– mit der Folge, dass wir auch rasch wieder zunehmen. Dieser Teufelskreis
lässt sich nur überwinden, wenn der Energieverbrauch nicht sinkt.
Gegen diesen als „Jojo-Effekt" bezeichneten Wechsel zwischen raschem
Abnehmen und meist ebenso schnellem Zunehmen hilft am sichersten die geeignete
körperliche Aktivität in der richtigen Dosierung.
Als gelenkschonende Bewegung – mindestens zweimal in der Woche für
jeweils 30 bis 45 Minuten durchzuführen – empfehle ich Joggen,
Fahrradfahren, Schwimmen etc., bzw. Mannschaftsspiele mit geringer körperlicher
Belastungsintensität. Bewegung kontert den Jojo-Effekt.
Hausärzte betreuen Senioren
Für Muskelaufbau ist es nie zu spät. Die Wirksamkeit von Krafttrainingsprogrammen
für ältere Menschen ist mehrfach beschrieben worden. Dabei konnten
Verbesserungen der physischen Leistungsfähigkeit sowohl bei hochbetagten
Heimbewohnern als auch bei älteren Menschen, die noch zu Hause leben,
gezeigt werden. Fatale Stürze alter Menschen lassen sich durch Kräftigung
der Muskulatur und Schulung des Gleichgewichtssinnes vermindern. Auch Senioren
können vom Muskelaufbau profitieren. Dies steigert nicht nur die Mobilität
und Selbstständigkeit, sondern auch die Lebensfreude.
Hausärzte betreuen Kinder und Jugendliche
Die mangelnde sportliche Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen
ist Besorgnis erregend. Deshalb empfehle ich allen Eltern, Lehrern, Schülern
und den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sich selbst Gedanken darüber
zu machen, „Warum Kinder Sport treiben sollten“.
Für Ihre Gesundheit alles Gute
wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Woynar
Warum Kinder Sport treiben sollen
Bewegung ist wirksam wie ein Medikament. Für Kinder und Jugendliche
sind Bewegung und Sport besonders wichtig: Sport schärft das Bewusstsein
für einen gesunden Lebensstil. Sport vermindert die Anfälligkeit
für Drogen und Gewalt. Sport kann das Gefühl von Isolierung und
Einsamkeit reduzieren. Sport ist körperlicher und seelischer Ausgleich
bei Reizüberflutung durch Fernsehen und Computerspielen.
Sport leistet nicht nur gesundheitliche Vorsorge, sondern auch soziale Fürsorge!
Die soziale Integration wird durch Sport wesentlich unterstützt, denken
Sie an die vorbildliche Funktion von Sportvereinen. Darüber hinaus leistet
Sport viel für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Zum Beispiel:
• Fairness und Regeln beachten, • verlieren können, •
sich ein- und unterordnen,
• sich „durchbeißen“ können. Das und vieles andere
mehr sind wichtige Lernerfahrungen.
Bei Kindern sind Gesundheitsmängel oft Folge des Bewegungsmangels. Fernsehen, Fast Food und fast keine Bewegung. Da tickt eine Zeitbombe. Bewegungsmangel erhöht allgemein das Risiko zu erkranken: akut und langfristig. Bewegungsmangel führt zu motorischen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen und schränkt allgemein deren körperliche Leistungsfähigkeit ein. Unsere Kinder werden immer dicker, Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes mellitus immer häufiger.
Kinder brauchen Bewegung für ihre Entwicklung und für die Ausbildung motorischer Fähigkeiten. Als Erwachsene könnten sie dies später nicht mehr nachholen. Zudem fällt es Erwachsenen, die schon in ihrer Kindheit aktiv gewesen seien, bei weitem nicht so schwer, sich regelmäßig körperlich anzustrengen. Wer dagegen erst als Erwachsener auf die Idee kommt, etwas für die Gesundheit tun zu wollen, muss meist einen viel größeren inneren Schweinehund überwinden. Außerdem fällt es Erwachsenen sehr viel schwerer als Kindern, technisch anspruchsvolle Sportarten, etwa Tennis, zu erlernen.
Warum Kinder und Jugendliche unbedingt Sport treiben sollten:
• Sport fördert die Leistungsfähigkeit. Freude am Sport vermittelt Erfolgserlebnisse.
• Bewegung hat positive Auswirkungen auf Herz und Kreislauf und den Stoffwechsel.
• Probleme mit dem Körpergewicht lassen sich vermeiden.
• Sportler ernähren sich bewusster als Bewegungsmuffel. das heißt
sie ernähren sich ausgewogener. Stichwort: Mittelmeer – Kost. Sport
hat zwar keinen direkten Einfluss auf das Rauchverhalten, ist aber hilfreich
dabei, das Rauchen aufzugeben.
• Sport und Spiel fördern Kraft, Ausdauer, Flexibilität/Beweglichkeit,
Schnelligkeit und Koordination.
Immunsystem: ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining senkt
nachweislich die
• Infektrate. Man bekommt nicht so häufig „Husten, Schnupfen, Heiserkeit“, sondern auch schwere allgemeine Infekte werden vermutlich gesenkt.
Stütz- und Bewegungsapparat:
• Sport führt zur Zunahme von Knochenmasse,
• Sport stärkt die Muskulatur, Gelenke werden dadurch stabilisiert.
• Die Eigenwahrnehmung des Gleichgewichtes und damit die Bewegungssicherheit
werden verbessert. Fehlbelastungen und Haltungsschwächen werden reduziert.
Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass eine tägliche Sportstunde
positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat und darüber hinaus
das Sozial- und Arbeitsverhalten von Kindern verbessert. Die Kinder werden
wesentlich ausgeglichener und aufmerksamer, weniger aggressiv.
Gerade junge Sportlehrer/innen sind für die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit
des Faches Sport ganz besonders wichtig - nur es gibt zu wenige! Ziel von
Politik und Gesellschaft muss es sein, die gesundheitlichen, psychologischen
und sozialen Auswirkungen von Sport zu erkennen und zu fördern.
Dr. med. Wolfgang Woynar
Facharzt für Allgemeinmedizin – Sportmedizin
www.hausarzt-bremerhaven.de
Geeignete Sportarten
Walking / Walken
"Gehen ist die beste Medizin." In den USA hat der Gesundheitssport
mit einigen Millionen aktiven Walkern die Sportart Joggen bereits "überholt".
Walken kann jeder, ob jung oder alt, dick oder dünn. Ärzte empfehlen
vor allem älteren Menschen, Übergewichtigen und sportlichen Neueinsteigern
zu "Gehen" anstatt zu "Rennen". Walken stellt einen optimalen
Einstieg in das Ausdauertraining dar und das Gehtempo kann leichter der individuellen
Belastbarkeit angepasst werden. Überforderungen des aktiven und passiven
Bewegungsapparates können vermieden, überflüssige Pfunde gefahrlos
und fast nebenbei abtrainiert werden.
Die Technik ist sehr einfach. Prinzipiell handelt es sich um schnelles, sportliches
"Marschieren" mit besonders betontem Armeinsatz, das heißt
mit bewusstem gegengleichen Schwingen der angewinkelten Arme.
Walken – so geht`s
• Blick 5m voraus auf den Boden,
• Kinn nach innen, Nacken lang, Schultern unten lassen und leicht nach
hinten ziehen
• Hände: leicht geöffnete Faust
• Brustkorb heben
• Bauch einziehen, leicht anspannen
• Armee leicht spitz angewinkelt
• Ellenbogen parallel, nahe am Körper
• Füße abrollen
Walken darf nicht mit der Wettkampfsportart "Gehen" verwechselt
werden, bei der Höchstleistung angestrebt wird. Extreme Hüftrotationen,
mit denen die Wettkampfgeher versuchen, kurze Bodenkontaktzeiten zu erreichen
und dadurch das Tempo zu erhöhen, werden beim Walken vermieden, dass
heißt das typische und schädliche "Hüftwackeln"
bleibt aus.
Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken kommen beim Walken praktisch
nicht vor, im Gegensatz zum Joggen, weil immer ein Fuß die Erde berührt.
Sportmedizinisch bietet diese Sportart wegen des dynamischen Bewegungsablaufes
ohne Stauchbelastungen der Gelenke den Vorteil, schonend Herz-Kreislauf-System
und zugleich die Ausdauer zu trainieren.
Spaß, Fitness, Gesundheit stehen dabei im Vordergrund: je nach Gusto,
gemütlich oder flott, meditativ/entspannend oder schnell/ "powervoll".
Inzwischen gibt es Walking in vielerlei Variationen, zum Beispiel als Hill-
Walking, Nordic- Walking, Power- Walking und Walking im Wasser. Nordic- Walking
mit Stöcken stärkt zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers.
Egal für welche Form des Walkens Sie sich entscheiden, "gehen" Sie es an - besser heute als morgen!
Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
Grundsätzlich sollten Sie regelmäßig Fahrrad fahren. Reines
"Wochenendfahren" ist eher nicht sinnvoll, da sich weder Gelenke
noch das Herz-Kreislauf-System langsam und kontinuierlich auf die Belastung
einstellen können. Sie sollten mindestens zwei bis dreimal pro Woche
aufs Rad steigen und nach einer circa fünfminütigen Aufwärmphase
(langsames Radeln) ein zügiges, gleichmäßiges Tempo anschlagen.
Bei Ermüdungsanzeichen verringern Sie das Tempo. Eine Trainingseinheit
endet mit einer Abwärmphase bei reduziertem Tempo. Vor allem bei längeren
Touren sind aktive Pausen mit Lockerungs- und Dehnübungen angezeigt.
Radsport trägt bis ins hohe Alter zum Erhalt und zur Verbesserung der
körperlichen Fitness bei. Eine möglichst individuelle Abstimmung
von Rahmengröße, Sattelhöhe und Sitzposition beugt Fehlbelastungen
vor und erhöht den "Spaß-Effekt"! Die richtige Sattelhöhe
(Knie stets leicht gebeugt) gewährleistet eine gesunde Beanspruchung
von Ober- und Unterschenkelmuskulatur ohne die Kniegelenke zu belasten. Bei
der idealen Sitzposition ist der Oberkörper etwa im 45° Winkel nach
vorne geneigt (Lenker ca. 3-4 cm niedriger als der Sattel).
Wer Rückenprobleme hat sollte aufrechter, das heißt eher gerade
sitzen. Von der Seite betrachtet ist der Sattel passend eingestellt, wenn
das Lot von der Vorderkante des Knies knapp vor der Pedalachse liegt. Zudem
empfehlenswert sind spezielle Gesundheitslenker, Schuhe mit Profil, angepasste
Kleidung und natürlich ein Helm.
Schwimmen
Diese Sportart ist beliebt und ausgesprochen gesund zugleich.
Die Auftriebskraft des Wassers reduziert die Schwerkraft unseres Körpergewichtes
auf etwa ein Zehntel! Das führt zur Entlastung von Wirbelsäule,
Gelenken und Bändern werden geschont. Bewegungs- sowie Belastungsmöglichkeiten
werden für Patienten mit bestehenden Problemen des Bewegungsapparates
erweitert.
Bei gleichem Krafteinsatz werden Bewegungen wegen des Wasserwiderstandes langsamer
ausgeführt. Überbelastungen werden vermieden und es kommt zur Kräftigung
der Muskulatur sowie Verbesserung der Ausdauerfähigkeit.
Die richtige Technik der einzelnen Schwimmstile ist abhängig insbesondere
von Bewegungseinschränkungen, Belastbarkeit, Zielsetzungen, u.a.
Brustschwimmen kann bei korrekter Bewegungsausführung ideal zur Mobilisation
der Wirbelsäule eingesetzt werden. Allerdings kommt es zu einer ständigen
Überbelastung der Hals- und Brustwirbelsäule, wenn Sie mit erhobenem
Kopf schwimmen bzw. keine Wasserausatmung ausführen. Die dauerhafte Hohlkreuzbildung
und Überstreckung der Halswirbelsäule führt zu einer erhöhten
Belastung der Bandscheiben mit zuweilen schmerzhaften Folgen.
Die typische "Schere der Beine" kann bei mangelhafter Technik zum
sog. "Brustschwimmer-Knie" führen. Die Folge sind Schmerzen
an der Innenseite des Knies, bedingt durch die Überbelastung von Innenband
und Meniskus.
Rückenschwimmen ist aus sportmedizinischer Sicht optimal für die
Wirbelsäule, bedarf aber einer intensiven Technikschulung.
Der Sportarzt rät:
Vermeiden Sie einseitige Belastungen des Bewegungsapparates, indem Sie mehrere
Schwimmstile kombinieren. Ziehen Sie Ihre Bahnen gleichmäßig und
zügig. Zur Steigerung Ihrer Ausdauer ist es besser, lange Strecken langsam,
als kurze Strecken schnell zu schwimmen. Erhöhen Sie langsam und kontinuierlich
die Streckenlänge während Sie die Pausenzeiten verkürzen.
Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
Insbesondere für Anfänger und ältere Menschen, die eine längere
Sportpause hinter sich haben, kann der gelenkschonende Ausdauersport der ideale
Weg zum Wiedereinstieg in den Sport sein. Übergewichtige werden überflüssige
Pfunde los und stärken ihren Kreislauf.
Dr. med. Wolfgang Woynar
FA Allgemeinmedizin- Sportmedizin
..sich selbst und andere zu betrügen ist erfahrungsgemäß eine weit verbreitete menschliche Untugend. (Chemische) Manipulation ist ein Phänomen unserer Gesellschaft - nicht nur im Spitzensport. Das Problem „Doping" betrifft auch den Breitensport.
Via Internet beziehen Freizeitsportler die leistungsfördernden und muskelschwellenden Präparate. Statt um Sport geht es hier um Lifestyle und Kondition – mit oft schwerwiegenden Folgen. Bei den Anwendern herrscht fatalistischer Optimismus: „Mir wird schon nichts passieren!" Wer denkt schon im Krankheitsfall, bei scheinbaren „Schicksalsschlägen“ an früheren Missbrauch von Dopingmitteln?
Welche Ausmaße das Problem des „Breiten-Dopings" inzwischen
angenommen hat, veranschaulicht eine Studie der Universität Lübeck.
Demnach soll insgesamt jeder fünfte regelmäßig im Fitness-Studio
trainierende Sportler zumindest zeitweise auf leistungssteigernde Substanzen
zurückgreifen. Bei Hobby-Bodybuildern sollen sogar zwischen 45 und 50
Prozent der Männer und 10 bis 15 Prozent der Frauen regelmäßig
Anabolika einnehmen. Wenn diese Daten stimmen, hätten wir in Deutschland
rund 700 000 Anabolika-Konsumenten.
Der Schwarzmarkt von leistungsfördernden Medikamenten blüht. Jeder verdient daran. Jährlich sollen über elf Millionen Tabletten, knapp 150.000 Ampullen sowie gut 410 Kilogramm anabolikahaltiger Dopingmittel allein in Deutschland verkauft werden. Die eingesetzten Dosen sollen häufig exzessiv hoch sein, meist das Zehn- bis Einhundertfache der normalen therapeutischen Dosis. Zudem sind viele der auf dem „Schwarzen Markt" erstandenen Produkte verunreinigt. Die meisten im Internet erhältlichen Mittel würden laut van Kleij nie genehmigt werden. In sehr vielen Pillen sei weder qualitativ noch quantitativ das enthalten, was der Vertreiber angibt, vor allem bei denjenigen aus dem Osten, die derzeit den Markt überschwemmen. In einer von der Sporthochschule Köln durchgeführten Analyse dieser Produkte enthielten viele weniger, keine oder andere Wirkstoffe als angegeben – dafür aber eine Reihe von Verunreinigungen. So kommt es zu erheblichen Nebenwirkungen, zum Beispiel schweren Leberschäden. Zudem haben dopende Sportler ein fünfmal höheres Risiko vorzeitig zu sterben.
Doping allein im Leistungssport zu verdammen verkennt den Ernst der Lage
für die gesundheitliche Bedrohung insgesamt.
Dr. med., Dipl. Psych. Wolfgang Woynar
woynar@hausarzt-bremerhaven.de
